Die 10 besten Sehenswürdigkeiten in Belarus

Belarus gehört zu den nur wenig besuchten Reisezielen in Europa. Dabei steckt das Land voller interessanter Orte und Sehenswürdigkeiten, die Geschichts-, Architektur- und Naturfans gleichermaßen begeistern können. Die Hauptstadt Minsk mit spannenden Museen und vielen weiteren Attraktionen ist ein guter Ausgangspunkt, um Belarus zu erkunden. Dazu gehören auch Ausflugsziele in der Natur wie Nationalparks und ein UNESCO-Weltnaturerbe. Wir verraten die besten Reisetipps für Belarus.

Top-Sehenswürdigkeiten in Belarus im Überblick

Belarus liegt im Osten Europas und grenzt an Polen, die Ukraine, Russland, Lettland und Litauen. Nach der Auflösung der Sowjetunion wurde es 1991 zu einem unabhängigen Land, wird aber von einem Diktator regiert. Mit knapp 207.600 km² gilt es als der größte vollständig in Europa liegende Binnenstaat, beheimatet allerdings nur gut 9 Millionen Menschen.

Die Hauptstadt von Belarus ist Minsk mit zahlreichen Prachtstraßen, Plätzen und Monumenten, insbesondere am Unabhängigkeitsprospekt und im Stadtviertel Troizki. Einen Überblick über die Sehenswürdigkeiten bietet das Miniaturmuseum „Strana Mini“ in Minsk. Als eine der schönsten Städte des Landes gilt Hrodna, auch Grodno genannt, als älteste Stadt dagegen Polozk. Auch die Natur von Belarus ist vielseitig, unter anderem im Nationalpark Belovezhskaya Pushcha, der zum UNESCO-Weltnaturerbe zählt.
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#belarus

Achtung: Zum Zeitpunkt der Recherche warnt das Auswärtige Amt vor Reisen nach Belarus, Grenzschließungen und kurzfristige Änderungen sind möglich.

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1. Mir-Schloss (Mir Castle Complex): Eines der Top-Fotomotive von Belarus

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Lage:Mir
Gegründet:ab Ende 15. Jhd.
Besonderheit:UNESCO-Welterbe

In dem kleinen Ort Mir in der Region Hrodna, rund 100 km südwestlich von Minsk, steht eines der berühmtesten Bauwerke von Belarus: das Mir-Schloss. Die mächtige Wehranlage mit fünf Türmen, Wassergraben und Park wurde Ende des 15. Jahrhunderts erbaut.

Sie diente zunächst als Festung und Adelssitz, später als Residenz der Familie Radziwiłł. Nach Kriegen und Zerstörungen wurde das Ensemble aufwendig restauriert und gehört seit 2000 zum UNESCO-Welterbe. Heute erwarten euch dort u. a. ein Museum und Ausstellungen, ein Kellergefängnis, ein stimmungsvoller Innenhof sowie eine wunderschöne Parkanlage.

2. Schloss Nesvizh & Radziwiłł-Residenz: Einzigartige Schloss- und Parkanlage

Lage:Nesvizh
Erbaut:16./17. Jhd.
Besonderheit:UNESCO-Welterbe

In der Stadt Nesvizh im Zentrum von Belarus, rund 120 km südwestlich von Minsk, liegt die prunkvolle Residenz der Fürsten Radziwiłł, eine der Top-Attraktionen des Landes. Das Schloss- und Parkensemble aus dem 16./17. Jahrhundert zählt ebenfalls zum UNESCO-Welterbe und verbindet Renaissance, Barock und Klassizismus zu einem einzigartigen Gesamtkunstwerk.

Wassergräben, Innenhöfe und weitläufige Gärten erinnern an höfische Zeiten, als dort Politik, Feste und Kultur das Leben bestimmten. Nach aufwendiger Restaurierung erwarten euch heute prachtvolle Säle, Museen, Konzerte und Veranstaltungen, die den Glanz der Adelsdynastie wieder lebendig machen.

