Montagne de Bueren: Lüttichs berühmte Treppe mit 374 Stufen

Mitten in der Altstadt zieht sich die gerade, steinerne Treppe den Hang hinauf. Eine Sehenswürdigkeit mit 374 Stufen, die nicht nur die Waden fordern, sondern auch einen ganz besonderen Blick auf Lüttich eröffnen. Die Treppe an der Montagne de Bueren ist längst mehr als nur ein Aufstiegshilfsmittel: Sie gilt als eines der markantesten Wahrzeichen der Stadt. Wer den Weg nach oben wagt, wird mit einem weiten Blick über Dächer und Straßen belohnt – vielleicht lohnt sich der Aufstieg aber besonders im Herbst.

Lohnt sich der Besuch der Montagne de Bueren-Treppe in Lüttich?

Die Montagne de Bueren gehört inzwischen zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Lüttichs – 374 Stufen, die sich geradewegs den Hang hinaufschlängeln, mitten durch charmante Altstadtgassen. Die rund 67 Meter hohe Treppe verbindet die historische Altstadt mit der Zitadelle von Lüttich (Citadelle de Liège) und bietet von oben einen weiten Blick über die Stadt.

Obendrein gilt sie als zweitlängste Treppe Belgiens (die Treppe zur Zitadelle von Dinant ist noch ein wenig länger). Ursprünglich wurde sie Ende des 19. Jahrhunderts zu Ehren gefallener Soldaten gebaut – als direkter Weg hinauf zur Festung. Heute ist sie nicht nur ein beliebtes Fotomotiv, sondern auch Trainingsstrecke: Viele Einheimische joggen die Stufen täglich rauf und runter. Besonders eindrucksvoll zeigt sie sich im Herbst, wenn sie bei der Veranstaltung La Nocturne des Coteaux im Schein tausender Kerzen erstrahlt.

Fototipp: Für den besten Effekt fotografiert man die Treppe am besten von oben – mittig über das Geländer hinweg. So entsteht eine starke Tiefenwirkung, und die Stufen führen den Blick direkt ins Herz der Stadt.

Anreise zur Montagne de Bueren in Lüttich

Anreise:zu Fuß / Fahrrad
Gesamtlänge:260 m
Höhenunterschied:67 m
Stufen:374
Event-Tipp:La Nocturne des Coteaux

Die Montagne de Bueren liegt zentral in Lüttich, nur wenige Gehminuten von der Altstadt entfernt, und ist gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden. Wer mit dem Zug anreist, erreicht die Treppe vom Bahnhof Liège-Saint-Lambert aus in etwa zehn Minuten zu Fuß.

Auch mehrere Buslinien halten in der Nähe, zum Beispiel an der Station Place Saint-Lambert – von dort sind es nur ein paar Schritte bis zum unteren Einstieg der Treppe. Mit dem Auto empfiehlt sich das Parken in einem der Parkhäuser rund um die Altstadt, zum Beispiel im Parking Saint-Denis oder im Parking Cité.

Zwischen Altstadt, Ausblick und Muskelkater

Ich starte meinen Besuch am Bahnhof Liège-Saint-Lambert, mitten in der Altstadt, im Trubel eines Samstagnachmittags. Nach wenigen Minuten zu Fuß durch eine kleine Gasse taucht plötzlich das untere Ende der Treppe auf. Auf den ersten Blick wirken die vielen Stufen ziemlich einschüchternd. Ich verliere keine Zeit und starte – schnurstracks hinauf. Links und rechts säumen alte Steinmauern und wunderschöne Häuschen den Hang. Immer wieder halte ich an, um die Szenerie mit der Kamera einzufangen – natürlich eine willkommene Pause, denn mein Herz pumpt schon ordentlich. Umso mehr beeindrucken mich die vielen Läufer, die an mir vorbeiziehen und dabei sogar noch Extra-Gewichte tragen.

Als ich mich nach etwa 200 Metern am Geländer hochschleppe, fallen mir zum ersten Mal die dezenten Botschaften auf den Stufen ins Auge: „Merci de visiter dans le calme“ (dt. „Danke für den Besuch in Ruhe“) oder „Respectez les riverains“ (dt. „Respektieren Sie die Anwohner“). Ein freundlicher Hinweis darauf, dass in den hübschen Häusern ringsum die Sehenswürdigkeit auch Menschen wohnen.

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Belohnung mit Weitblick über Lüttich

Viele nehmen die Treppe als sportliche Challenge in ihren Trainingsplan mit auf. Bekannt wurde diese Herausforderung im Juli 2020: Der Belgier Louis-Philippe Loncke stieg insgesamt 135 Mal die Treppe hoch und wieder hinunter – was in etwa dem Aufstieg zum Mount Everest entspricht. Drei Tage benötigte er dafür und zeigte so während der COVID-19-Pandemie, dass man auch in der Heimat außergewöhnliche körperliche Herausforderungen finden kann.

Und genau davon werde ich gerade Zeugin. Mit jedem Schritt wird der Blick auf Lüttich freier: erst Dächer, dann Kirchtürme, schließlich die weite Sicht bis hinunter zum Fluss. Oben angekommen wartet einer der schönsten Ausblicke über Lüttich. Ich genieße den Moment – ohne großes Spektakel, ohne Inszenierung, einfach den weiten Blick über die Stadt.

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Fazit

Der Aufstieg zur Montagne de Bueren ist absolut lohnenswert und für alle, die einigermaßen fit sind, gut zu bewältigen. Fans von historischen Städten und charmanten Altstadtgassen kommen hier voll auf ihre Kosten – und der weite Blick über Lüttich, der einen oben erwartet, ist die perfekte Belohnung für die Anstrengung. Allerdings kann es gerade am Wochenende oder bei gutem Wetter auf der steilen Sehenswürdigkeit recht voll werden: Tagesausflügler, Familien, Sportler und Locals teilen sich die Stufen. Wer es etwas ruhiger mag, kommt besser unter der Woche oder früh am Vormittag.

Wer danach noch Zeit hat, sollte den Tag mit einem Spaziergang zum Parc de la Boverie abrunden. Direkt am Wasser gelegen, bietet der Park nicht nur Erholung im Grünen, sondern auch kulturelle Highlights im sehenswerten Museum La Boverie.

Lage

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