Thomas-Eder-Steig: Rundwanderung am Untersberg

Ganz oben am Untersberg verschwindet der Wanderweg vor mir plötzlich mitten im Fels. Ich folge ihm auf einer langen Treppe mitten durch das mächtige Kalksteinmassiv. Immer wieder gibt es kleine Öffnungen, die den Blick auf die umliegenden Gipfel freigeben. Der spektakuläre Steig am Untersberg ist ein kleines Abenteuer – und führt mich schließlich sogar bis zur spektakulären Schellenberger Eishöhle, in der es mitten im Sommer richtig frostig wird.

Lohnt sich die Wanderung über den Thomas-Eder-Steig?

Der Thomas-Eder-Steig gehört zu den außergewöhnlichsten Wegen am Untersberg. Er verbindet die österreichische Seite des Massivs mit der Schellenberger Eishöhle auf deutscher Seite und führt dabei durch eine eindrucksvolle Karstlandschaft. Sein besonderer Reiz: Der Steig verläuft nicht einfach nur über den Berg, sondern durch ihn hindurch. Mehrere Tunnel, Felspassagen, Treppen und gesicherte Abschnitte machen die Route zu einem kleinen alpinen Abenteuer.

Der Untersberg selbst ist ein mächtiges Kalksteinmassiv südlich von Salzburg, das sich über die Grenze zwischen Österreich und Deutschland erstreckt. Die höchste Erhebung ist der Berchtesgadener Hochthron mit 1.972 Metern, auf österreichischer Seite ist der Salzburger Hochthron mit 1.853 Metern der bekannteste Gipfel. Mit der Untersbergbahn kommt man zwar schnell nach oben, trotzdem ist die anschließende Tour keineswegs ein Spaziergang. Neben dem Thomas-Eder-Steig warten weitere Highlights: der Salzburger Hochthron, die Schellenberger Eishöhle, die Toni-Lenz-Hütte und der Rückweg über den anspruchsvollen Dopplersteig. Wer die gesamte Runde gehen möchte, sollte daher Kondition, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit mitbringen – und genau prüfen, wann die letzte Bahn wieder abfährt.

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Fototipp: Die besten Motive entstehen natürlich auf dem Thomas-Eder-Steig selbst: Besonders spannend sind die Perspektiven auf die schmalen Felswege, Leitern und Tunnel. Probiert, noch einen Ausblick aufs Tal mit ins Bild zu bekommen.

Anreise nach St. Leonhard bei Grödig

Strecke:6,3 km
Höhenmeter:1.007 hm
Gehzeit:5 Stunden
Must-See:Schellenberger Eishöhle
Schwierigkeit:mittel

Die Wanderung startet an der Bergstation der Untersbergbahn, die Anreise erfolgt also zur Talstation nach in St. Leonhard bei Grödig, rund zehn Kilometer südlich von Salzburg. Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreist, kann vom Salzburger Hauptbahnhof mit der Buslinie 25 direkt bis zur Haltestelle „Grödig Untersbergbahn“ fahren. Alternativ verkehren aus Salzburg auch die Linien 28 und 5. Von Berchtesgaden bringt euch die Buslinie 840 über Marktschellenberg direkt zur Talstation.

Mit dem Auto erreicht ihr die Talstation über die A10 oder die Alpenstraße. Direkt an der Bahn gibt es einen kostenpflichtigen Parkplatz. Die Seilbahn bringt mich in wenigen Minuten hinauf zur Bergstation am Geiereck auf 1.776 Metern. Für die Rückfahrt könnt ihr wieder die Untersbergbahn nehmen. Wichtig ist deshalb, vor dem Start die Betriebszeiten der Bahn zu prüfen und genügend Zeit für die Runde einzuplanen.

Alternativ könnt ihr natürlich auch direkt vom Tal aus starten und von dort etwa zur Toni-Lenz-Hütte (Start: Markschellenberg) aufsteigen. Das verlängert die Tour massiv und sollte mit einer Hüttenübernachtung im Zeppezauerhaus oder in der Toni-Lenz-Hütte kombiniert werden. Die Schellenberger Eishöhle ist ebenfalls nur saisonal geöffnet; aktuell sind Führungen von Ende Mai bis Anfang Oktober möglich. Drinnen herrschen auch im Sommer Temperaturen um den Gefrierpunkt, warme Kleidung gehört deshalb unbedingt in den Rucksack.

