Besondere Gipfelkreuze waren ganz zu Beginn meiner Bergsteigerkarriere der Grund, warum ich überhaupt auf einen Berg wollte. Ich habe mittlerweile schon wirklich viele tolle Kreuze gesehen, aber eines, in das man hineingehen kann, ist mir bis dato noch nicht untergekommen. Auf der Buchsteinwand in den Kitzbüheler Alpen in Tirol steht so ein begehbares Gipfelkreuz, das Jakobskreuz. Ich hab die Aussichtsplattform besucht und verrate euch, ob sich der Ausflug lohnt.

Lohnt sich ein Besuch auf dem Jakobskreuz?

Seit 2014 steht das Jakobskreuz an der Buchensteinwand in 1.456 m Höhe oberhalb von St. Ulrich im Pillerseetal. Das Gipfelkreuz ist 29,60 Meter hoch und hat die Form eine Doppelkreuzes. Das Gebäude bietet Räumlichkeiten für Veranstaltungen, zum Beispiel für Ausstellungen, Lesungen, Seminare und Workshops, sowie fünf Aussichtsplattformen, die in alle Himmelsrichtungen blicken lassen. Hinauf kommt man ganz entspannt mit dem Sessellift der Bergbahn Pillersee, weshalb es für unseren Familienausflug das optimale Ausflugsziel ist.

#pillerseetal #wandern

Instatipp: Direkt an der Bergstation hat man bereits einen tollen Blick auf das Jakobskreuz, aber noch besser ist er etwa 150 Meter östlich dem Blumenlehrpfad entlang. Hier habe ich die besten Aufnahmen vom imposanten Kreuz gemacht .

Anreise ins Pillerseetal

Wir kommen von Norden über Lofer und Saalfelden nach St. Ulrich ins Pillerseetal. Die Beschilderung vor Ort ist übersichtlich, aber selbst ohne Wegweiser könnte man dieses architektonische Meisterwerk fast nicht übersehen. Wir lösen an der Kassa für 22 Euro pro Person ein Ticket für die Berg- und Talfahrt, sowie auch den Eintritt ins Jakobskreuz. Familientickets und Freifahrten für Kinder bis zum sechsten Lebensjahr sind auch erhältlich.

Größtes begehbares Gipfelkreuz der Welt

Schon der Blick von der Talstation unten hoch auf die Buchsteinwand auf das weltweit größte, begehbare Gipfelkreuz ist sehr imposant und ich bin tatsächlich ein wenig aufgeregt, nun mit dem Sessellift dort hochzufahren. Interessanterweise steht das Jakobskreuz nicht am höchsten Punkt der Buchensteinwand, sondern westlich des Gipfels etwas oberhalb des Alpengasthofs. Schon aus der Ferne spürt man die Besonderheit, die von diesem Ort ausgeht – und beim Rauffahren hat man wirklich das Gefühl, als ob das riesige Gipfelkreuz über das gesamte Tal thront und wacht.

Mit dem Fahrstuhl zur Aussichtsplattform

Um auf – oder besser gesagt – IN das Jakobskreuz zu gehen, braucht man definitiv keine besondere Ausrüstung und auch nicht unbedingt festes Schuhwerk. Man kann entweder die Treppe hoch in die 4 Aussichts- und Ausstellungsräume nehmen, oder ganz bequem mit dem Lift auf die höchste Ebene des Kreuzes in ca. 28 m Höhe fahren. Wie groß das gesamte Kreuz wirklich ist, wird einem erst richtig im Inneren bewusst. Die Seminarräume sind mit 30 m² einfach riesig und durch die Fenster sieht man in alle vier Himmelsrichtungen auf die umliegende Bergwelt.

Panoramablick über die Kitzbüheler Alpen

Ich genieße das fantastische Panorama von der oberen Aussichtsplattform auf die Gipfel der Leoganger und Loferer Steinberge sowie das Kitzbüheler Horn und Wilder Kaiser. Viele Besucher werfen einen Blick durch die angebrachten Fernrohre, worin auch die Namen der Gipfel angezeigt werden. Anschließend haben wir noch den 1,6 km langen Blumenlehrpfad vom Jakobskreuz zum Speichersee gemacht. Das ist ein Kurzrundgang am Kamm der Buchensteinwand ohne nennenswerter Höhendifferenz. Auf dem Weg laden viele Aussichtsbänke mit Weitblick auf Berglandschaft und Pillersee zum Verweilen ein.

Fazit

Niemand dort oben hat an diesem Tag Hektik ausgestrahlt. Viele haben am Bergblick-Restaurant in gemütlicher Atmosphäre zu Mittag gegessen. Auch meinen Eltern hat der Besuch des Jakobskreuzes super gefallen und freuten sich, endlich mal mit mir gemeinsam auf einem Gipfel zu stehen. Der Ausflug eignet sich optimal für Familien mit Kindern und auch Rollstuhlfahrer kommen problemlos von der Talstation hoch bis zu den Aussichtsplattformen im Jakobskreuz. Ich finde, die Philosophie der 4 Säulen mit Kraft- und Denkplatz versteht man erst, wenn man das Ganze ein paar Tage auf sich wirken lässt – und somit ja, ein Ausflug dorthin lohnt sich wirklich.

Lage

Praktische Links

Gut zu wissen

Im Winter zählt das Pillerseetal zu den schneereichsten Regionen in Tirol. In unmittelbarer Nähe liegen verschiedene Skigebiete. Die Skiabfahrten verlaufen meist durch eine tief verschneite Winterlandschaft. Bekannt ist das Gebiet aber auch fürs Biathlon und für seine zahlreiche Langlaufloipen. Auch die Freeride World Tour findet in der Region statt. Im Sommer sind neben Wanderern, auch Mountainbiker auf der Buchensteinwand herzlich willkommen – der Fahrradtransport mit der Bahn ist kostenlos und oben am Berg gibt es unterschiedlich schwierige Strecken und Trails zu erkunden.

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