Tosende Wasserfälle, meterhohe Felswände und tiefe Gumpen – eine Wanderung durch Schluchten und Klammen ist ein einzigartiges Erlebnis. Das berauschende Abenteuer durch einen vom Fels gebildeten, schmalen Spalt kann auf Stegen, in schwindelerregender Höhe oder sogar auf einem Klettersteig erlebt werden. Doch welche Schluchten und Klammen sind besonders sehenswert? Wir zeigen euch einige der spektakulärsten Schluchten in den Alpen.

Die spektakulärsten Schluchten der Alpen im Überblick

Es gibt verschiedene Arten von Schluchten, die aufgrund von unterschiedlichen Gesteinsarten entstehen. Eine Klamm ist beispielsweise eine sehr enge, manchmal nur wenige Meter breite, Schlucht. Häufig ist dort der gesamte Talgrund vom reißenden Wasserlauf bedeckt. Viele der Schluchten in den Alpen können durchwandert werden. Manchmal führen richtige Wanderwege hindurch, häufig müssen Wanderer aber auch schmale Stege und Brücken nutzen. In der Auswahl der spektakulärsten Schluchten in den Alpen stehen zum einen kurze Wanderwege durch Schluchten und zum anderen herausfordernde Klettersteige entlang der imposanten und steilen Felswände.

#alpen

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1. Partnachklamm: Wildromantische Schlucht nahe der Zugspitze

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Ort:Garmisch-Partenkirchen (D)
Länge:700 m
Besonderheit:Eiszapfen im Winter

Die Partnachklamm in Garmisch-Partenkirchen zählt zu den spektakulärsten Schluchten der Alpen. Sie wurde bereits im Jahr 1912 für Touristen erschlossen und zum Naturdenkmal erklärt. Auf einer Länge von 700 m hat sich hier die Partnach rund 80 m tief ins Gestein geschnitten und bietet zu jeder Jahreszeit einen komplett anderen Anblick. Während die Gegend im Sommer häufig durch Nebelschwaden ein wenig mystisch anmutet, beeindrucken hier im Winter die meterhohen Eiszapfen, die zu riesigen Eiswänden zusammenwachsen. In der Nähe liegt übrigens auch die Höllentalklamm, die kaum weniger spektakulär ist.

#bayern

2. Breitachklamm: Die tiefste Felsenschlucht in Deutschland

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Ort:Oberstdorf (D)
Länge:2,2 km
Eintrittspreis:Erwachsene: 5 €
Kinder: 2 €

Die 2,2 km lange Breitachklamm führt von Oberstdorf im Allgäu bis ins benachbarte Kleinwalsertal in Österreich. Die Breitach hat sich hier ihren Weg 150 m tief in den Felsen gegraben. Bei einer Durchwanderung der Schlucht ist die immense Kraft des Wassers hautnah spürbar. Der Pfad ist ausgezeichnet begehbar und sorgt für absolute Begeisterung. Ein Pfarrer des Ortes Tiefenbach hatte damals im Jahr 1905 die Schlucht erstmals „bezwungen“ und die Initiative ergriffen, einen sicheren Weg anzulegen und sie für den Tourismus zu öffnen.

#allgäu

3. Wimbachklamm: Klein, aber oho im Nationalpark Berchtesgaden

@ Christina
Ort:Ramsau (D)
Länge:200 m
Öffnungszeiten:Ganzjährig

Die Wimbachklamm ist nur ca. 200 m lang und liegt bei Ramsau im Nationalpark Berchtesgaden. Ursprünglich waren die Pfade für Holzarbeiter angebracht worden, da bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts hier die gefällten Baumstämme schwimmend abtransportiert wurden. Heute kann sie über Brücken und Stege, die an den steilen Felswänden befestigt sind, begangen werden. Aufgrund der Kürze der Schlucht empfiehlt es sich, sie als Etappe z.B. mit der „großen Schwester“ der Almbachklamm zu erweitern.