3. Memorialkomplex Brest Hero: Monumentale Festung an der polnischen Grenze

Lage:Brest, Südwesten
Errichtet:ab 1830
Must-See:Ausstellung zum 2. Weltkrieg

In der Stadt Brest im Südwesten von Belarus, direkt an der Grenze zu Polen, erhebt sich der Memorialkomplex Brest Hero Fortress. Die monumentale Festung, die ab den 1830er Jahren errichtet wurde, erinnert mit ihren Backsteintoren, Massivskulpturen, einem Obelisken und einem Museum vor allem an die dramatische Verteidigung im Zweiten Weltkrieg. Dort leisteten Soldaten im Juni 1941 tagelang Widerstand gegen die deutsche Armee.

Heute könnt ihr durch Höfe, Kasematten und Ausstellungen schlendern, die den Alltag der Verteidiger zeigen. Der Memorialkomplex gilt als einer der eindrucksvollsten geschichtlichen Orte von Belarus.

4. Nationalpark Belovezhskaya Pushcha: Letzte Reste eines urzeitlichen Urwalds in Europa

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Lage:ca. 60 km nördl. v. Brest
Must-Do:Wandern/Radfahren
Besonderheit:UNESCO-Weltnaturerbe

Im Südwesten von Belarus, rund 60 km nördlich von Brest und nahe der polnischen Grenze, liegt der Nationalpark Belovezhskaya Pushcha. Dieser letzte große Rest eines urzeitlichen Tieflandwaldes in Europa gehört seit 1992 zum UNESCO-Weltnaturerbe.

Er beeindruckt mit jahrhundertealten Eichen und wilder Ursprünglichkeit. Der Nationalpark beheimatet rund 1.000 Pflanzenarten und mehr als 300 Vogelarten und weitere Tierarten, darunter die angeblich größte Population des europäischen Wisents. Auf Rad- und Wanderwegen könnt ihr die stillen Waldlandschaften erkunden und eine Natur erleben, die seit Jahrhunderten fast unverändert besteht.

5. Braslaw-Seen-Nationalpark: Glazial geprägte Seenlandschaft

Lage:Norden
Fläche:70.000 ha
Must-Do:Paddeln, wandern

Im Norden von Belarus, rund 250 km nördlich von Minsk, bei der Stadt Braslau, erstreckt sich der Braslaw-Seen-Nationalpark auf einer Fläche von 70.000 ha. Diese glazial geprägte Landschaft mit 74 Seen, Inseln, Kiefernwäldern und sanften Hügeln zählt zu den schönsten Naturregionen des Landes.

Seit 1995 schützt der Status als Nationalpark dieses sogenannte „blaue Band“ aus Wasser und Wald mit über 1.900 Pflanzenarten und 312 Tierarten, darunter 216 Vogelarten. Dort könnt ihr mit dem Kajak zwischen Buchten paddeln, angeln, an stillen Ufern baden oder zu Aussichtspunkten wandern.

6. Nationalbibliothek von Belarus: Eines der imposantesten Gebäude von Minsk

Eröffnet:2006
Must-See:Aussichtsplattform
Must-Do:Führung

Im Nordosten von Minsk, direkt am Unabhängigkeitsprospekt, steht die Nationalbibliothek von Belarus, eine der bekanntesten Architekturikonen der Stadt. Gegründet wurde sie bereits 1922. Das heutige, spektakuläre und diamantförmige Gebäude wurde jedoch erst ab 2002 errichtet und 2006 eröffnet.

Auf 23 Etagen bewahrt die Bibliothek rund 9 Millionen verschiedene Medieneinheiten in über 80 Sprachen. Höhepunkt für Besucher ist die Aussichtsplattform in 73 m Höhe mit 360°-Blick über Minsk. Auch Führungen durch die Bibliothek sind möglich. Abends wird die Fassade mit tausenden LED-Leuchten eindrucksvoll beleuchtet.

7. Grodno: Eine der schönsten Städte des Landes

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Lage:Westen
Must-See:Kalozha-Kirche
Must-Do:Altstadtbummel

Im Westen von Belarus, nahe der Grenze zu Polen und Litauen, liegt die Stadt Hrodna, auf Russisch Grodno. Die beiden Namen spiegeln die wechselvolle Geschichte zwischen belarussischen, polnischen und russischen Einflüssen wider.

