Kaiserwetter und Kaiserpanorama – das gibt’s mit etwas Glück im Skigebiet St. Johann in Tirol. Langsam arbeite ich mich von den anfängerfreundlichen Pisten am Ort St. Johann zu den etwas steileren Hängen am Gipfel vor, während sich der Wilde Kaiser auf der anderen Seite langsam aus den Wolken kämpft. Vor mir liegen 40 Kilometer Piste – und diese Traumaussicht fährt fast dauerhaft mit!
Lohnt sich Skifahren im Skigebiet St. Johann in Tirol?





| Pistenkilometer: | 40 km |
| Höchster Punkt: | 1.604 m |
| Längste Abfahrt: | 8 Kilometer |
| Kostenlos: | Anfängerlift in Eichenhof |
| Skisaison: | Dezember bis Ende April |
Eingebettet in die majestätische Kulisse der Kitzbüheler Alpen bietet das Skigebiet St. Johann in Tirol gut präparierte Pisten, gemütliche Hütten und eine fast dauerhafte Aussicht auf den Wilden Kaiser. Alle Pisten hier befinden sich am 1.604 Meter hohen Berg Harschbichl, was das Gebiet sehr kompakt und übersichtlich macht.
Starten könnt ihr in drei verschiedenen Orten im Tal: Von St. Johann aus bringt euch die Harschbichl-Gondel zu den anfängerfreundlichsten Pisten ab der Mittelstation. Wer gerne rot abfährt, fährt am besten gleich weiter zur Bergstation und probiert von dort oben verschiedene Routen ins Tal aus. Für die ganz Flotten gibt’s nur die kurze schwarze Abfahrt 7 und eine Funslope mit Wellen und Spaßelementen. Après-Ski ist hier kein großes Thema, deshalb besser eine lange Pause machen – es gibt mehrere Almen mit Sonnenterrasse.
Pistenplan
Alle Abfahrten und Liftanlagen in St. Johann im Überblick. Zum Vergrößern des Pistenplans bitte auf das Bild klicken.
Fototipp: Der beste Spot für ein Panorama-Foto ist die Gipfelstation des Harschbichl auf 1.604 Metern Höhe. Hier eröffnet sich ein einzigartiger Blick auf das majestätische Wilder-Kaiser-Massiv, das besonders in der Goldenen Stunde kurz vor Sonnenuntergang eindrucksvoll leuchtet.
Anreise nach St. Johann in Tirol
Ein Vorteil des Skigebiets St. Johann in Tirol ist die unkomplizierte Anreise. Mit dem Auto erreicht man das Skigebiet über die Inntalautobahn (A12) und die Ausfahrten Kufstein Süd oder Wörgl Ost. Von dort sind es noch etwa 30 bis 40 Minuten Fahrt bis ins Skigebiet. Vor Ort gibt es mehrere große Parkplätze. Besonders leer ist meist der Parkplatz im kleinen Ort Penzing, direkt an der Bauernalm-Gondel.
Wer lieber mit der Bahn reist, profitiert vom eigenen Bahnhof in St. Johann, der an das österreichische Bahnnetz angebunden ist. Für Tagesskifahrer wie mich lohnt sich vor allem der Skibus München, der täglich um kurz vor 7 Uhr morgens am ZOB in München startet und nur einen geringen Aufpreis zum Skipass kostet. In anderthalb Stunden kommt man so ganz bequem bis an die Piste – Kaffee und Butterbreze im Bus inklusive. Um 16:30 Uhr geht es dann zurück nach München.
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Kostenloser Anfängerlift in Eichenhof
In St. Johann in Tirol warten 40 Pistenkilometer – perfekt also, wenn man an einem Tag ein ganzes Skigebiet erkunden möchte. Alle Pisten liegen an den Hängen rund um den 1.604 Meter hohen Berg Harschbichl – das macht das Skifahren übersichtlich.
St. Johann punktet außerdem mit exzellent präparierten Pisten und gilt als besonders familienfreundliches Skigebiet. Für Kinder oder Anfänger gibt es im linken Bereich des Pistenplans, beim Ort Eichendorf, einen kostenfreien Übungslift sowie eine leichte blaue Piste, die mit einer sehr kurzen Gondel erreicht werden kann.
Wer sich schon etwas sicherer fühlt, findet weitere blaue Pisten ab der Mittelstation der Harschbichl-Gondel ab St. Johann. Die blauen Pisten sind angenehm breit, sodass sich hier auch Familien mit kleinen Kindern wohlfühlen. Besonders praktisch: Es gibt mehrere Skischulen, die sowohl Einzel- als auch Gruppenkurse anbieten.
