Das Wasser ist laut. Wild und tosend bahnt es sich seinen Weg durch die enge Schlucht im Reintal. Die steinernen Wände führen noch meterweit über meinem Kopf nach oben. Hin und wieder geht der Weg direkt durch den Fels hindurch. Licht gibt es in den dunklen Stollen keines. So wird ein Besuch der Partnachklamm zu einem besonderen Erlebnis. Die Schlucht liegt bei Garmisch-Partenkirchen und ist damit ein lohnendes Ausflugsziel in der Zugspitzregion.

Wanderung durch die wildromantische Partnachklamm

Die Entstehung der Partnachklamm begann schon vor mehreren Millionen Jahren. Im Laufe der Zeit hat sich der Wildbach Partnach einen Weg durch die harten Gesteinsschichten gefressen und die teilweise 80 Meter hohe Schlucht geformt. Die erste Nutzung lässt sich auf Einheimische zurückverfolgen, die die Klamm zum Triften genutzt haben. So wurde Brennholz über den Wildfluss in die nahegelegenen Ortschaften transportiert. Das war ein gefährliches Unterfangen, das auch Menschenleben gefordert hat. Ab 1912 wurde die Schlucht als touristische Sehenswürdigkeit erschlossen.

#garmischpartenkirchen #wandern

Instatipp: Auf der Eisernen Brücke, die vom Südausgang in gut 15 Minuten erreichbar ist, könnt ihr die Partnachklamm von oben sehen und fotografieren. Das schaut auf Bildern richtig gut aus, so als hättet ihr eine Drohnen-Aufnahme gemacht.

Anreise zur Partnachklamm

Von München dauert die Anreise nach Garmisch-Partenkirchen mit dem Auto rund eine Stunde. Im Ort selbst ist die Partnachklamm dann ausgeschildert. Wenn ihr mit Navi fahrt, lasst ihr euch am besten das Olympische Skistadion als Ziel anzeigen. Am Fuße der Skiflugschanze liegt ein großer Parkplatz, der auch für die Talstation der Eckbauerbahn genutzt wird. Hier wird pro Tag eine Parkgebühr von 2,50 Euro fällig. Dann sind es noch 20 Minuten Fußweg zum Eingang der Partnachklamm.

Der Wanderweg kostet Eintritt

Während wir über eine breite, geteerte Straße zur Partnachklamm schlendern, überholt uns eine Pferdekutsche. Mit der könnt ihr den Weg zwischen Parkplatz und Eingang ebenfalls zurücklegen. Die Fahrt mit dem Gespann kostet 5 Euro pro Person. So viel wird auch nochmal an der Kasse der Klamm fällig. Denn der Wanderweg durch die rund 700 Meter lange Schlucht ist im Sommer wie auch im Winter, wenn sich bizarre Eisformationen in der Klamm bilden, gebührenpflichtig. Nehmt also ausreichend Bargeld mit. Kartenzahlung ist nicht möglich. Achtet auch auf die Öffnungszeiten.

Kein Sonnenlicht dringt in die Schlucht

Nach dem Kassenhäuschen wird der Weg direkt schmaler und führt in eine dunkle Höhle hinein. Die ersten Meter müssen wir durch den lichtlosen Stollen zurücklegen. Dann sind wir mittendrin. Wir laufen gegen die Fließrichtung. Der Steg, auf dem wir gehen, ist feucht. Genauso wie die Felswände. Außerdem ist es schattig. Durch die hohen Felsen ringsum dringt kein Sonnenlicht in die Klamm ein. Ich bin dankbar, dass ich die Regenjacke noch drüber gezogen habe.

Tosendes Wasser, glitzernder Nebelregen

Dann erhasche ich den ersten Blick auf das Wildwasser, das tosend mit einer Lautstärke von bis zu 100 Dezibel durch die Schlucht donnert. Ein Weile bleibe ich am Geländer einfach stehen, blicke in die Fluten und lasse mich von den Strudeln hypnotisieren. Ein Tropfen, der von oben auf meinem Kopf landet, holt mich in die Gegenwart zurück. Erstaunt hebe ich die Augen und folge den Wassertropfen nach oben, bis ein kleiner Wasserfall in mein Blickfeld rückt. Oben glitzert das Wasser noch in der Sonne und bricht das Licht in verschiedene Farben. Es wirkt, als liege eine Art bunter Schleier rundherum.

Fazit

In der Partnachklamm trifft wilde, scheinbar ungebändigte Natur auf einen gut ausgebauten Weg. Ich glaube, das ist es, was den Reiz ausmacht. Man kommt dem Wasser hier drin so nahe und kann die Kraft nahezu spüren. Und trotzdem muss niemand Angst haben. Kinderwägen und Rollstühle passen jedoch nicht über den schmalen Steig. Außerdem kann der Untergrund durch die stetige Feuchtigkeit rutschig sein. Und dadurch, dass keine Sonne eindringt, ist es auch im Sommer immer kühl. Das verspricht gerade an heißen Sommertagen eine angenehme Erfrischung.

Lage

Praktische Links

Gut zu wissen

Neben der Partnachklamm gibt es in der Umgebung noch weitere Schluchten zu bestaunen. Bei Mittenwald wartet beispielsweise die Leutaschklamm auf Besucher und in der Nähe von Grainau gibt es die Höllentalklamm. Wer in Garmisch-Partenkirchen ist, sollte natürlich auch einen Ausflug zur Zugspitze machen. Es führen mehrere Wanderungen verschiedener Schwierigkeitsgrade auf den Gipfel. Wenn ihr nur die Aussicht genießen wollt, bringt euch die Seilbahn Zugspitze nach oben. Von dort habt ihr auch einen Blick auf den Eibsee, der für sich selbst nochmal ein lohnendes Ausflugsziel darstellt.

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