Für viele ist Timor-Leste in Südostasien ein weißer Fleck auf der Landkarte. Der Ostteil der Insel Timor als eine der Kleinen Sundainseln bietet faszinierende Sehenswürdigkeiten und Attraktionen, die anderswo längst überlaufen wären: tropische Regenwälder, zauberhafte Sandstrände, von farbenfrohen Korallenriffen umgebene Eilande und eine äußerst lebendige Hauptstadt machen Osttimor zu einem außergewöhnlichen Reiseziel. Kommt mit zu den interessanten Orten dieser ehemaligen portugiesischen Kolonie, die seit 2002 unabhängig von Indonesien ist. Unsere Reisetipps geben euch Orientierung.
Top-Sehenswürdigkeiten in Timor-Leste im Überblick
Wer die Seele der Menschen Osttimors (offiziell: Timor-Leste) ergründen will, sollte die Hauptstadt Dili durchstreifen. Lasst euch an der Dili Waterfront treiben, besucht das Arte Moris Kunstzentrum und den Santa Cruz-Friedhof, einen Erinnerungsort des Freiheitskampfes. Zu den absoluten Highlights Osttimors gehört der Nino Konis Santana National Park mit seinen tropischen Regenwäldern und der artenreichen Flora und Fauna.
Teil des Nationalparks sind auch das ursprüngliche Eiland Jaco und der bezaubernde Valu Beach. Nördlich der Hauptinsel locken die Korallenriffe rund um Atauro Island, im Landesinneren thront der spektakuläre Mount Ramelau über allem. Dieser demokratische Inselstaat mit seinen 1,3 Millionen Einwohnern gehört definitiv auf die Bucket List von all jenen, die ausgetretene Touristenpfade verlassen und auf Entdeckungsreise gehen wollen.
—
#osttimor #südostasien
Fototipp: Folgt HOME of TRAVEL auf Instagram, um neue Aktivitäten und interessante Orte für eure nächste Reise zu finden. Außerdem stellen wir regelmäßig interessante Reiseblogger vor, die von ihren Abenteuern berichten. Hier abonnieren >
1. Cristo Rei of Díli: Christusstatue über der Hauptstadt


| Lage: | Ponta Fatossídi |
| Höhe: | 14 m |
| Errichtet: | 1988 |
Der segnende Christus hoch über Dili erinnert an jenen von Rio de Janeiro. Doch er wurde weder von der ehemaligen Kolonialmacht Portugal noch vom unabhängigen Staat Osttimor errichtet, sondern von den indonesischen Besatzern. Es half alles nichts: Die Bevölkerung setzte ihren Unabhängigkeitskampf fort.
Dennoch ist diese 14 m hohe Statue aus Kupfer bis heute das unangefochtene Wahrzeichen der Hauptstadt. Jesus Christus thront auf einem Globus auf dem Felsen der Ponta Fatossídi im Osten der Bucht von Dili. Ein Kreuzweg mit 14 Stationen führt vom Strand Praia de Cristo Rei hinauf.
2. Jaco Island: Paradiesisches Eiland an der Ostspitze


| Lage: | Nationalpark Nino Konis Santana |
| Größe: | 8 Quadratkilometer |
| Bevölkerung: | Unbewohnt |
Nur 600 m trennen Jaco Island von der Hauptinsel Timor. Weil die Insel den Einheimischen als heilig gilt, hat sich hier eine einzigartige Natur mit unberührtem Dschungel erhalten. Eine echte Besonderheit sind die salzwassertrinkenden Mähnenhirsche.
Bis heute darf hier niemand wohnen, aber tagsüber werden Reisende vom gegenüberliegenden Valu Beach mit Fischerbooten zum Schnorcheln und Tauchen zur Insel Jaco gebracht. Sie besteht aus Korallenkalkstein, unter Wasser könnt ihr wunderschöne Korallengärten erleben. Jaco Island und das gegenüberliegende Kap Cutcha gehören zum Nationalpark Nino Konis Santana.
3. Mount Ramelau: Höchster Berg der Insel Timor


