Königshainer Berge: Leichte Wanderung zu den Steinbrüchen

Natur trifft auf Industriehistorie: In den Königshainer Bergen im Osten von Sachsen, gleich in der Nähe der sehenswerten Grenzstadt Görlitz, erlebt ihr bei einer einfachen Wanderung eine grandiose Landschaft. Die Kombination aus Überresten der langen Bergbautradition der Region und der Natur machen diese Wanderung wirklich einzigartig. Ich nehme euch mit auf eine spektakuläre, aber einfache Tour in den Königshainer Bergen.

Lohnt sich die Wanderung in den Königshainer Bergen?

Über rund 150 Jahre waren die Königshainer Berge eine der bedeutendsten Granitabbauregionen in Mitteleuropa. Das begehrte blau oder gelb gefärbte Gestein wurde hier durch Sprengungen und Handarbeit aus dem Gestein gebrochen.

Heute zeugen riesige Steinbrüche, die nahezu alle mit Wasser gefüllt sind, vom Abbau des Lausitzer Granits. In einem Granitabbaumuseum könnt ihr euch ausführlich über diesen Teil der Geschichte informieren. Und auf einer Wanderung über den Rundweg entdeckt ihr am Wegesrand zahlreiche „Zeitzeugen“.

Die Rundtour ist mit rund 4 Kilometern eher leicht und auch für Familien geeignet. Je nach Lust und Kondition kann die eher kurze Rundwanderung aber noch erweitert werden. Oder ihr baut das sehenswerte Granitabbaumuseum in den Ausflug ein.

Fototipp: Besonders an windstillen Tagen spiegeln sich die Felswände im Wasser der Steinbrüche und bilden tolle Reflexionen. Versucht diese direkt vom Ufer der Steinbrüche aus einzufangen.

Anreise nach Königshain

Anreise:ÖPNV, Auto
Strecke:ca. 4 km
Gehzeit:ca. 1:20 h
Besonderheit:ehemalige Steinbrüche
Einkehrtipp:Hochsteinbaude

Königshain liegt nur wenige Autominuten von Görlitz oder der naheliegenden A4 entfernt. Mit dem Zug führt euer Weg zunächst über die sächsische Landeshauptstadt Dresden oder das brandenburgische Cottbus bis nach Görlitz. Vom Görlitzer Busbahnhof aus startet ihr mit der Buslinie 65 und steigt nach knapp 30 Minuten Fahrt an der Haltestelle Königshain Oberdorf aus.

Von hier aus erreicht ihr nach etwa 10 Minuten Fußweg durch das Dorf einen Wanderparkplatz mit einer großen Infotafel, die euch verschiedene Routen durch die Königshainer Berge aufzeigt.

Erster Halt am sehenswerten Granitabbaumuseums

Schon nach kurzer Zeit werdet ihr am Wanderweg Zeugen einer längst vergangenen Zeit entdecken. Alte Mauern, die vom ehemaligen Granitabbau zeugen. Nach ein paar Minuten steht ihr dann auch schon vor den Toren des Granitabbaumuseums.

Hier könnt ihr euch in einer wirklich sehenswerten Ausstellung über den Abbau des Gesteins informieren, der hier vor rund 150 Jahren begonnen hat und bis ins späte 20. Jahrhundert andauerte. Für die Führung solltet ihr etwa 60 Minuten einplanen.

Weiter geht es ein Stück den Berg hinauf. Ihr lauft vorbei an den Überresten großer Seilwinden, Gleisanlagen, Waggons und kleinen Loks, mit denen die Steine talabwärts befördert wurden. Von hier dauert es nicht mehr lange bis zu meinem absoluten Highlight der Tour: dem grandiosen Firstensteinbruch.

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Firstensteinbruch in den Königshainer Bergen

Spektakuläre Granitfelsen am Firstensteinbruch

Zunächst blickt ihr aus geschätzt 20 Metern Höhe hinab auf den großen Steinbruch. Im unteren Teil hat sich ein großer See gebildet. Auf der gegenüberliegenden Seite schießen riesige Granitfelsen steil in den Himmel. Einige Kletterer nutzen die teils sehr anspruchsvollen Routen fast das ganze Jahr über.

Der erste Aussichtspunkt direkt am Wegesrand ist mit Stahlseilen gesichert. Auf der linken Seite erkennt ihr eine Art Steg, der den Firstensteinbruch vom (unspektakulär benannten) „Bruch 1“ abtrennt. Ihr könnt über diesen Steg auf die andere Seite laufen – und über Geröll und Felsen auf die Granitwände auf der gegenüberliegenden Seite kraxeln.

Trittsicherheit ist hier sehr wichtig! Hier oben findet ihr einen zweiten, grandiosen Aussichtspunkt über die Steinbrüche und die Königshainer Berge bis hin zum Riesen- und Isergebirge auf polnischer und tschechischer Seite. Die Granitmassive schießen hier über etliche Meter zum Firstensteinbruch auf der einen und zum Thandenbruch, dessen Ufer ihr von hier oben mit etwas Kraxelei auch erreichen könnt, auf der anderen Seite hinab.

Auf dem Weg zum Gipfel in die Hochsteinbaude

Entweder steigt ihr nun wieder über die Felsen hinunter zum Firstensteinbruch – oder ihr folgt dem Rundweg oberhalb durch die malerischen Mischwälder entlang weiterer Steinbrüche, wie dem Steinbruch Paradies. Über beide Wege erreicht ihr – je nach Route – nach etwa 15 bis 30 Minuten die Fahrstraße hinauf zum Hochstein.

Diese markiert dann die letzten Meter hinauf zum Gipfel, den ihr nach weiteren 20 Minuten erreicht. Hier kehrt ihr dann auf ein kühles Getränk oder ein leckeres Essen in der urigen Hochsteinbaude ein.

Im Herbst findet ihr im Gastraum mit etwas Glück sogar einen Platz direkt am riesigen Kachelofen. Im Sommer sitzt ihr draußen auf der großzügigen Terrasse neben der beeindruckenden Felsformation des Hochsteins, die ihr auch besteigen könnt. Am Wochenende solltet ihr unbedingt vorab einen Tisch reservieren!

Wenn ihr wollt, dann besteigt ihr noch den 22 Meter hohen Aussichtsturm, von dem ihr ein tolles 360-Grad-Panorama über die gesamte Region habt. Zu eurem Ausgangspunkt geht es dann komplett über die Fahrstraße hinab.

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Fazit

Die Königshainer Berge sind sicher noch ein kleiner Geheimtipp bei Naturliebhabern und auch deshalb definitiv sehr sehenswert. Auf verschiedenen Rundwegen könnt ihr die Region mit ihrer Bergbauhistorie umfangreich erkunden. Wanderwege erstrecken sich über etliche Kilometer in und um Königshain. Auch mit dem Mountainbike oder zum Klettern seid ihr hier absolut richtig.

Wenn ihr einen mehrtägigen Kurzurlaub in Sachsen plant, dann empfehle ich euch unbedingt einen Abstecher ins Zittauer Gebirge, in historische und wirklich sehenswerte Görlitz oder in die etwa 70 Kilometer entfernte Sächsische Schweiz. Oder ihr lauft einfach ein Stück entlang des Jakobsweges, denn dieser verläuft direkt über den Hochstein. Die entsprechenden Markierungen, mit der markanten, gelben Jakobsmuschel, werdet ihr an einigen Stellen auf eurem Weg entdecken.

Lage

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