#berchtesgaden

4. Pöllatschlucht: Wilder Aufstieg zum Schloss Neuschwanstein

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Ort:Schwangau (D)
Länge:900 m
Must-See:Marienbrücke

Der Weg durch die Pöllatschlucht ist wohl der spektakulärste Aufstieg zum bekannten Märchenschloss Neuschwanstein bei Füssen im Allgäu. Etwa einen Kilometer wandert ihr über schmale Pfade unmittelbar am Wasser entlang und steigt über gut abgesicherte Treppen die knapp 200 Höhenmeter in Richtung Schloss auf. Haltet auf jeden Fall die Kamera bereit. Denn noch bevor ihr die Schlucht verlasst, könnt ihr über den ca. 45 Meter hohen Pöllatfall staunen. Übrigens lohnt es sich anschließend nicht nur zum Schloss zu gehen, sondern es ist ratsam, auch über die Marienbrücke zu spazieren. Dort habt ihr neben der Aussicht auf Neuschwanstein nochmals einen tollen Tiefblick in die Spalten und Becken der Pöllatschlucht.

#allgäu

5. Sigmund-Thun-Klamm: Wunderschön angelegte Holzstege

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Ort:Kaprun (AT)
Länge:320 m
Event-Tipp:Klammlichter

Die Sigmund-Thun-Klamm in Kaprun erhielt ihren Namen von einem ehemaligen Salzburger Statthalter. Die Kapruner Ache schaffte es in Tausenden von Jahren, sich bis zu 32 m tief durch das Gestein zu graben. Die schönen Holzstege der 320 m langen, engen Schlucht, scheinen direkt über dem Wasser, dessen Kraft hier hautnah spürbar ist, zu schweben. Diese Klamm ist nur während des Sommers begehbar und wird einmal pro Woche am Abend auf magische Weise beleuchtet.

#zellamseekaprun

6. Tscheppaschlucht: Ein faszinierender Ort in Kärnten

@ Ralf Blechschmidt
Ort:Ferlach (AT)
Länge:ca. 2 km
Highlight:Tschauko-Wasserfall

Die Tscheppaschlucht befindet sich in Ferbach im österreichischen Bundesland Kärnten. Diese einzigartige Kulisse mit den bis zu 100 m hohen Felswänden, den herabstürzenden Wassermassen und der wunderbaren Pflanzenwelt zu entdecken, ist definitiv ein spektakuläres Erlebnis. Da der knapp zwei Kilometer lange Weg über zerklüftete Felsen, Leitern, Brücken und Steige führt, sollte man schon gut zu Fuß sein, um die Schlucht zu durchqueren. Absolute Höhepunkte sind der Tschauko-Wasserfall und die Teufelsbrücke. Seit einiger Zeit werden auch Canyoning-Touren durch die Tscheppaschlucht angeboten, bei denen zusätzlich zur körperlichen Herausforderung auch noch die Überwindung von Ängsten kommt.

#kärnten

7. Rappenlochschlucht: Geformt durch einen Felssturz

@ Photo Feats
Ort:Dornbirn (AT)
Länge:500 m
Eintrittspreis:kostenlos

Die Rappenlochschlucht liegt rund 5 km außerhalb des Ortes Dornbirn im österreichischen Bundesland Vorarlberg. Mit ihrer Länge von 500 m und der extremen Enge bietet sie eine äußerst beeindruckende Kulisse. Im Jahr 2011 kam es hier zu einem gigantischen Felssturz, bei dem sogar die Rappenhochbrücke mit in die Tiefe gerissen wurde. Viele der Wege durch die Schlucht wurden damals verschüttet. Zwei Jahre später wurden neue Brücken und Durchgänge errichtet, die eine gefahrlose Durchquerung wieder möglich machten. Wer heute durch die Rappenlochschlucht wandert, genießt einen tollen Blick auf den Ort des Felssturzes, der inzwischen zu einem Highlight in dieser Klamm wurde.