Salzburger Hochthron und Abstieg zur Mittagsscharte

Kaum bin ich aus der Seilbahn gestiegen, fühlt sich die Tour schon nach richtigem Berg an. Wer möchte, kann hier einen kurzen Abstecher zum Zeppezauerhaus machen. Ansonsten geht es über den breiten Wanderweg in Richtung Salzburger Hochthron. Der 1853 Meter hohe Gipfel ist schnell erreicht und bietet einen beeindruckenden Rundumblick über die Bergwelt. Besonders schön finde ich die vielen Schautafeln auf dieser ersten Strecke, die Sagen und Geschichten rund um den Untersberg erzählen. Der Berg hat schließlich seit Jahrhunderten etwas Mystisches an sich. Nach der Gipfel-Pause beginnt das eigentliche Abenteuer.Von der Hochthron-Region geht es hinunter zur Mittagsscharte. Der Weg führt nun durch die typische Karstlandschaft des Untersbergs, vorbei an Felsen und Latschen. Nach und nach wird das Gelände felsiger und der Weg anspruchsvoller. Schließlich erreiche ich den Einstieg zum Thomas-Eder-Steig.

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Die Schellenberger Eishöhle

Jetzt wird es richtig spannend. Der Thomas-Eder-Steig wurde in die Felswände des Untersbergs gebaut und führt über Leitern, durch Tunnel und entlang seilversicherter Passagen bergab. Die Kombination aus rauem Kalkstein und den künstlich angelegten Durchgängen macht den Weg so besonders. Ich muss mich hier voll auf jeden Schritt konzentrieren – gleichzeitig fällt es schwer, nicht ständig stehen zu bleiben und die Umgebung anzuschauen. Mal führt der Weg direkt an der Felswand entlang, mal verschwindet er in einem Tunnel.

Besonders eindrucksvoll ist der Wechsel zwischen dem hellen Bergpanorama draußen und dem dunklen, kühlen Inneren der Felsen. Schließlich erreiche ich den Eingang der Schellenberger Eishöhle. Die Höhle ist Deutschlands größte erschlossene Eishöhle und kann im Rahmen von Führungen besichtigt werden. Eisformationen und gefrorene Wände erinnern daran, dass im Inneren des Untersbergs ganz andere klimatische Bedingungen herrschen.

Toni-Lenz-Hütte und Dopplersteig

Nach dem Höhlenbesuch geht es weiter zur Toni-Lenz-Hütte. Die urige Hütte liegt unterhalb der gewaltigen Untersberg-Felswände und vor allem die große Aussichtssterrasse ist ein schöner Platz für eine Pause. Ihr bekommt hier Suppe, Kuchen und ganz tollen Kaiserschmarrn, außerdem gibt es ein paar wenige Übernachtungsplätze. Beim weiteren Weg zurück zum Zeppezauerhaus wartet noch einmal ein anspruchsvoller Abschnitt: Über den Dopplersteig geht es steil bergauf über Fels- und Holzstufen.

Der Weg ist an einigen Stellen ausgesetzt und ebenfalls mit Seilen gesichert. Das ist zwar anstrengend, aber gleichzeitig ein würdiger Abschluss der Runde. Nach dem letzten Anstieg taucht schließlich wieder das Zeppezauerhaus auf. Von dort ist es nur noch ein kurzer Weg zur Bergstation der Untersbergbahn. Ich steige in die Gondel und merke erst während der Talfahrt, wie viele unterschiedliche Eindrücke in diesen Wandertag gepasst haben.

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Fazit

Der Thomas-Eder-Steig ist für mich das Highlight dieser Untersberg-Runde. Wo sonst führt ein Wanderweg über Felsstufen, durch Tunnel und direkt durch das Innere eines mächtigen Bergmassivs – und verbindet das Ganze anschließend noch mit einer Eishöhle? Wer den Untersberg einmal abseits der klassischen Gipfelwanderung erleben möchte, bekommt hier eine außergewöhnlich abwechslungsreiche Tour. Allerdings ist die Runde kein Spaziergang: Trittsicherheit, Schwindelfreiheit, Kondition und festes Schuhwerk sind unbedingt erforderlich. Bei Nässe oder ungünstigen Wetterbedingungen sollte man auf den Thomas-Eder-Steig verzichten. Die Eishöhle ist außerdem nur während der Saison und im Rahmen von Führungen zugänglich.

Wer danach noch Lust auf ein weiteres Erlebnis hat, kann am Fuß des Untersbergs noch durch die Almbachklamm gehen. Über Stege und Brücken führt der Weg durch die enge Schlucht, direkt daneben liegt die historische Marmorkugelmühle.

Lage

Praktische Links

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