Calmont-Klettersteig: Deutschlands steilster Wanderweg

Der Calmont-Klettersteig an der Mosel gilt als steilster Wanderweg Deutschlands. Kein Wunder: Die Tour führt mitten durch den steilsten Weinberg Europas, über schmale Pfade, Leitern, Trittbügel und drahtseilversicherte Passagen. Und am Ende wartet ein echtes Postkartenmotiv. Denn die perfekt geformte Moselschleife liegt uns zu Füßen! Doch lohnt sich der anstrengende Aufstieg wirklich für diesen Blick?

Lohnt sich der Calmont-Klettersteig an der Mosel?

Der Calmont ragt wie eine gewaltige Felswand direkt aus dem Moseltal empor. Startpunkt unserer Tour ist das idyllische Örtchen Bremm mit seinen gemütlich wirkenden Fachwerkhäusern. Von hier unten kann man kaum erahnen, was uns gleich wirklich erwarten wird. Mit rund 360 hm und einer Strecke von über 7 km ist die Tour zwar nicht super lang, aber richtig intensiv. Denn auf dieser kurzen Distanz überwindet ihr extreme Steigungen von bis zu 65 Grad.

Ihr benötigt zwar keine klassische Klettersteigausrüstung, aber Konzentration, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind Pflicht. Der Pfad ist zum Teil so schmal, dass man gerade so noch bequem darauf gehen kann. Seitlich fällt er an manchen Stellen schier senkrecht ab. Und am besten startet ihr früh. Denn das dunkle Schiefergestein speichert die Sonne wie ein Backofen und verströmt mediterrane Hitze. Perfekt für den Weinanbau und einige Tier- und Pflanzenarten. Aber eben auch schweißtreibend für den Aufstieg zur Mittagszeit.

Fototipp: Der beste Blick auf die Moselschleife wartet nicht direkt am Gipfelkreuz. Dafür müsst ihr später wieder ein Stück absteigen bis zu einem hölzernen Aussichtspavillon.

Anreise nach Bremm

Höhenmeter:357 hm
Strecke:7,5 km
Gehzeit:3 Stunden
Einkehrtipp:Emmis Weinbar
Beste Reisezeit:April – Oktober

Los geht’s in Bremm an der Mosel. Von Frankfurt oder Köln seid ihr in etwa zwei Stunden mit dem Auto vor Ort. Wenn ihr in das Örtchen hineinfahrt, könnt ihr direkt an der Straße parken. Von dort geht es zu Fuß erst zwischen den Häusern hindurch (hier könnt ihr schon mal die Augen nach einer Weinschänke für später offenhalten) und hinauf in Richtung Weinberge. Alternativ könnt ihr die Tour auch von Eller aus starten.

Kurz darauf stehen wir mitten zwischen den Reben, unter uns glitzert die Mosel und neben uns fällt der Hang steil ab. Es ist verrückt, sich vorzustellen, dass hier tatsächlich Weinbau betrieben wird. Vieles ist Handarbeit, und jeder Schritt im Hang zeigt, wie mühsam diese Arbeit sein muss. Wenn ihr an eine Kreuzung kommt: Bleibt konsequent auf der „Klettersteig“-Ausschilderung und ignoriert die vermeintlichen Abkürzungen zum Gipfel.

Mit dem ÖPNV erreicht man den Ort Bremm mit der Regionalbahn von Koblenz über den Bahnhof Ediger-Eller in rund 90 Minuten. Von dort geht es mit dem Bus in ein paar Minuten bis Bremm.

Keine Klettersteigausrüstung für den Calmont notwendig

Obwohl der Weg als „Klettersteig“ bezeichnet wird, ist keine klassische Klettersteig-Ausrüstung notwendig. Er ist auch nicht durchgehend gesichert. Das meiste ist normales Gehgelände. Das heißt, ihr braucht normale, gute(!) Wanderausrüstung. Wichtig sind Schuhe mit einer rutschfesten Profilsohle, ausreichend Wasser und eine leichte Regenjacke für alle Fälle.

Die schwierigsten Passagen sind dann wie bei einem Klettersteig mit Drahtseilen, Leitern und Trittbügeln entschärft. Aber wenn ihr gut zu Fuß seid und ein bisschen Bergerfahrung mitbringt, sollte das für euch gut machbar sein. Danach geht’s in steilen Serpentinen durch den Wald nach oben. Diesen Teil bis zur Eller Todesangst finde ich am anstrengendsten.

Aber keine Sorge, an der Todesangst selbst müsst ihr keine Angst haben. Zumindest dann nicht, wenn ihr das Warnschild beachtet und der Flagge, die dort wie ein Segel gespannt ist, nicht zu nahe kommt. Bei zu viel Wind kann die euch sonst im schlimmsten Fall über die Kante in die Tiefe schubsen.

Die schönste Aussicht auf die Moselschleife

Nachdem die Höhenmeter nun gemeistert sind, geht’s nun nur noch eben hin über den Grat des Weinbergs bis zum Gipfelkreuz. Hier oben sind wir nicht alleine. Zahlreiche Wanderer und Urlauber haben sich auf den steinernen Stufen und an den Picknickbänken niedergelassen, um den Blick schweifen zu lassen. Dabei ist man hier zwar ganz oben, die Schleife sieht man allerdings nicht in ihrer vollen Pracht.

Um die Moselschleife in ihrer vollen, fast perfekten Symmetrie zu sehen, steigen wir wieder ein paar Meter ab auf den Weg, den wir vorhin beim Aufstieg links liegen gelassen haben. Dort wartet ein hölzerner Aussichtspavillon. Hier, etwas weiter unten, haben wir den Logenplatz. Und sind zudem noch ganz alleine an diesem Spot. Wunderschön!

Auch interessant: Wandern an der Mosel bei Cochem

Fazit

Der Calmont Klettersteig ist kurz, aber er hat es in sich. Es ist deutlich anspruchsvoller als man eine Tour an der Mosel vielleicht erwarten würde und eine der eindrucksvollsten Wanderungen, die man in Deutschland finden kann. Der Mix aus alpinem Steig, mediterranem Flair und einer spektakulären Aussicht am Ende macht die Wanderung absolut sehenswert. Und die Höhenmeter spürt man am nächsten Tag vielleicht auch noch in Form von Muskelkater in den Beinchen. Belohnt euch nach der Tour mit einem Glas regionalem Riesling. Am besten direkt vom Calmont selbst. Es ist der perfekte Ausklang und nach der Anstrengung mehr als verdient.

In der Umgebung lohnt sich außerdem ein Besuch in Cochem, wo neben einer schönen Altstadt auch die Reichsburg Cochem aus dem 11. Jahrhundert sehenswert ist.

Lage

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