Ein leises Plätschern in der Dunkelheit, während unser Bambusfloß lautlos in eine schmale Felsspalte gleitet. Nur der Lichtkegel der Stirnlampe unseres Guides tanzt über das schimmernde Wasser. Willkommen im Jovellar Underground River auf den Philippinen. Hier unter der Erde wartet ein kleines Abenteuer der Philippinen und noch ein Geheimtipp. Wer ein authentisches Naturerlebnis abseits ausgetretener Pfade sucht, sollte diesen geheimnisvollen Fluss unbedingt entdecken!
Lohnt sich die Tour zum Jovellar Underground River?










Der Jovellar Underground River liegt in der Provinz Albay auf Luzon und ist weit weniger bekannt als der berühmte Underground River von Palawan – genau das macht seinen Reiz aus. Vom kleinen Ort Jovellar aus führen Sie ortskundige Guides mit dem Bambusfloß durch eine etwa 150 Meter lange unterirdische Höhle, in der klares Wasser zwischen gewaltigen Felsformationen hindurchfließt.
Die Fahrt dauert nur rund zehn Minuten. Man kann sowohl vor der Höhle baden, von den Felsen ins Wasser springen als auch flussaufwärts schwimmen. Die Guides bringen uns im Anschluss wieder durch die Höhle zurück zum Eingang.
Fototipp: Der beste Fotospot befindet sich direkt am Eingang der Höhle, wo Tageslicht und Dunkelheit aufeinandertreffen. Hier entstehen eindrucksvolle Kontraste zwischen Wasser, Felsformationen und einfallenden Lichtstrahlen. Ein wasserdichter Beutel und eine Handschlaufe sind für euer Handy sehr zu empfehlen.
Anreise zum Jovellar Underground River
| Lage: | Provinz Albay, Luzon, Philippinen |
| Anreise: | Roller/Pkw |
| Öffnungszeiten: | 7:30 – 17:00 Uhr |
| Ausrüstung: | Wasserschuhe |
| Besonderheit: | 150 m lange unterirdische Höhle |
Meistens startet eine Tour zum Jovellar Underground River in der Stadt Legazpi. Diese erreicht ihr von den meisten philippinischen Flughäfen per Inlandsflug zum Flughafen Daraga (DRP). Empfehlenswert ist es, anschließend einen gemieteten Roller zu nehmen und die entspannte Strecke durch Reisfelder und sanfte Hügel zu fahren. So könnt ihr die rund 30 Kilometer bis zum Jovellar Underground River ganz in eurem eigenen Tempo zurücklegen.
Wenn ihr öffentliche Verkehrsmittel bevorzugt, könnt ihr vom Legazpi Grand Terminal ein Jeepney nach Jovellar nehmen. Sie fahren ab 6 Uhr morgens und starten, sobald sie voll besetzt sind. Die Fahrt dauert etwa 90 Minuten. Den Ausgangspunkt für euer Abenteuer findet ihr direkt vor Ort.
Bargeld und Badekleidung einpacken
Außer Badekleidung und Handtuch müsst ihr nichts mitbringen. Vor Ort bekommt ihr Schwimmwesten, und die Guides tragen Stirnlampen, um den Weg durch die Höhle zu beleuchten. Die Eintrittspreise können variieren und starte bei umgerechnet rund 3 Euro. Extra bezahlt werden der Guide und die Fahrt auf dem Bambusfloß. Die Gebühren zahlt ihr bar am Eingang.
Auch wenn ihr die rund 700 Meter auf ausgebauten Wegen problemlos allein gehen könntet, empfinde ich das nicht als Abzocke, sondern als eine schöne Form nachhaltigen Tourismus, denn so haben mehr Einheimische im Dorf ein Einkommen. Im Gegenzug bleibt der Ort selbst in der Hauptsaison im März angenehm ruhig und kaum überlaufen.
Adrenalinkick und Unterwasserabenteuer im Jovellar Underground River
Mein erster Eindruck vom Jovellar Underground River ist überwältigend. Zunächst spazieren wir mit unserem Guide etwa zehn Minuten bis zur Höhle. Noch vor dem Eingang springe ich von einer Plattform rund zehn Meter hoch ins klare Wasser – ein Adrenalinkick gleich zu Beginn. Von hier aus ergeben sich die ersten großartigen Fotomotive: Das Wasser glitzert in der Sonne und schimmert in der Trockenzeit blau-grünlich, während die umliegenden Felsen dramatische Perspektiven bieten.
Danach bekomme ich eine Schwimmweste und folge den Bambus-Treppen hinunter zum Höhleneingang. Zusammen mit meiner Freundin setze ich mich auf eines der Bambusflöße – wir stehen kurz davor, in die unterirdische Welt einzutauchen.
Das Highlight: Fledermäuse, Tropfsteine und klares Wasser
Wir gleiten etwa zehn Minuten lang durch die dunkle Höhle des Jovellar Underground River und erkennen im Schein der Kopflampe unseres Guides nur schemenhaft die Umrisse der Felsen. Immer wieder tauchen Tropfsteine vor uns auf, und mittendrin fordert uns der Guide auf, nach oben zu schauen: Dort hängen zahlreiche Fledermäuse von der Höhlendecke. Auf der linken Seite stürzen kleine Wasserfälle in die Höhle und tauchen das Wasser in schimmernde Farben. Das Bambusfloß bewegt sich langsam vorwärts, während unser Guide sich mit den Armen an einem gespannten Seil flussaufwärts zieht und uns stetig näher ans Ende der Höhle bringt.
Dort steigen wir aus und folgen dem Flusslauf vorsichtig über glitschige Steine zu natürlichen Becken, die zum Schwimmen einladen. Nach einer erfrischenden Pause von etwa 30 Minuten schwimmen wir zurück zum Floß und lassen uns erneut durch die Höhle treiben. Das Gefühl, zwischen Lichtkegeln, Tropfsteinen und Fledermäusen hindurchzugleiten, macht diesen Abschnitt zum absoluten Highlight der Tour – ein unvergessliches Abenteuer. Anschließend bringt uns unser Guide zurück zum Parkplatz.
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Fazit
Ein Besuch des Jovellar Underground River lohnt sich in jedem Fall. Es ist der Mix aus Schwimmen, Höhle und Bambusfloß, der diesen Ort so besonders macht. Innerhalb einer Stunde bin ich von einer Brücke ins Wasser gesprungen, mit einem Bambusfloß durch eine Höhle gefahren und habe Fledermäuse an der Decke entdeckt. Zusammen mit den vielen Möglichkeiten zur Abkühlung im Wasser macht das den Ort erstaunlich vielfältig.
Wer noch mehr in der Region Albay erleben möchte, kann in Donsol Walhaie beim Schnorcheln beobachten oder die Umgebung rund um den Mayon-Vulkan erkunden. Besonders lohnenswert sind auch die Aussichtspunkte bei den Quitinday Hills, von denen aus man spektakuläre Panoramen über die hügelige Landschaft genießt. Diese Region der Philippinen ist wie der Jovellar Underground River überraschend abwechslungsreich.
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