Nordlichter in Tromsø: Magisches Erlebnis in Norwegen

Tromsø, im hohen Norden Norwegens, ist nicht nur als das „Tor zur Arktis“ bekannt, sondern auch einer der besten Orte weltweit, um die atemberaubenden Polarlichter zu bestaunen. Die tanzenden Lichter hoch über der ikonischen Eismeerkathedrale machen die ganze Szene fast surreal – ein unvergessliches Naturschauspiel in den Wintermonaten. Doch worauf kommt es an bei der Jagd nach diesem außergewöhnlichen Naturphänomen in Tromsø?

Lohnt sich ein Besuch in Tromsø während der Nordlichter?

Tromsø liegt weit nördlich des Polarkreises, was es zum idealen Ausgangspunkt für die Jagd nach den Polarlichtern, auch Aurora Borealis genannt, macht. Das Stadtzentrum bietet zahlreiche Möglichkeiten, dieses Naturphänomen zu erleben – sei es von den verschneiten Straßen aus oder bei geführten Touren.

Polarlichter entstehen, wenn geladene Teilchen der Sonne vom Erdmagnetfeld zu den Polen gelenkt werden und dort mit den Gasen der Atmosphäre kollidieren. In Tromsø, das sich direkt unterhalb des sogenannten Aurora-Ovals befindet, ist die Wahrscheinlichkeit, sie zu sehen, besonders hoch, da hier die geladenen Teilchen am häufigsten in die Atmosphäre eintreten.

Fototipp: Für beeindruckende Polarlichtfotos in Tromsø ist die Nordmeerkathedrale ein fantastischer Ort. Nutze ein Weitwinkelobjektiv und ein stabiles Stativ. Kameraeinstellungen: Blende ab 2.8, ISO zwischen 800 und 3200, Belichtungszeit mindestens 5 Sekunden. Fokussiere manuell auf unendlich für scharfe Bilder der tanzenden Lichter.

Anreise nach Tromsø

Lage:Tromsø, Nord-Norwegen
Bester Fotopunkt:Eismeerkathedrale
Anreise:15 Minuten vom Airport
Objektiv:lichtempfindlich (z.B. Blende 2.8)
Beste Reisezeit:September bis April (dunkle Monate)

Deine Reise beginnt am Flughafen Tromsø (TOS), der nur etwa 6 Kilometer nordwestlich des Stadtzentrums liegt. Vom Airport erreichst du die Eismeerkathedrale bequem in rund 15 Minuten. Dafür stehen dir verschiedene Optionen zur Verfügung: Der Airport Express Bus (Flybussen) fährt regelmäßig und ist eine praktische Wahl. Alternativ kannst du ein Taxi nutzen – das ist zwar teurer, bietet aber eine direkte Anbindung. In Tromsø benötigst du für die Beobachtung der Polarlichter kein Auto. Das Zentrum ist kompakt, und die Eismeerkathedrale ist gut zu Fuß zu erreichen.

Ich habe ebenfalls gute Beobachtungen der Polarlichter in Nordspissen gemacht, ungefähr 10 Kilometer nördlich von Tromsø. Wenn du diesen Ort, der weniger von Lichtverschmutzung betroffen ist, ebenfalls besuchen möchtest, lohnt sich ein Mietwagen.

Vorbereitung und Ausrüstung für deine Polarlichtbeobachtung

Für die Polarlichtbeobachtung in Tromsø sind die richtige Bekleidung und Kamera entscheidend. Pack unbedingt warme Winterkleidung in mehreren Schichten ein: Thermounterwäsche, Fleece, dicke Jacke, Schneehose, Mütze, Handschuhe und isolierte Stiefel. Die Temperaturen können im Winter leicht unter den Gefrierpunkt fallen und sich durch den Wind noch kälter anfühlen.

