Oslo Opernhaus: Architektonisches Meisterwerk

Mitten im Fjord von Oslo erhebt sich ein Bauwerk, das wirkt, als sei es direkt dem Wasser entsprungen. Wie ein Eisberg thront das Opernhaus inmitten der norwegischen Hauptstadt und verschmilzt scheinbar mühelos mit seiner Umgebung – und sticht dabei doch mit jedem Detail aus ihr hervor. Seine geneigten Flächen laden ein, betreten zu werden, als wären sie eine offene Bühne für alle, die den Moment suchen. Wer einmal auf dem Dach dieses architektonischen Meisterwerks stand, sieht die Stadt mit anderen Augen – und genau dorthin nehme ich euch jetzt mit.

Lohnt sich ein Besuch am Opernhaus in Oslo?

Das Opernhaus in Oslo trägt den offiziellen Namen „Den Norske Opera & Ballett“ und zählt zu den bedeutendsten Kulturgebäuden Norwegens. Errichtet wurde das Bauwerk von 2003 bis 2008 und im April 2008 schließlich feierlich eröffnet. Der Entwurf stammt aus dem renommierten norwegischen Architekturbüro Snøhetta, das damit weltweit große Aufmerksamkeit erlangte. Das Gebäude liegt direkt am Oslofjord im Stadtteil Bjørvika. Mit einer Gesamtfläche von rund 38.500 Quadratmetern und über 1.100 Innenräumen ist es das größte Opernhaus Skandinaviens. Der große Saal bietet Platz für 1.358 Zuschauer, dazu kommen kleinere Bühnen und Proberäume.

Die Fassade aus hellem Marmor und Granit wird durch großflächige Glasfronten ergänzt, die das Licht reflektieren. Sie verleihen dem Bauwerk seinen „Eisberg-Effekt“. Besonders ikonisch ist das begehbare Dach, das sich wie eine schiefe Ebene vom Wasser aus nach oben zieht. Diese offene Form war zentral für den Entwurf: Das Opernhaus soll sich klar von anderen Bauwerken dieser Art unterscheiden und ein öffentlicher Raum sein, den alle Menschen frei betreten und erleben können.
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#oslo

Fototipp: Die volle Wirkung des Opernhauses wird von der gegenüberliegenden Seite der Bucht sichtbar. Hier könnt ihr die Linien und Formen des Gebäudes ideal einfangen und habt die gesamte Kulisse von Bjørvika vor euch. Das Wasser des Fjords bildet den Vordergrund der Aufnahme. Besonders eindrucksvoll wird die Aufnahme zum Sonnenuntergang oder in der leichten Dunkelheit, wenn sich die Lichter der Oper im Wasser spiegeln.

Anreise zum Opernhaus

Lage:Bjørvika-Bucht
Eröffnung:2008
Größe:48.500 m²
Architekten:Architekturbüro Snøhetta
Beste Besuchszeit:zum Sonnenuntergang

Das Opernhaus befindet sich nur wenige Minuten von Oslo S (Oslo Sentralstasjon), dem Hauptbahnhof der Stadt, entfernt. Von dort sind es etwa fünf Minuten Fußweg zum Gebäude. Somit könnt ihr nahezu mit allen Zügen, Straßenbahnen, Bussen und U-Bahn-Linien anreisen, die am Hauptbahnhof halten. Wer vom Flughafen Oslo-Gardermoen kommt, muss mit 20 bis 25 Minuten Fahrzeit rechnen.

Direkte Parkplätze am Opernhaus gibt es keine. Es gibt einige Parkhäuser rund um den Hauptbahnhof und das Opernhaus, hier müsst ihr aber mit entsprechend hohen Preisen rechnen. Mit dem Oslo Pass könnt ihr hingegen die öffentlichen Verkehrsmittel in der Stadt kostenfrei nutzen und bekommt zudem Vergünstigungen für Museen und andere Sehenswürdigkeiten.

