Lake Mývatn: Roadtrip zu Pseudokratern und Vulkanen

Blauer Himmel, einzelne Wolken und dazwischen eine Landschaft, die kaum isländischer sein könnte: Am Südufer des Mývatn wechseln sich grüne Pseudokrater, schwarze Vulkanasche und stilles Seewasser innerhalb weniger Kilometer ab. Ich starte meinen halbtägigen Roadtrip um das Gewässer bei den Pseudokratern von Skútustaðagígar, um danach noch auf den dunklen Hverfjall steigen. Zum Abschluss wartet mit Grjótagjá sogar noch eine kleine Lavahöhle. Doch welcher dieser Stopps zeigt die vulkanische Vielfalt rund um den Mývatn am eindrucksvollsten?

Lohnt sich der Besuch am Lake Mývatn auf Island?

Der Mývatn liegt im vulkanisch aktiven Norden Islands und gehört mit rund 37 km² zu den größten Seen des Landes. Trotz seiner Größe ist er durchschnittlich nur etwa 2,5 Meter tief und wird von rund 50 kleinen Inseln und Schären durchzogen. Mein kurzer Roadtrip beginnt bei den Skútustaðagígar am Südufer. Diese Pseudokrater entstanden durch Dampfexplosionen, als heiße Lava über feuchte Böden floss. Das Schutzgebiet umfasst rund 70 Hektar.

Wenige Kilometer weiter erhebt sich der Hverfjall. Der rund einen Kilometer breite und 140 Meter tiefe Explosionskrater entstand vor knapp 3.000 Jahren bei einer vulkanischen Eruption. Zum Abschluss wartet mit Grjótagjá eine kleine Lavahöhle, in der geothermisch erwärmtes Wasser intensiv blau zwischen dem schwarzen Gestein schimmert.

Fototipp: Am Hverfjall lohnt sich das erste Foto direkt nach dem Aufstieg auf den schwarzen Kraterrand, wenn sich der gewaltige Kessel mit rund einem Kilometer Durchmesser vor einem öffnet. Bei klarem Wetter lohnt es sich zusätzlich, etwa eine halbe Runde über den Kraterrand zu laufen. Von dort hast du den besten Blick zurück auf den Mývatn und kannst den See zusammen mit der umliegenden Vulkanlandschaft ins Bild nehmen. Ich selbst hatte eine Drohne dabei.

Anreise zum Lake Mývatn

Lage:Im Nordosten Islands
Anreise:1 Stunde ab Akureyri
Must-Do:Aufstieg zum Vulkankrater Hverfjall
Must-See:Grjótagjá
Seetiefe:maximal 4 Meter

Der nächstgelegene Ausgangspunkt ist der Flughafen von Akureyri (AEY). Von dort sind es mit dem Mietwagen rund 73 Kilometer bis Skútustaðagígar, wofür ich etwa eine Stunde einplane. Im Sommer verbindet die Buslinie 56 den Flughafen ebenfalls mit Skútustaðir. Für diesen Roadtrip ist der Mietwagen trotzdem klar die beste Wahl, weil ich Dauer und Reihenfolge der Stopps selbst bestimmen kann. Die Strecke ist durchgehend asphaltiert und ein Kleinwagen ist zumindest im Sommer ausreichend.

Viele internationale Besucher landen allerdings am Flughafen Keflavík (KEF). Von dort sind es rund 500 Kilometer bis zum Mývatn und etwa sechseinhalb Stunden reine Fahrzeit. Wer Island auf der Ringstraße umrundet, kann die drei Highlights am Südufer des Mývatn perfekt einbauen. Die Parkplätze an den Pseudokratern und der Grjótagjá sind kostenlos, lediglich am Hverfjall fällt aktuell eine Parkgebühr an. Auf der offiziellen Parka-Webseite kannst du die Parkgebühr übrigens direkt online mit Kennzeichen und Kreditkarte bezahlen.

