Sparber: Nervenkitzel-Wanderung im Salzkammergut

Schon von weitem zieht der Sparber alle Blicke auf sich. Seine besondere Form lässt einen vielseitigen Aufstieg vermuten, und dieser Eindruck täuscht nicht. Der Weg führt über Almwiesen, durch dichten Wald und felsiges Gelände hinauf. Kurz vor dem Gipfel tauchen die spektakulären Eisenleitern auf. Auf der längsten, die etwa 20 Meter misst, stehe ich jetzt, genieße einerseits die Aussicht auf den Wolfgangsee und spüre andererseits ganz schön Nervenkitzel. Die Wanderung auf diesen Aussichtsgipfel im Salzkammergut verbindet Abenteuerlust und Naturgenuss perfekt.

Lohnt sich die Wanderung auf den Sparber?

Der Sparber ist ein 1.502 Meter hoher, markanter Gipfel direkt am Wolfgangsee im Salzkammergut. Die nur 3,5 Kilometer lange Wanderung über 850 Höhenmeter bis zum Gipfel ist steil und konditionell fordernd. Im oberen Drittel sind Schwindelfreiheit und Trittsicherheit gefragt, denn auf mehreren Eisenleitern wird es ganz schön luftig unter den Füßen.

Auf der letzten, rund 20 Meter langen Leiter bekommt man nicht nur einen Adrenalinkick, sondern auch einen einmaligen Ausblick, der von den Salzkammergutbergen bis hin zum Dachstein- und Hochkönig-Gebiet reicht. Für geübte Wanderer, die ihr Bergabenteuer mit der wohl besten Aussicht über den Wolfgangsee verbinden möchten, ist der Sparber eine perfekte Halbtagestour.

Fototipp: Die Eisenleitern sind eher schwierig zu fotografieren, da wenig Platz ist. Besser ist es, den besonderen Ausblick vom Sparber-Gipfel auf den Wolfgangsee hinunter einzufangen. Besonders stimmungsvolle Fotos gelingen morgens oder spätnachmittags, wenn die umliegenden Gipfel sanft leuchten und der See fast im Dunkeln liegt. Auch Drohnenaufnahmen sind hier sehr beeindruckend. Beachtet bitte die Sicherheits- und Flugregeln.

Anreise nach Strobl am Wolfgangsee

Ausgangspunkt:Strobl, Wildtierpark Kleefeld
Höhenmeter:850 hm
Strecke:7 km
Schwierigkeit:schwer
Nervenkitzel:20 m lange Eisenleiter

Von München aus erreicht man den Ausgangspunkt der Wanderung in rund zweieinhalb Stunden. Die Strecke führt über die A8 Richtung Salzburg (Vignettenpflicht) bis zur Abfahrt Thalgau.

Weiter geht es auf der Landstraße nach Fuschl am See und über St. Gilgen bis nach Strobl am Wolfgangsee. Dort zweigt man in Richtung Postalmstraße ab und kann ohne Maut zum kostenpflichtigen Parkplatz beim Wildtierpark Kleefeld hochfahren. Das Parkticket könnt ihr euch übrigens sparen, wenn ihr nach der Tour im Gasthaus Kleefeld einkehrt. Einfach das Ticket stempeln lassen. Bei öffentlicher Anreise nimmt man den Zug bis zum Salzburger Hauptbahnhof.

Kleiner Tipp: Das Deutschland-Ticket ist bis dorthin gültig. Der Regionalbus 150 Richtung Bad Ischl bringt dich im Halbstundentakt bis nach Strobl am Wolfgangsee. Der Aufstieg zum Sparber verlängert sich dadurch um etwa 30 Minuten bis zum Wanderparkplatz.

Gut zu wissen für die Sparber-Wanderung

Der Sparber ist keine leichte Wanderung. Vor allem im oberen Abschnitt sind absolute Trittsicherheit und Konzentration gefragt. Feste Bergschuhe mit gutem Profil sind daher Pflicht. Da es sich aber nicht um einen Klettersteig handelt, sind keine Fixseile angebracht, entsprechende Ausrüstung kann also getrost zu Hause bleiben.

Wanderstöcke sind anfangs hilfreich, sollten vor den Leitern jedoch im Rucksack verstaut werden. Für Kinder oder unerfahrene Wanderer würde ich die Tour nicht empfehlen. Wir sind gut gerüstet und starten motiviert am späten Vormittag vom Parkplatz beim Wildtierpark Kleefeld. Schon nach wenigen Minuten machen wir den ersten kurzen Stopp bei den wirklich sehr süßen Rehen, Hirschen und Hasen.

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Steiler Aufstieg durch den Wald zum Sattel

Der erste Kilometer führt noch über eine breite Schotterstraße, dann geht es gut markiert rechts den schmalen Steig hinauf. Am steilen Waldpfad bin ich froh über meine Wanderstöcke und komme ganz schön ins Schwitzen. Nach etwa 500 Höhenmetern blitzt immer wieder der Wolfgangsee durch die Bäume – ein kleiner Motivationsschub bei jeder Serpentine.

Auf einer Lichtung kommen wir an einer idyllischen Almhütte vorbei und legen eine kurze Pause ein. Nach weiteren 30 Minuten steilen Aufstiegs durch den Wald erreichen wir eine felsige Querung und sehen bald den Sattel zwischen Kleinem und Großem Sparber. Bereits hier, kurz vor dem Sattel, klettern wir über die ersten beiden Eisenleitern. Diese sind allerdings noch nicht allzu anspruchsvoll.

Mein Highlight: Auf bis zu 20 Meter langen Eisenleitern zum Gipfel

Vom Sattel aus verläuft der Weg ein kurzes Stück bergab entlang der Felswand, eine durchaus anspruchsvolle Passage. Gleich darauf folgt die erste ausgesetzte Eisenleiter. Hier ist vollste Konzentration gefragt, auch wenn es nur wenige Meter sind. Eigentlich hatte ich erwartet, dass der Gipfel schon näher ist, aber dann taucht vor mir eine weitere, rund 20 Meter lange Leiter auf. Einmal tief durchatmen, dann steige ich Sprosse für Sprosse Richtung Gipfel.

Während ich hinaufklettere, wird der Ausblick auf den Wolfgangsee immer beeindruckender. Oben am Sparber-Gipfel auf 1.502 Metern ist die Anspannung sofort vergessen. Der Ausblick über das Salzkammergut, weit hinaus bis zum Dachstein und in Richtung Nordwesten auf die Berchtesgadener Alpen, ist einmalig. Hinter dem Gipfelkreuz können wir uns gut für eine Gipfeljause hinsetzen und den vielleicht besten Blick über den Wolfgangsee genießen.

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Fazit

Der Sparber ist ein echtes Gipfel-Highlight im Salzkammergut, das man allerdings nicht unterschätzen sollte. Ein abwechslungsreicher Aufstieg, felsiges Terrain und die spektakulären Eisenleitern machen die Tour zu einem besonderen Erlebnis. Der Abstieg erfolgt auf derselben Route, daher ist auch auf dem Rückweg volle Konzentration gefragt.

Wer noch weitere tolle Gipfelerlebnisse am Wolfgangsee sucht, kann den gegenüberliegenden Vormauerstein oder die benachbarte Bleckwand mit ihrer markanten Felsluke, dem „Ofenloch“, erkunden. Auch der bekannte Schafberg lockt, entweder gemütlich mit der steilsten Zahnradbahn Österreichs oder sportlich zu Fuß. Je nach Jahreszeit ist eine Abkühlung im Wolfgangsee nach den Wanderungen die perfekte Kombination.

Lage

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