Terjit Oase: Grünes Wunder in der Wüste Mauretaniens

Ausgelaugt erreiche ich nach über fünf Tagen Wandern die Terjit-Oase am späten Nachmittag, und für einen Moment glaube ich, eine Fata Morgana vor mir zu sehen. Plötzlich stehe ich zwischen dicht gedrängten Palmen, höre das leise Plätschern der Quellbecken und spüre die kühle Luft in der engen Felsenschlucht. Dieses versteckte Paradies in der mauretanischen Wüste ist ein seltener Ort der Ruhe und Erholung. Ich nehme dich mit zu diesem Naturwunder in einem der untouristischsten Länder der Welt.

Lohnt sich ein Besuch der Terjit Oase in Mauretanien?

Die Terji t-Oase liegt im Adrar-Gebirge im Herzen Mauretaniens, rund 45 Kilometer südlich von Atar. Eingebettet in eine schmale Felsenschlucht, entspringt hier eine warme Quelle mit einer Temperatur von etwa 28 Grad Celsius, die das ganze Jahr über leicht mit der Außentemperatur schwankt.

Das Wasser sammelt sich in kleinen Naturbecken, umgeben von dichtem Palmenbewuchs. Dieser Anblick ist äußerst selten in der trockenen Sahara. Früher war Terjit ein Rastplatz für Karawanen und Pilger, heute zieht sie Reisende an, die Ruhe, Schatten und Abkühlung suchen.

Fototipp: Für spektakuläre Aufnahmen der Terjit-Oase lohnt sich eine Drohne. Aus der Luft siehst du, wie sich die grünen Palmen dicht gedrängt durch die schmale Schlucht ziehen. Eine wasserdichte Kamera ist nicht unbedingt nötig, da die Becken relativ klein sind, sodass du die Kamera nicht zwingend ins Wasser mitnehmen musst.

Anreise zur Terjit Oase in Mauretanien

Lage:Mauretanien
Anreise:Pkw mit Fahrer
Must-Do:Campen in der Oase
Eintrittspreis:200 Ouguiya (ca. 4,30 €)
Equipment:Wasserschuhe

Ich habe die Terjit-Oase nach einer fünftägigen Wüstenwanderung von Chinguetti aus erreicht. Die meisten Besucher kommen allerdings aus Nouakchott, der Hauptstadt Mauretaniens, wo der internationale Flughafen liegt. Die Oase ist rund 404 Kilometer vom Flughafen entfernt und am besten mit einem Wagen samt privatem Fahrer erreichbar. Die Strecke führt über eine Mischung aus Asphalt und gut befahrbarer Schotterpiste.

Alternativ kannst du vom Busterminal in Nouakchott einen öffentlichen Bus in Richtung Atar nehmen, sie fahren, sobald alle Plätze besetzt sind. Es empfiehlt sich, an der Moschee Ras Etarf auszusteigen. Von dort aus kannst du die letzten zwölf Kilometer per Anhalter fahren oder auf ein Taxi hoffen. Hier braucht ihr also ggf. etwas Geduld und Zeit.

Vorbereitung für den Besuch in der Terjit-Oase

Es lohnt sich, in der Oase zu übernachten, um die Becken mehrfach zu nutzen. Wenn ihr direkt im Zeltlager der Oase übernachtet, ist die Eintrittsgebühr für beide Tage bereits inkludiert. Für einen Tagesausflug fällt eine Gebühr an. Die meisten Becken haben einen sandigen Untergrund. Trotzdem sind Wasserschuhe eine gute Wahl, um die kurzen Strecken zwischen den Becken sicher zurückzulegen.

Für Männer ist eine Badehose empfehlenswert, während für Frauen ein Badeanzug die beste Wahl ist, besonders in dem strenggläubigen Mauretanien. Eine wasserdichte Kamera ist praktisch, aufgrund der kleinen Becken jedoch nicht zwingend erforderlich.

Labyrinth aus Wasser und Schatten

Ausgelaugt von der langen Wüstenwanderung erblicke ich auf den letzten Metern die Terjit-Oase. Ich checke im Camp direkt in der Oase ein und werfe meinen Rucksack in eines der bereitstehenden Zelte. Dann ziehe ich die Badehose an und spaziere zum ersten Becken.

Vor mir liegt ein 10 × 10 Meter großes Naturbecken, maximal 80 Zentimeter tief. Ein kleiner Wasserfall führt Wasser aus höher gelegenen Quellen ins Becken. Ich stelle mich ans Ufer, tauche die Füße ein und spüre sofort die kühlende Erleichterung, die wie ein kleiner Befreiungsschub durch meinen Körper fließt.

Oase der Ruhe und Magie

Das Wasser belebt meine müden Beine, als ich tiefer ins Becken gehe. Ich spüre den Sand unter den Füßen und höre das stetige Plätschern der Quellen im Hintergrund. Da der Platz zum Schwimmen begrenzt ist, mache ich es mir im Sitzen bequem. Nach kurzer Erholung steigt die Abenteuerlust in mir, und ich klettere über die glitschigen Steine am Wasserlauf entlang.

Etwas weiter oben entdecke ich eine Stelle, wo die Quelle direkt aus dem Boden sprudelt. Ein Becken gibt es hier nicht, aber die Steine laden zum Liegen ein. Direkt gegenüber liegt ein kleines 2 × 2 Meter großes Zementbecken, das über einen Schlauch gefüllt wird. Innerhalb von zehn Minuten habe ich alle Badestellen erkundet. Am meisten gefällt mir das erste Becken: das größte, natürlichste und nur wenige Meter vom Camp entfernt, wo Duschen und Umkleiden bereitstehen. Ich weiß schon jetzt, dass ich morgen früh zurückkehren werde.

Auch interessant: Mit dem gefährlichsten Zug in die Wüste Mauretaniens

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Fazit

Ein Besuch der Terjit-Oase lohnt sich definitiv, besonders nach Tagen in der staubigen Sahara. Das Baden in den klaren Quellbecken, umgeben von dichtem Palmenwald, ist ein unvergessliches Erlebnis voller Ruhe und Frische. Ich genieße den Schatten, das Rauschen des Wassers und die entspannte Atmosphäre im Zeltlager.

Wer mehr Zeit hat, sollte auch das historische Chinguetti und die beeindruckende Eisenbahnlinie von Nouadhibou nach Zouérat nicht verpassen. Ohne diese Highlights ist ein Aufenthalt in Mauretanien nicht komplett. Und wo sonst kannst du mit einem Eisenerzzug durch die Wüste fahren?

Lage

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