Podcast-Tipp
Bucketlist – Dein Reisepodcast
Jetzt reinhören: In dieser Folge geht´s um das Skigebiet Serfaus-Fiss-Ladis in Österreich.
#11 Serfaus-Fiss-Ladis: Familien-Skigebiet Nr.1 in Tirol feat. Marius Quast – Bucketlist – Dein Reisepodcast
Die steileren Abfahrten ganz oben am Harschbichl
Während sich Anfänger und Genussfahrer auf den sanften Hängen austoben, fahre ich weiter ganz nach oben. Am Harschbichl starten mehrere steilere rote Abfahrten mit dem besten Schnee. Von hier kommt man auf jede Piste, und so probiere ich über die nächsten zwei Stunden verschiedene Abfahrten ins Tal aus.
Irgendwann brauche ich dann ein bisschen Abwechslung zum normalen Pistenfahren und teste die verschiedenen FunRides. Hier erwarten euch Wellenbahnen, kleine Sprünge und sanfte Steilkurven. Die richtige Action gibt es aber auf Piste Nummer 7. Die ehemalige FIS-Strecke ist zwar nur 500 Meter lang, aber die haben es in sich. Skeptisch linse ich den sehr steilen Abhang hinunter, bevor ich mich hinabstürze. Es geht leichter als gedacht, denn der Schnee ist durch die nordwestliche Ausrichtung des Hangs auch bei warmen Bedingungen hart und griffig.
Vor allem die südlicheren Pisten verlieren aber immer mehr ihre Form – schließlich liegt das gesamte Skigebiet mit bis zu 1.600 Metern eher niedrig und hat damit oft Plustemperaturen. Oben eisig, unten sulzig – da macht das Skifahren gleich weniger Spaß. Der richtige Moment für eine Pause.
Sonnenterasse mit Kaiserblick
In St. Johann in Tirol gibt es viele urige Hütten, aber die Angerer Alm sticht besonders hervor. Diese gemütliche Hütte liegt auf 1.300 Metern und serviert erstklassige Tiroler Spezialitäten. Als ich bei einer der roten Abfahrten daran vorbeikomme, liegt die Terrasse schön in der Sonne. Auf dem Balkon sitzt ein Mann in Lederhose mit Gitarre und sorgt für Stimmung. Ich erspähe noch einen freien Platz und bestelle eine Portion Käsespätzle.
Für den Kaiserschmarrn will ich höher hinaus. Ganz oben, kurz vorm Gipfel, liegt die Harschbichlalm. Um die rustikale, alte Berghütte wurde eine neue Holzverkleidung herumgebaut, wodurch eine interessante Mischung aus Tradition und Moderne entsteht. Im Inneren findet man allerhand alte Dekoration: historische Skier, ausgestopfte Tiere, Schlittschuhe. Die meisten Gäste bleiben aber sowieso draußen – die Sonnenterrasse ist phänomenal.
Wilder Kaiser
Fast immer habt ihr im Skigebiet St. Johann den Wilden Kaiser im Blick. Panorama-Skifahren, wie es im Buche steht.
Blind Dates im Zweierlift
Man kann auch gleich hierbleiben: St. Johann in Tirol ist kein großer Après-Ski-Spot, aber in der Schirmbar neben der Alm locken Schlager und Drinks. Anschließend kann man von oben in alle drei Talorte hinabfahren. Wer es etwas ausgelassener mag, ist in der Angerer Alm genau richtig – hier sorgen Après-Ski-Klassiker für einen gelungenen Abschluss des Tages.
Das Skigebiet hat auch immer wieder Events im Angebot: Am beschaulichen und sehr langsamen Zweierlift „Jodlalm“ gibt’s Blind-Date-Veranstaltungen, und in den Abendstunden kann man sich für sportliche 179 Euro ein Fünf-Gänge-Menü in der Gondel bei den Eichenhof-Liften buchen.
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Fazit
Das Skigebiet St. Johann in Tirol ist ideal für alle, die gemütliches Skifahren mit alpiner Idylle kombinieren möchten. Familien, Anfänger und Genuss-Skifahrer finden hier perfekte Bedingungen. Aber auch sportliche Skifahrer kommen nicht zu kurz, besonders auf den steileren Abfahrten im rechten Teil des Skigebiets.
Die urigen Hütten entlang der Pisten laden mit Tiroler Gastfreundschaft, duftendem Kaiserschmarrn und heißem Jagatee zum Verweilen ein. Wer einmal die verschneiten Hänge von St. Johann hinabgeschwungen ist, spürt den besonderen Zauber dieses Skigebiets.
Trotzdem ist es mit 40 Pistenkilometern recht klein und wird nach mehr als einem Skitag schnell langweilig. Wer länger in der Region ist, fährt dann einfach weiter nach Kitzbühel oder zum Wilden Kaiser.

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