Ich folge einem breiten Weg durch den Wald, das Rauschen der Torrener Ache begleitet jeden Schritt. Kurz darauf öffnet sich der Blick auf türkisfarbene Seen, die malerisch von Felswänden und Bäumen umgeben sind. Das Wasser ist so klar, dass man jeden Stein und viele Fische am Grund erkennt. Wer möchte, füttert sie mit Futter aus dem extra aufgestellten Automaten. Die einfache Wanderung gipfelt in einer gemütlichen Einkehr bei einem schmackhaften Wirt.
Lohnt sich die Wanderung zu den Bluntauseen?






Die Bluntauseen liegen nahe Golling an der Salzach, eingebettet zwischen bewaldeten Hängen und steilen Felswänden. Das Wasser ist außergewöhnlich klar und schimmert je nach Licht in verschiedenen Blau- und Grüntönen. Die zwei Seen liegen im vier Kilometer langen Bluntautal. Das gesamte Tal wird von einem Bach durchflossen, der uneinheitlich Torrenerache (bzw. Torrener Ache), Torrenerbach (bzw. Torrener Bach) oder Fischbach genannt wird.
Im Norden erhebt sich der Göllstock, im Süden das Hagengebirge. Aber für dieses Ausflugsziel braucht man weder Trittsicherheit noch alpine Erfahrung: Auf den gut ausgebauten Wegen hier kann man gemütlich spazieren gehen – selbst ein Kinderwagen ist dabei kein Problem. Am Wasser sind einige Angler unterwegs, Badefreunde müssen sich allerdings zurückhalten: Das Bluntautal steht seit 1980 unter Landschaftsschutz, und somit ist auch das Schwimmen verboten.
Fototipp: Hier könnt ihr ganz beeindruckende Spiegelungen einfangen. Achtet darauf, dass Himmel und Wasser in eurem Foto den gleichen Anteil haben. Besonders toll leuchtet das Wasser an sonnigen Tagen.
Anreise nach Golling an der Salzach
| Strecke: | 8 km |
| Höhenmeter: | 30 hm |
| Gehzeit: | 2 Stunden |
| Einkehrtipp: | Bärenwirt |
| Besonderheit: | barrierefrei |
Vom Salzburger Hauptbahnhof erreichst du die Bluntauseen unkompliziert mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Zunächst fährst du mit der S-Bahn oder einem Regionalzug Richtung Golling-Abtenau. Die Fahrt dauert etwa 30 Minuten. Von dort aus läufst du noch einmal eine halbe Stunde zum Start des Bluntautals oder fährst alternativ 5 Minuten mit dem Taxi.
Wer mit dem Auto anreist, folgt ab Salzburg der A10 Tauernautobahn (Achtung: Mautstraße!) bis zur Ausfahrt Golling-Abtenau und fährt anschließend ins gut ausgeschilderte Bluntautal. Die Fahrt dauert 50 Minuten.
Wer Mautstraßen vermeiden möchte, wählt das entsprechend in der Navigations-App oder im Navi aus. In diesem Fall seid ihr im Wesentlichen auf der B159 unterwegs. Damit braucht ihr etwa 10 Minuten länger. Vom kostenpflichtigen Parkplatz Bluntauseen aus beginnt die Wanderung direkt.
Ankommen im Bluntautal
Vom Parkplatz aus geht es zunächst ein Stück vorbei an Häusern und dann auf ein kleines Waldstück zu. Ich werde hier von drei Ponys begrüßt, die weder angebunden noch scheu sind und völlig stoisch im Wald stehen. Ein gemeinsames Foto später geht es weiter. Sehr bald komme ich auf den leichten Wanderweg.
Jeder Schritt hier wird begleitet vom gleichmäßigen Plätschern der Torrener Ache. Nach wenigen Minuten taucht der erste See auf. Das Wasser wirkt fast unwirklich blau und ist so klar, dass ich Forellen und Saiblinge deutlich erkennen kann. Kein Wind trübt die Oberfläche, und die darauf schwimmenden Enten wirken fast, als würden sie schweben.
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Fischfütterung am See
Neben anderen Spaziergängern gibt es hier auch ein paar Angler, die Leute sind aber gut verteilt auf den breiten Spazierwegen. Ich laufe über die etwa 20 Meter breite Landbrücke, die die beiden Bluntauseen voneinander trennt. Am Ufer sitzen einige Familien mit Picknickdecken, am Wegesrand pflückt eine ältere Frau Berberitzen.
Ich mache es mir dann auf einer der zahlreichen Bänke gemütlich, schaue die hohen Felswände hinauf und aufs türkisblaue Wasser. Was für eine Aussicht. Ein kleines Highlight hier ist die Fischfütterung: An einem Futterautomaten kann man für ein paar Münzen Futter ziehen und es direkt ins Wasser streuen. Die Fische und Enten wissen natürlich ganz genau Bescheid und sind in Sekundenschnelle da. Wichtig ist, ausschließlich das angebotene Futter zu verwenden, um das sensible Ökosystem nicht zu stören.
Einkehr beim Bärenwirt
Der Rundweg ist übersichtlich und gut beschildert. Nach etwa 3,5 Kilometern bietet sich am äußersten Punkt der Runde eine Pause beim Bärenwirt an, der etwas talauswärts im Bluntautal liegt. Bei Schönwetter sitzt man draußen mit Blick ins Grüne und hört den Bach rauschen, aber auch drinnen ist es sehr rustikal und gemütlich. Auf der Karte stehen klassische österreichische Gerichte wie Suppen, Kaspressknödel oder Wiener Schnitzel.
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Fazit
Die Wanderung zu den Bluntauseen ist eine einfache, aber landschaftlich sehr lohnende Tour. Die Wege sind gut ausgebaut, die Runde lässt sich flexibel gestalten, und durch die geringe Steigung bleibt genug Energie, um die Umgebung bewusst wahrzunehmen. Besonders schön ist die Kombination aus stillen Waldabschnitten, den intensiv gefärbten Seen und der Möglichkeit zur gemütlichen Einkehr beim Bärenwirt.
Wer noch Zeit hat, sollte den Ausflug unbedingt mit dem nahegelegenen Gollinger Wasserfall verbinden. Bis zum Eingang braucht ihr etwa eine halbe Stunde zu Fuß. Euch erwartet tosendes Wasser, das über 75 Meter hinabfällt – ein starker Kontrast zur ruhigen Seenlandschaft.
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