Das Wasser ist laut. Wild und tosend bahnt es sich seinen Weg durch die enge Partnachklamm bei Garmisch-Partenkirchen. Die steinernen Wände führen noch meterweit über meinem Kopf nach oben. Hin und wieder geht die Route direkt durch den Fels hindurch. Licht gibt es in den dunklen Stollen keines. So wird eine Wanderung der Partnachklamm zu einem besonderen Erlebnis. Die Schlucht liegt im Reintal und ist damit ein lohnendes Ausflugsziel in der Zugspitzregion. Nur Schade, dass man nicht kostenlos parken kann.
Lohnt sich die Wanderung durch die Partnachklamm in Garmisch?
Die Entstehung der Partnachklamm in Garmisch-Partenkirchen begann schon vor mehreren Millionen Jahren. Im Laufe der Zeit hat sich der Wildbach Partnach einen Weg durch die harten Gesteinsschichten gefressen und die teilweise 80 Meter hohe Schlucht geformt.
Die erste Nutzung lässt sich auf Einheimische zurückverfolgen, die die Klamm zum Triften genutzt haben. So wurde Brennholz über den Wildfluss in die nahegelegenen Ortschaften transportiert. Das war ein gefährliches Unterfangen, das auch Menschenleben gefordert hat.
Ab 1912 wurde die Schlucht als touristische Sehenswürdigkeit erschlossen. Die Route durch die Schlucht verläuft mittlerweile über etwa 700 Meter. Die Klamm ist ganzjährig geöffnet, wird aber hin und wieder aufgrund von Wetterlagen zeitweise gesperrt. Im Winter sollte man sich vor der Wanderung über die Öffnungszeiten also tagesaktuell informieren.
Fototipp: Auf der Eisernen Brücke, die vom Südeingang in gut 15 Minuten erreichbar ist, könnt ihr die Partnachklamm von oben sehen und fotografieren. Das sieht auf Bildern richtig gut aus – fast so, als hättet ihr eine Drohnenaufnahme gemacht. Die Brücke war wegen Sturmschäden lange gesperrt, ist aber wieder geöffnet.
Anreise zur Partnachklamm in Garmisch
| Lage: | Garmisch-Partenkirchen |
| Länge Schlucht: | 700 m |
| Höhe Schlucht: | bis zu 80 m |
| Parken: | Kostenpflichtig |
| Öffnungszeiten: | ganzjährig* |
Von München dauert die Anreise nach Garmisch-Partenkirchen mit dem Auto rund eine Stunde. Im Ort selbst ist die Partnachklamm ausgeschildert. Wenn ihr mit dem Navi fahrt, lasst ihr euch am besten das Olympische Skistadion als Ziel anzeigen. Am Fuße der Skiflugschanze liegt ein großer Parkplatz, der auch für die Talstation der Eckbauerbahn genutzt wird. Kostenlos Parken kann man leider nicht. Hier wird pro Tag eine Parkgebühr von 5,00 Euro fällig.
Mit dem ÖPNV gelangt ihr ebenfalls gut zur Klamm: Vom Bahnhof fährt der Ortsbus zum Skistadion – die Linien 1 und 2 halten dort. Von der Haltestelle bzw. vom Parkplatz sind es noch etwa 20 Minuten Fußweg bis zum Eingang der Partnachklamm.
Wanderung durch Partnachklamm kostet Eintritt
Während wir über eine breite, geteerte Straße von Garmisch-Partenkirchen zur Partnachklamm schlendern, überholt uns eine Pferdekutsche. Mit der könnt ihr den Weg zwischen Parkplatz und Eingang ebenfalls zurücklegen. Die Fahrt mit dem Gespann kostet 5 Euro pro Person.