Vorbereitung für den kurzen Roadtrip am Mývatn

Für die natürlichen Sehenswürdigkeiten rund um den Mývatn musst du dich weder vorher noch vor Ort um Tickets kümmern. Im Juli achte ich vor allem auf feste Schuhe für die unbefestigten Wanderwege und eine Regenjacke. In Island bestimmt das Wetter den Tagesverlauf, und das zu jeder Jahreszeit. Deshalb solltest du vorher unbedingt einen Blick auf die Vorhersage werfen und besonders Niederschlagsmenge und Windstärke im Auge behalten.

Im Winter kann es außerdem zu Straßensperrungen und wetterbedingten Verzögerungen kommen. Da für die Stopps bei den Pseudokratern und am Hverfjall jeweils maximal etwa 90 Minuten benötigt werden, kann das schwere Gepäck problemlos im Auto bleiben.

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Inmitten grüner Pseudokrater am Mývatn

Mein Roadtrip beginnt auf dem Parkplatz von Skútustaðagígar. Schon beim Aussteigen sehe ich die ersten runden Hügel direkt vor mir, dahinter liegt das ruhige Wasser des Mývatn. Ich nehme lediglich eine kleine Wasserflasche für die erste kurze Wanderung mit. Bei blauem Himmel und nur wenigen Wolken wirken die grasbewachsenen Krater fast zu perfekt geformt.

Ich folge zunächst dem markierten Weg zwischen den Hügeln hindurch. Nach wenigen Minuten steigt der Pfad leicht an und gibt immer mehr vom See frei. Von oben erkenne ich erst, wie viele kleine Krater dicht nebeneinander liegen und wie stark sich im Sommer ihre grünen Hänge vom dunklen vulkanischen Boden abheben.

Von Skútustaðagígar auf den schwarzen Hverfjall

Ich entscheide mich für den 3,5 Kilometer langen Tjarnarhringur, der einmal um den Teich mit dem Namen Stakhólstjörn führt und ungefähr eine Stunde dauert. Immer wieder steige ich auf Kraterränder und blicke über den Mývatn und das Feld aus Pseudokratern. Von den höheren Punkten erkenne ich ihre runden Formen besonders gut und sehe, dass andere Touristen und Einheimische auf den markierten Wegen unterwegs sind.

Danach fahre ich weiter zum Hverfjall. Vom Parkplatz führt ein rund 600 Meter langer Weg über schwarzen Tuff auf den Kraterrand. Der lose Untergrund macht den kurzen Aufstieg anstrengender als erwartet. Nach etwa 20 Minuten stehe ich oben und blicke in den fast kreisrunden Kessel. Die 3,2 Kilometer lange Umrundung lasse ich bewusst aus, denn schon vom Grat reicht der Blick weit über den Mývatn und die Vulkanlandschaft.

Zum Abschluss halte ich an der Grjótagjá. In der kleinen Lavahöhle leuchtet blaues Thermalwasser unter schwarzem Gestein und bildet einen starken Kontrast zur umliegenden Vulkanlandschaft. Wenige Minuten reichen für einen Blick in die Höhle und ein schönes Abschiedsfoto.

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Fazit

Der halbtägige Roadtrip rund um den südlichen und östlichen Mývatn zeigt auf wenigen Kilometern drei völlig unterschiedliche Seiten der isländischen Vulkanlandschaft. Die grünen Skútustaðagígar sind für mich der abwechslungsreichste Stopp, während der schwarze Hverfjall mit seinem riesigen Krater den stärksten Kontrast liefert. Dass beide Wanderungen kurz und unkompliziert bleiben, macht die Route auch ohne ganzen Wandertag attraktiv und lässt trotzdem genügend Zeit für spontane Fotostopps am See.

Wer anschließend weiterfahren möchte, sollte Hverir mit seinen dampfenden Schlammtöpfen und Fumarolen besuchen. Ebenfalls lohnenswert sind die Lavaformationen von Dimmuborgir oder der Goðafoss auf dem Weg zurück Richtung Akureyri. Für einen kompletten Tag lassen sich diese Ziele problemlos mit dem Roadtrip verbinden.

Lage

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