Der erste Blick auf die Oper von der gegenüberliegenden Seite

Das erste Mal fällt mein Blick auf das Opernhaus von der gegenüberliegenden Seite der Bjørvika-Bucht. Von hier wirkt das Gebäude wie eine große, helle Fläche, die sanft aus dem Fjord ansteigt. Trotz der modernen Umgebung rund um das Bauwerk sticht es klar heraus und thront in der ersten Reihe am Ufer. Die Sonne spiegelt sich in den Glasfronten, und bereits jetzt wird mir klar, warum das Opernhaus als „treibender Eisberg im Fjord“ beschrieben wird. Es wirkt tatsächlich so, als würde es direkt auf dem Wasser schwimmen.

Ich folge dem Weg entlang der Bucht und stehe schließlich am Fuß des Bauwerks. Die verschiedenen Ebenen und Linien ziehen sich wie Wege nach oben und machen das Opernhaus zu einem begehbaren Bauwerk. Überall laufen Menschen, und es wirkt tatsächlich wie eine große Bühne, die man als Besucher betritt.

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Vom Fjord ins Foyer

Die Marmorplatten des Opernhauses fließen leicht abschüssig direkt in das Wasser hinein. Eine klare Trennung zwischen Bauwerk und Fjord gibt es nicht. Um mich herum schlendern Menschen am Wasser entlang oder bestaunen die gigantische Glasfassade. Direkt vor ihr stehend, wirkt die Oper weniger dynamisch als noch von der anderen Seite. Auch ohne Führung kann man einen Blick ins Innere werfen.

Durch eine große Tür betrete ich das Opernhaus. Sofort ändert sich die Atmosphäre. Die Lobby mit der geschwungenen Holzverkleidung wirkt elegant, und es herrscht eine ehrfürchtige Stille. Alles wirkt hell, aufgeräumt und verläuft in ähnlich klaren Linien wie auch das Äußere der Oper. Die großen Glasfronten lassen viel Licht hinein, sodass selbst hier das Gefühl von Weite und Offenheit entsteht.

Spaziergang hoch über Oslo auf dem Dach des Opernhauses

Der Aufstieg auf das Dach des Opernhauses fühlt sich fast ein wenig verboten an. Vor allem die Schräge der breiten Flächen wirkt zunächst ungewohnt. Doch das Dach ist hier nicht einfach ein architektonisches Element – es ist ein öffentlicher Platz, ein Weg und ein Aussichtspunkt. Und so laufe ich entlang der Glasfronten auf dem breiten Weg aus Marmor und Granit nach oben. Oben angekommen, umgibt mich ein 360°-Blick über ganz Oslo.

Auf der einen Seite ragen moderne Gebäude in den Himmel, und auf der anderen kann man in Richtung Holmenkollen hinter der Stadt blicken. Zu meiner Linken liegt die Weite des Fjords. Trotz einiger Besucher komme ich mir auf den riesigen Flächen verloren vor, und mir wird klar, wie groß das Opernhaus tatsächlich ist. Hier oben, über den Dächern der Stadt und des Fjords, wirkt das Gebäude wirklich wie eine gigantische Bühne vor der Kulisse Oslos.

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Fazit

Das Opernhaus in Oslo ist ein besonderes Bauwerk – und das nicht nur durch sein außergewöhnliches Design. Es ist eines der wenigen Gebäude seiner Art, das man nicht nur betrachten, sondern tatsächlich begehen und aktiv erleben kann. Während andere Opernhäuser ihre Besucher vor grandiosen Fassaden stehen lassen, öffnet sich dieses Gebäude und lädt alle auf seine Bühnen ein. Man kann über die schrägen Ebenen spazieren, die Perspektiven wechseln und die Architektur unter den eigenen Füßen spüren. Ein Erlebnis, das sich definitiv lohnt, allein schon für den grandiosen Ausblick.

Direkt hinter dem Opernhaus befindet sich das Munch-Museum. Einen Besuch solltet ihr nicht nur wegen der beeindruckenden Kunstwerke einplanen. Im obersten Stockwerk habt ihr Zugang zur Dachterrasse, die noch einmal deutlich höher als das Opernhaus liegt. Von hier bietet sich nicht nur ein einmaliger Blick über Oslo, sondern auch direkt auf das Opernhaus vor euch.

Lage

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