| Lage: | 70 km südlich von Dili |
| Must-Do: | Gipfeltour |
| Höhe: | 2963 m |
Von Hatu-Builico (1.950 m) gelangt ihr über steinige Wege zum legendären Tatamailau (2.963 m). Dieser Name bedeutet in der Mambai-Sprache so viel wie „Großvater aller“. Wenn ihr in zweieinhalb Stunden den kahlen Gipfel erklimmt, werdet ihr mit einer unfassbar schönen Aussicht über die Insel Timor und den Ozean belohnt.
Unter der portugiesischen Kolonialherrschaft hieß der Berg Pico Ramelau. Es waren die Indonesier, die oben eine Marienstatue errichten ließen. Die Muttergottes gilt als Schutzpatronin von Osttimor. Der Bergregenwald ist ein Wildschutzgebiet, geführte Wanderungen bringen euch bis zum Sonnenaufgang zum Gipfel.
4. Atauro Island: Artenreiche Korallenriffe


Auch interessant: Schnorcheln – 9 gute Tipps für Anfänger
| Lage: | Bandasee |
| Must-Do: | Tauchen oder schnorcheln |
| Größe: | 140 Quadratkilometer |
Eine zweistündige Fahrt mit der Fähre bringt euch von Dili aus auf die nördlich gelegene Insel Atauro. Sie besteht aus 3 Millionen Jahre altem Vulkangestein und knapp 1.000 m hohen Bergen. In den Niederungen weiden traditionell Ziegen.
Auf der zerklüfteten Insel gibt es kleinere Gebiete mit Regenwald, Eukalyptusplantagen und bezaubernden Buchten mit Sandstränden. Die eigentlichen Attraktionen erstrecken sich jedoch rund um Atauro: Die Korallenriffe gelten als ausgesprochen artenreich. Sie werden allmählich touristisch erschlossen, Tauchunternehmen bringen euch zu den schönsten Spots. Auch wenn ihr „nur“ schnorchelt, werdet ihr eine faszinierende Unterwasserwelt sehen.
5. Tais‑Markt Díli: Traditionelle Souvenirs

Auch interessant: Die besten Sehenswürdigkeiten in Indonesien
| Lage: | Mercado de Tais, Dili |
| Must-Do: | Feilschen |
| Besonderheit: | Tais-Stoffe |
Tais heißen die handgewebten und mit historischen Mustern eingefärbten Stoffe, die die Bewohner Osttimors traditionell tragen. Auf dem Tais-Markt in Dili könnt ihr wunderschöne Stücke erwerben, die zu Hause ein Blickfang sind.
Handeln gehört dazu, aber vergesst nicht, dass die Tais-Stoffe für die Einheimischen eine ganz wichtige Einkommensquelle darstellen. Sie gehören seit 2021 zum Weltkulturerbe, werden aber mittlerweile auch maschinell gewebt. Es ist also sinnvoll, die Stoffe direkt bei den Weberinnen zu erwerben. Haltet also Ausschau nach Webstühlen. Auf dem Taibessi-Markt findet ihr weniger Folklore, dafür kaufen hier viele Einheimische ein.
6. Nino Konis Santana National Park: Urwald und Korallen
Auch interessant: Die schönsten Nationalparks der Welt
| Lage: | Ostzipfel Timors |
| Must-Do: | Tour buchen |
| Größe: | 123 600 Hektar |
Nur noch im bisher einzigen Nationalpark Osttimors, dem Nino Konis Santana National Park, erstreckt sich tropischer Primärregenwald. In den Flüssen und im See Ira Lalaro leben die imposanten, aber gefährlichen Leistenkrokodile, an der Küste breiten sich Mangroven-Urwälder aus.
Der Nationalpark ist nach dem Freiheitskämpfer Nino Konis Santana benannt und ein echter Garten Eden. Nur auf Timor heimische Tier- und Pflanzenarten finden sich hier, darunter der vom Aussterben bedrohte Gelbwangenkakadu. Artenreiche Korallengärten sowie jahrtausendealte Fels- und Höhlenmalereien sind ebenfalls Teil des Nationalparks. Auf organisierten Touren könnt ihr diese faszinierende Natur entdecken.
7. Betano Beach: Goldgelber Sand und lässige Vibes