An der Kasse der Partnachklamm werden dann noch einmal weitere 10 Euro fällig. Denn die Route durch die rund 700 Meter lange Schlucht ist sowohl im Sommer als auch im Winter – wenn sich bizarre Eisformationen in der Klamm bilden – gebührenpflichtig. Ermäßigungen gibt es mit der Gästekarte oder für Gruppen ab 15 Personen. Mittlerweile ist hier auch Kartenzahlung möglich, oder ihr bucht die Tickets bereits im Voraus online.
Informiert euch aber auf jeden Fall, ob die Partnachklamm geöffnet ist. Bei anhaltendem Starkregen oder während der Schneeschmelze sind die Wege in der Klamm sehr nass und unter Umständen gesperrt. Falls ihr auf einer Wanderung unterwegs seid, könnt ihr zum Beispiel über die Partnachalm oder den Wanderweg via „Hanneslabauer“ ausweichen und das Reintal dennoch erreichen.
Auch interessant: Eibsee-Höhenweg zur Höllentalklamm





Kein Sonnenlicht dringt in die Partnachklamm
Nach dem Kassenhäuschen, an dem sich auch Toiletten befinden, wird der Wanderweg direkt schmaler und führt vom historischen Eingang von 1912 in eine dunkle Höhle hinein. Die ersten Meter müssen wir durch den lichtlosen Stollen zurücklegen. Dann sind wir mittendrin in der Partnachklamm. Wir laufen gegen die Fließrichtung.
Der Steg, auf dem wir gehen, ist feucht – genauso wie die Felswände. Außerdem ist es schattig. Durch die hohen Felsen ringsum dringt kein Sonnenlicht in die Klamm ein. Ich bin dankbar, dass ich die Regenjacke noch drübergezogen habe – und natürlich für mein festes Schuhwerk.
Mein Highlight auf der Route durch die Schlucht
Dann erhasche ich den ersten Blick auf das Wildwasser, das tosend mit einer Lautstärke von bis zu 100 Dezibel durch die Schlucht donnert. Eine Weile bleibe ich am Geländer einfach stehen, blicke in die Fluten und lasse mich von den Strudeln der Partnachklamm hypnotisieren.
Ein Tropfen, der von oben auf meinem Kopf landet, holt mich in die Gegenwart zurück. Erstaunt hebe ich die Augen und folge den Wassertropfen nach oben, bis ein kleiner Wasserfall in mein Blickfeld rückt. Oben glitzert das Wasser noch in der Sonne und bricht das Licht in verschiedene Farben. Es wirkt, als liege eine Art bunter Schleier rundherum.
Um solche Momente hier in der Partnachklamm erleben zu können, solltet ihr die Stoßzeiten unbedingt vermeiden. Besonders an Wochenenden, in den Ferien und mittags kann es in Garmisch-Partenkirchen sehr voll werden. Kommt am besten früh morgens oder gegen späten Nachmittag – und nach Möglichkeit unter der Woche.
Auch interessant: Die spektakulärsten Schluchten der Alpen
Fazit
In der Partnachklamm bei Garmisch-Partenkirchen trifft wilde, scheinbar ungebändigte Natur auf einen gut ausgebauten Wanderweg. Ich glaube, das ist es, was den Reiz ausmacht. Man kommt dem Wasser auf der Wanderung so nahe und kann die Kraft nahezu spüren – und trotzdem muss niemand Angst haben. Kinderwägen und Rollstühle passen jedoch nicht über den schmalen Steig. Außerdem kann der Untergrund auf der Route durch die stetige Feuchtigkeit rutschig sein. Und dadurch, dass keine Sonne eindringt, ist es auch im Sommer immer kühl in der Partnachklamm. Das verspricht während der Öffnungszeiten gerade an heißen Sommertagen eine angenehme Erfrischung.
Neben der Partnachklamm gibt es in der Umgebung von Garmisch-Partenkirchen noch weitere Schluchten zu bestaunen. Bei Mittenwald wartet beispielsweise die Leutaschklamm auf Besucher, und in der Nähe von Grainau gibt es die Höllentalklamm unterhalb der Zugspitze.
Schreibe einen Kommentar