Dein Kamera-Equipment sollte ein lichtstarkes Objektiv (z. B. f/2.8) und ein stabiles Stativ umfassen – ein Gimbal ist nicht nötig. Für Vorhersagen und Echtzeit-Warnungen ist die Aurora-App unverzichtbar. Sie hilft dir, die besten Sichtungen nicht zu verpassen und kann sogar einen Wecker stellen, falls die Lichter mitten in der Nacht erscheinen. Eine „beste Uhrzeit“ gibt es nicht – die Lichter können jederzeit auftauchen, sobald die Sonne am Horizont verschwunden ist.

KP-Index-Skala immer Blick

Ich stehe draußen in der Kälte, während mein Blick abwechselnd auf den Himmel und mein Handy wandert. Auf dem Handy checke ich die KP-Index-Skala. Dieser Wert verrät mir, wie stark die Lichter sein können und wie sie sich wahrscheinlich über die nächsten Stunden entwickeln werden. Er wird von der Stärke der Sonnenenergie beeinflusst.

Gleichzeitig halte ich vor dem Sonnenuntergang Ausschau nach dem perfekten Spot. Ein Geheimtipp ist die Eismeerkathedrale, denn dort, abseits der grellen Stadtlichter, ist die Lichtverschmutzung minimal. Ist der Himmel dazu wolkenfrei, entfaltet sich das wahre Spektakel: Die Aurora beginnt, hoch über Tromsø zu tanzen.

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Polarlichter in grün schimmern über der Eismeerkathedrale in Tromsø, Norwegen, während schneebedeckte Landschaften und eine Brücke im Vordergrund sichtbar sind.
Nordlichter hinter der Eismeerkathedrale ©Blickfang

Aurora hoch über der Stadt Tromsø

Zuerst erkenne ich nur einen schwachen, fast weißlichen Schleier, der sich kaum von einem Wolkenband unterscheidet. Doch plötzlich nimmt er die typisch leuchtend grüne Farbe an, die ich von Fotos kannte. Der erste Anblick der Aurora ist ein einzigartiger Moment, der mir immer in Erinnerung bleiben wird. Je nach Stärke der Sonnenaktivität und der Partikel in der Atmosphäre zeigen sich manchmal auch Farbtöne wie Rosa, Violett oder sogar tiefes Rot. Sie flimmert, pulsiert und malt die unglaublichsten Muster an den Nachthimmel.

Sei dir dennoch bewusst, dass die Farben in Wirklichkeit nie so intensiv erscheinen wie auf vielen Fotos, die du vielleicht gesehen hast. Häufig werden die Farbtöne in der Bildbearbeitung intensiviert. Trotzdem ist das Erlebnis unvergesslich, und du solltest jede Sekunde in vollen Zügen genießen. Ich fühle mich so klein unter dem weiten Himmel – und bei dem Gedanken, dass die Lichter in einer Höhe von 80 Kilometern und mehr entstehen. Die Natur erscheint so groß, der Mensch so klein.

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Fazit

Die Polarlichter über der Eismeerkathedrale zu sehen, ist mehr als nur ein Fotomotiv – es ist ein tief bewegendes Naturerlebnis. Das erste Erscheinen in hellem Grün und die tanzenden Muster am Nachthimmel erzeugen ein Gefühl von Ehrfurcht. Auch wenn die Farben nicht so kräftig wirken wie auf Bildern, bleibt der Moment unvergesslich. Wer ihn erlebt, versteht, warum Menschen dafür weite Reisen unternehmen. Plane mehrere Tage ein, damit du die Wahrscheinlichkeit auf eine Sichtung erhöhst.

Tromsø hat mich mit seiner Mischung aus arktischer Wildnis und lebendiger Stadtkultur vollkommen in seinen Bann gezogen. Die Fjellheisen-Seilbahn bringt dich komfortabel zum Aussichtspunkt Storsteinen, mit hervorragender Sicht auf das Panorama der Stadt. Für weitere Abenteuer in Nordnorwegen empfehle ich dir eine Wanderung zum Djevelporten auf den Lofoten – ein riesiger Felsblock, der dramatisch zwischen zwei Felswänden klemmt und sich perfekt für spektakuläre Fotos eignet.

Lage

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