In der Altstadt entdeckt ihr die katholische Kathedrale, barocke Bürgerhäuser, kleine Plätze und zwei Schlösser, das alte und das neue Schloss, am Fluss Neman. Hoch über dem Ufer steht die Kalozha-Kirche aus dem 12. Jahrhundert, die älteste Kirche der Stadt und berühmt für ihre besondere Akustik. Hrodna gilt als eine der schönsten Städte des Landes.

8. Polozk: Die älteste Stadt des Landes

Sophienkathedrale ©bbsferrari
Lage:Norden
Stadtgründung:862
Must-See:Sophienkathedrale

Im Norden von Belarus, rund 250 km nördlich von Minsk, am Ufer der Westlichen Dwina, liegt Polozk, die älteste Stadt des Landes. Gegründet wurde sie schon im Jahr 862 und war einst das politische und geistige Zentrum der Region.

Ihr Wahrzeichen ist die steinerne Sophienkathedrale aus dem 11. Jahrhundert, die erste Kirche aus Stein in Belarus und heute ein Museum sowie ein Konzertsaal für Orgelmusik. Abends wird sie fotogen beleuchtet. In der Altstadt spaziert ihr entlang des Flusses vorbei an Klöstern, Museen und historischen Brücken.

9. Khatyn-Gedenkkomplex: Groß angelegtes Mahnmal

©kosmos111
Lage:ca. 60 km v. Minsk
Eröffnet:1969
Must-See:zentrale Skulptur

Rund 60 km nordöstlich von Minsk liegt der Khatyn-Gedenkkomplex, einer der wichtigsten Erinnerungsorte von Belarus. Er erinnert an das Dorf Khatyn, dessen Bewohner am 22. März 1943 von deutschen SS-Einheiten und Kollaborateuren als Vergeltung für einen Partisanenangriff ermordet wurden.

Insgesamt töteten die Nazis 149 Menschen, darunter 70 Kinder. Sie wurden in eine Scheune gesperrt und bei lebendigem Leib verbrannt. Die Gedenkstätte wurde 1969 mit symbolischen Hausfundamenten, Glocken und einer ewigen Flamme an der Stelle der zerstörten Höfe eröffnet. Die zentrale Skulptur zeigt einen Vater mit seinem sterbenden Sohn.

10. Dudutki: Freilichtmuseum zu altem Handwerk & Bauernleben

©Vlad Rakin
Lage:ca. 40 km v. Minsk
Eröffnet:1994
Must-See:historische Gebäude

Rund 40 km südlich von Minsk, am Fluss Ptitsch nahe der Straße in Richtung Sluzk, liegt das 1994 eröffnete Freilichtmuseum Dudutki. Auf dem weitläufigen Gelände erlebt ihr traditionelles belarussisches Landleben mit Windmühle, Bauernhof und zahlreichen Werkstätten. Schmiede, Töpfer, Weber und Bäcker zeigen alte Handwerkstechniken, dazu gibt es eine Käserei, eine Bäckerei und eine offiziell betriebene Schnapsbrennerei mit Verkostungen.

Zwischen Tieren, historischen Gebäuden und alten Fahrzeugen taucht ihr in vergangene Jahrhunderte ein. Mit etwas Glück erlebt ihr auch eines der Feste oder einen Handwerksmarkt, die regelmäßig auf dem Gelände stattfinden.

Weitere Reisetipps in Osteuropa

Schon gewusst? Die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige bis Ende 2026 für bis zu 30 Tage visumsfrei erlaubt, ein Reisepass ist Pflicht. Die Infrastruktur im Land ist gut, mit zuverlässigen Bahnverbindungen zwischen den Städten sowie Fernbussen und Marschrutkas, also Sammeltaxis.

Bezahlt wird mit dem belarussischen Rubel (BYN), ausländische Kreditkarten funktionieren nur eingeschränkt, ihr solltet also genug Bargeld einplanen. Die Amtssprachen sind Belarussisch und Russisch, Englisch wird außerhalb der Städte selten gesprochen. Viele Überlandstraßen sind mautpflichtig. Die Kriminalität ist niedrig, dennoch solltet ihr unauffällig bleiben, militärische Anlagen nicht fotografieren und politische Äußerungen strikt vermeiden.

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