#vorarlberg

8. Soča-Tröge: Smaragdgrünes Wasser in Slowenien

Ort:Trenta (SI)
Länge:750 m
Must-Do:Kajakfahren

Smaragdgrün und türkisblau leuchtet das Wasser der Soča. An vielen Stellen sieht es beinahe unecht aus. So zum Beispiel, wenn ihr über die hölzerne Hängebrücke in der Nähe der Großen Soča-Tröge spaziert. Dann blickt ihr auf tief ausgespülte, prall gefüllte Gumpen. Der Fels ringsum ist hingegen Orange eingefärbt. und bildet damit einen tollen Kontrast. Vor allem nach längeren Regenperioden sind die abfallenden Wände mit zarten Wasserschleiern bedeckt. Es lohnt sich auch, den Wanderweg entlang des Flusses von der Quelle im Triglav-Nationalpark bis zum Kajak-Hotspot Bovec zu folgen.

#slowenien

9. Leutaschklamm: Beliebte Schlucht bei Familien

@ Nicole
Ort:Mittenwald (D)
Länge:1.650 m
Eintrittspreis:kostenlos

Im Grenzgebiet zwischen Bayern und Tirol hat die Leutascher Ache diese beeindruckende, 1.650 m lange Schlucht geformt. Sie wurde bereits im Jahr 1880 für Wanderer geöffnet und war damit die erste erschlossene Klamm in den deutschen Alpen. Der Name Geisterklamm, der in der Region gebräuchlich ist, zieht viele Familien mit Kindern an, die Spaß an dieser Tour finden. Unterwegs wurden 40 Infopunkte installiert, an denen ein „Geist“ Auskunft zu Geologie, Tieren, Pflanzen und Mythen der Region gibt. Am Ende der Klamm trifft man auf einen 23 m hohen Wasserfall.

#tirol

10. Starzlachklamm: Gute Bedingungen fürs Canyoning

@ Michael
Ort:Sonthofen (D)
Länge:ca. 1 km
Must-Do:Canyoning

Diese eindrucksvolle Schlucht wurde von der Starzlach geformt, die mit ihren vielen schäumenden Wasserstrudeln genau dem Klischee eines Gebirgsbaches entspricht. Der Name kommt nicht von ungefähr, denn er bedeutet soviel wie „Sturzbach“ und „über Felsen springende Ach“. Die Starzlachklamm liegt am Fuße des 1.738 m hohen Berges Grünten, auch als Wächter des Allgäus bekannt und ist ein ideales Revier fürs Canyoning. Wer es nicht selbst ausprobieren möchte, kann andere Abenteuerlustige beim Herabrutschen von Wasserfällen und ähnlichen Aktionen beobachten.

#allgäu

11. Taminaschlucht: Warmes Thermalwasser in der Klamm

@ Vit Kovalcik
Ort:Pfäfers (CH)
Länge:750 m
Besonderheit:Brunnen mit Heilwasser

Die Taminaschlucht liegt zwischen Valens und Bonadivis im Schweizer Kanton St. Gallen. Die wilde Tamina schaffte es hier, eine tiefe Felsspalte zu graben, die etwa 750 m lang und 70 m tief ist. Der mystische Weg ist teilweise komplett von Felsen überdacht und führt an einem Brunnen mit 36,5 Grad warmem Heilwasser vorbei. Am Ende trifft man auf eine Grotte mit Quellwasser. Die Taminaschlucht kann nur im Sommer besucht werden.

#schweiz

12. Seisenbergklamm: Beliebtes Ausflugsziel im Salzburger Land

@ jezekp
Ort:Weißbach bei Lofer (AT)
Länge:600 m
Eintrittspreis:Erwachsene: 6 €
Kinder: 4 €

Die 600 m lange Seisenbergklamm mit dem Weißbach liegt zwischen Bad Reichenhall und Saalfelden und wird auch Tor zum Naturpark Weißbach genannt. Sie kann im Rahmen einer rund einstündigen, spannenden Tour auf ausgebauten Stegen entdeckt werden. Der „Klammgeist“ versorgt große und kleine Besucher mit Wissenswertem rund um das Thema Schlucht, so dass auch der Nachwuchs garantiert seinen Spaß hat.

