Kesselfallklamm: Auf Holz durch die versteckte Schlucht

Ob ich schon jemals eine so steile Holztreppe hochgegangen bin? Zum Glück kann ich mich links und rechts am Geländer festhalten, während der 38 Meter hohe Wasserfall direkt neben mir in die Tiefe rauscht. Ein paar Sonnenstrahlen blitzen durch die dichten Bäume, lassen die Wassertropfen glitzern und tauchen die Klamm in ein fast mystisches Licht. Ich kann kaum glauben, dass die Kesselfallklamm bei Graz ein so unbekanntes Juwel ist. Schritt für Schritt wandere ich über Brücken und Leitern, dieses Naturabenteuer überrascht und begeistert zugleich.

Lohnt sich der Besuch der Kesselfall-Klamm?

Die Kesselfallklamm in Semriach bei Graz ist zwar klein, aber ziemlich spektakulär. Der Wanderweg führt über 50 Holzleitern und Brücken durch die enge Schlucht, über rauschende Bäche und direkt über den 38 Meter hohen Kesselfall-Wasserfall. Bei der kurzen Wanderung über rund 1.800 Sprossen können Besucher die versteckte Schlucht aus nächster Nähe erleben.

Die Runde ist familienfreundlich, steil, aber einfach und in etwa ein bis zwei Stunden machbar. Sie eignet sich somit perfekt als Zwischenstopp oder als Ergänzung zu anderen Ausflügen in der Umgebung. Für Naturliebhaber und Fotobegeisterte lohnt sich die Klamm definitiv.

Fototipp: Der beste Spot für Fotos befindet sich am kleinen Rastplatz direkt am Fuße des Wasserfalls. Von hier aus hat man den imposanten Kesselfall mit seinen Holztreppen und Brücken wunderbar im Blick. Wählt eine Langzeitbelichtung von etwa ein bis zwei Sekunden, um das Wasser besonders weich und fließend wirken zu lassen. Mit Stativ gelingt das natürlich am besten.

Anreise zur Kesselfall-Klamm nach Semriach

Startpunkt:Gasthaus Sandwirt
Fallhöhe:38 m
Leitern & Brücken:mehr als 50
Eintritt:kostenlos
Öffnungszeiten:März – November

Von Graz aus erreicht man Semriach in rund 40 Minuten mit dem Auto. Wer aus München oder Salzburg anreist, fährt am besten auf der A10 Westautobahn (Vignettenpflicht) bis zum Voralpenkreuz und weiter auf der A9 Pyhrn-Autobahn in die Steiermark. Nach Liezen gelangt man über Leoben und kann hier den kurzen Umweg über Bruck an der Mur statt durch den Gleinalmtunnel nehmen, um pro Strecke zusätzliche 11,50 € Maut zu sparen. Nach Frohnleiten und Peggau geht es über Landstraßen durch kleine Ortschaften in Richtung Semriach. Am Ortsrand folgt man der Beschilderung zum Parkplatz beim Gasthaus Sandwirt, dem Startpunkt der Klammwanderung.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist die versteckte Schlucht etwas schwieriger zu erreichen. Vom Grazer Hauptbahnhof aus fährt ein Regionalbus nach Semriach – die Fahrt dauert etwa 30 Minuten. Wer also bereits in der Landeshauptstadt ist, kann die Kesselfallklamm durchaus als Tagesausflug ohne Auto erkunden.

Spontan ins Naturabenteuer

Wir sind auf dem Weg nach Graz und haben die Klamm nur zufällig entdeckt. Da trifft es sich gut, dass feste Schuhe mit guter Sohle ausreichen, um auch spontan dieses kleine Naturabenteuer zu erleben. Wer mag, nimmt noch eine Trinkflasche und etwas Proviant mit, denn mehrere Plätze entlang des Weges laden zum Verweilen ein.

Der Steig ist zwar stellenweise richtig steil, aber gut gesichert und auch für Kinder spannend zu begehen. Wanderstöcke oder große Rucksäcke sind auf den Leitern und Brücken eher unpraktisch. Viel wichtiger ist es, sich Zeit zum Staunen zu nehmen und die Kamera griffbereit zu halten.

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Über die ersten Sprossen und Brücken in die Kesselfallklamm

Vom Parkplatz beim Gasthaus Sandwirt aus starten wir und gehen rechts über eine kleine Brücke. Auf einer großen Infotafel erfährt man gleich alles über die Route und die Klamm. Zunächst führt der Weg gemütlich über Wiesen am Bach entlang. Doch schon nach wenigen Minuten stehe ich auf der ersten Holzbrücke. Sie ist etwas rutschig, und unter mir rauscht ein Bach hindurch.

Ich bin überrascht, dass bei dieser aufwendigen Konstruktion kein Eintritt verlangt wird. Auch liegt hier kein Müll, Verbotsschilder sind offenbar nicht notwendig. Es ist richtig schön, dass Natur und Mensch hier noch im Einklang sind und die Kesselfallklamm trotzdem für Besucher zugänglich gemacht wird.

Auf der steilen Holzleiter über dem Wasserfall

Je tiefer wir in die Kesselfallklamm hineinwandern, desto lauter wird das Rauschen des Wassers. Wenig später, oder besser gesagt: ein paar Holzbrücken später, erreichen wir den imposanten, 38 Meter hohen Kesselfall. Hier befindet sich ein wunderschöner Rastplatz, doch ich verspüre eher Abenteuerlust. Direkt neben dem Wasserfall führt eine extrem steile Holzleiter nach oben. Während ich die schmalen Sprossen hinaufklettere, halte ich mich am Geländer fest.

Nach etwa zwanzig Höhenmetern quert eine weitere Brücke den Wasserfall, und ich spüre die feinen Tropfen des tosenden Wassers auf meiner Haut. Auf der anderen Seite geht es ähnlich steil über die nächste Leiter weiter. Ich habe zwar nicht nachgezählt, aber angeblich sollen in der Kesselfallklamm rund 1.800 Sprossen verbaut sein. Was für ein unerwartetes Naturerlebnis!

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Fazit

Oben am Wasserfall angekommen, wird das Wasser wieder deutlich ruhiger. Hier könnte man der Rundroute folgen, wir entscheiden uns jedoch, auf demselben Weg zurückzuwandern – einfach, um das spektakuläre Wasserfallerlebnis noch einmal aus nächster Nähe zu genießen. Die Kesselfallklamm ist ein kleines, verstecktes Naturjuwel im Grazer Umland und lohnt sich besonders als Zwischenstopp, etwa in Kombination mit der Lurgrotte in Semriach oder der größeren Bärenschützklamm. Die Wanderung durch die Klamm ist perfekt für Familien, Naturfreunde und alle, die ohne großen sportlichen Aufwand ein kleines Abenteuer erleben möchten. Einen Wasserfall zum Greifen nah und so viele Holzbrücken und Leitern findet man selten.

Lage

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