Auch interessant: Die schönsten Strände der Welt
| Lage: | Manufahi |
| Must-Do: | Picknicken |
| Anreise: | 160 km von Dili |
Auf der Suche nach einem Traumstrand? Der Betano Beach wird nicht nur von Reisenden, sondern vor allem von Einheimischen frequentiert. Macht es wie sie: Packt euren Picknickkorb, geht schwimmen, schnorcheln oder angeln.
Die Schönheit dieses herrlich golden glitzernden Sandstrandes wird komplettiert durch türkisfarbenes, klares Wasser, Kokospalmen wie aus dem Bilderbuch und sanft ansteigende Hügel. Am naturbelassenen Strand gibt es einfache Restaurants und Food-Stalls. Der Betano Beach im Bezirk Manufahi eignet sich sehr gut für Familien. Kein Stress, hier ticken die Uhren langsamer.
8. Baucau: Alte Kolonialstadt an der Nordküste
| Lage: | 123 km östlich von Dili |
| Must-Do: | Relaxen am Uatabo Beach |
| Must-See: | Pousada de Baucau |
Baucau mit seinen knapp 20.000 Einwohnern ist die zweitgrößte Stadt des Landes. Die Portugiesen errichteten hier eine Kathedrale und eine Schule im typischen Kolonialstil.
Wenn ihr von der Neustadt den steilen Hang hinunter bis zum Strand lauft, kommt ihr auf eurem halbstündigen Fußweg an der Altstadt (Vila Antuga) vorbei, in der noch Lehmhütten mit Strohdächern stehen. Sie sind von wunderschön blühenden Gärten und Palmen umgeben. Das farbenfroh gestrichene Marktgebäude, der Baucau Old Market, das beschauliche Alltagsleben der Menschen und der schöne Uatabo Beach (7 km vom Zentrum) machen den Weg nach Baucau lohnend.
9. Valu Beach: Bilderbuchstrand im Osten
| Lage: | 14 km von Tutuala |
| Must-Do: | Schnorcheln |
| Anreise: | Über eine Schotterpiste |
Der Strand von Valu an der äußersten Ostspitze von Timor-Leste gehört zu den schönsten Stränden der Insel. Goldgelb ist der Sand, zauberhaft die Natur des Hinterlandes. Valu Beach gilt als eine der Hauptattraktionen des Nino Konis Santana Nationalparks.
Auf Höhe dieses Strandes treffen sich übrigens das sogenannte Männermeer (Tasi Mane, die Timorsee) und das Frauenmeer (Tasi Feto, die Bandasee). Dies ist sicherlich einer der schönsten Plätze der Insel, um sich in das tropisch lauwarme Wasser zu stürzen. Fischerboote bringen euch von hier aus auf die unbewohnte Robinson-Insel Jaco.
Weitere Reisetipps in Südostasien
Schon gewusst? Am schönsten ist es in Osttimor kurz nach der Regenzeit, die zwischen November und Anfang April herrscht. Danach ist die Landschaft auf der ganzen Insel sattgrün. Später verdorrt der Norden der Insel sehr stark. Die Anreise von Deutschland nach Dili dauert um die 30 Stunden, denn Direktflüge gibt es nicht. Es genügt ein Reisepass, der noch mindestens ein halbes Jahr gültig ist. Am einfachsten ist die Kombination einer Reise nach Timor-Leste mit Indonesien. Es gibt z. B. Direktflüge von Bali oder ihr überschreitet die Grenze am Boden, indem ihr von West- nach Osttimor reist.
Schreibe einen Kommentar