#salzburgerland

13. Brasa-Schlucht: Mit dem Auto an steilen Felswänden vorbei

Ort:Limone Sul Garda (IT)
Länge:200 m
Hinweis:Gegenverkehr möglich

Mit etlichen Kurven schlängelt sich die schmale Strada della Forra durch die Brasa-Schlucht am Gardasee hinauf. An einigen Stellen kann es bei Gegenverkehr sehr eng werden. Wenn ihr während der Auffahrt über die mächtigen Felswände staunen möchtet, die direkt neben der Fahrbahn aufragen, solltet ihr also besser nicht mit dem Fahren beschäftigt sein, sondern auf dem Beifahrersitz Platz nehmen. Oder ihr bewundert die Schlucht, die der Wildbach Brasa gegraben hat, zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Ganz oben kommt ihr übrigens im Dörfchen Pieve raus. Dort habt ihr die beste Aussicht von der sogenannten „Schauderterrasse“ und blickt rund 350 Meter zum Ufer des Gardasees hinab.

#italien

14. Galitzenklamm: Hier führt sogar ein Klettersteig durch

@ leopold
Ort:Lienz (AT)
Länge:320 m
Must-Do:Klettersteig

Die Galitzenklamm in der Stadt Lienz in Osttirol ist ein fantastisches Ausflugsziel für Familien und Adrenalinjunkies gleichermaßen. Am Fuße der Lienzer Dolomiten können gemütliche Spaziergänge über den Schaupfad gemacht werden. Für Kids gibt es anschließend einen schönen Wasserspielplatz zum Herumtoben. Aber auch Kletterer kommen hier auf ihre Kosten. Die Klettersteige in der Galitzenklamm sind für Anfänger und Fortgeschrittene ein traumhaftes Revier, denn er verläuft direkt neben dem Wasserschaupfad.

#osttirol

15. Viamala-Schlucht: Jahrtausende alte Strudeltöpfe

Ort:Thusis (CH)
Länge:5 km
Besonderheit:Spektakuläre Brücken

Die Viamala-Schlucht liegt im Kanton Graubünden in der Schweiz und wurde vom tosenden Hinterrhein ausgewaschen. Der Eingang erfolgt zunächst über 359 Stufen in die Tiefe. Die Enge zwischen den bis zu 300 m hohen, glattgeschliffenen Felswänden ist ebenso beeindruckend wie die wilden Strudellöcher, die zu sehen sind. Manche der Brücken entstanden bereits im 18. Jahrhundert und demonstrieren die ausgezeichnete Handwerkskunst ihrer Erbauer. Kinder erhalten am Besucherzentrum Schatzkarten, so dass sie bei der 8 km langen Wanderung noch zusätzlich kleine Rätsel lösen dürfen.

#graubünden

16. Groppensteinschlucht: Rauschende Wasserfälle

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Ort:Obervellach (AT)
Länge:2,5 km
Reisetipp:Alpe-Adria-Trail

Die Groppensteinschlucht befindet sich in Kärnten, genauer gesagt im unteren Mallnitztal. Wer sich auf die 2,5 km lange Route in den Hohen Tauern begibt, genießt unterwegs spektakuläre Stromschnellen und Wasserfälle, an denen das Wasser aus bis zu 30 m Höhe hinabstürzt. Die Schlucht ist nur im Sommer geöffnet, gehört zur mittleren Schwierigkeitskategorie und ist auch für naturbegeisterte Familien ein attraktives Ziel. Die Groppensteinschlucht ist übrigens auch Teil des Alpe-Adria-Trails von Heiligenblut am Großglockner bis zur Adria in Italien.

#kärnten

Weitere Wandertipps durch Schluchten

Schon gewusst? Natürlich besitzt jede Schlucht ihre ganz eigene Schönheit und stellt unterschiedliche Anforderungen an die Besucher. Allgemein gültig ist allerdings, dass man sich nur mit trittsicherem Schuhwerk und einer gewissen körperlichen Fitness auf den Weg machen sollte. Am besten ist, man plant die Tour gut und informiert sich vorher über die örtlichen Gegebenheiten. Bei starken Regenfällen und im Winter werden manche Schluchten aus Sicherheitsgründen geschlossen.

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