Die Wanderung von Vent zur Ötzi-Fundstelle führt einen tief hinein in die hochalpine Bergwelt der Ötztaler Alpen. Vorbei an der Martin-Busch-Hütte und über die Similaunhütte geht es bis auf rund 3.200 Meter Höhe – dorthin, wo 1991 die weltberühmte Gletschermumie Ötzi gefunden wurde. Eine lange, anspruchsvolle Tour mit beeindruckenden Gletscherpanoramen, alpiner Landschaft und einem außergewöhnlichen Ziel.
Lohnt sich die Wanderung zur Ötzi-Fundstelle in den Ötztaler Alpen?





Die Ötzi-Fundstelle gehört zu den wahrscheinlich außergewöhnlichsten Zielen in den Ötztaler Alpen. Aber nicht nur das Ziel, das Denkmal an der Fundstelle, sondern vor allem der Weg dorthin macht die Tour zu einem besonderen Erlebnis. Von Vent führt die Wanderung zunächst durch das Niedertal und vorbei an der gemütlichen Martin-Busch-Hütte mit Panoramaterrasse, bevor es immer weiter hinauf in die hochalpine Landschaft geht.
Spätestens ab der Similaunhütte verändert sich der Charakter der Tour deutlich: Fels, Geröll und Gletscher prägen nun die Umgebung. Wer die lange Strecke auf zwei Tage verteilt, kann die Tour mit einer Übernachtung auf der Similaunhütte verbinden.
Fototipp: Fotografisch sind vor allem die Blicke auf die umliegenden Gletscher kurz vor und rund um die Similaunhütte spannend. Am schönsten ist die Stimmung in der Dämmerung, weshalb ich dir die Übernachtung besonders empfehlen würde.
Anreise nach Vent
| Strecke: | 28 km |
| Höhenmeter: | 1.400 |
| Gehzeit: | ca. 9 Stunden |
| Einkehrtipp: | Martin-Busch-Hütte |
| Schwierigkeit: | anspruchsvoll |
Das kleine Dorf Vent ist von Sölden aus über eine Straße sehr gut erreichbar. Wer mit dem Auto anreist, kann in Vent parken und von dort direkt in die Tour starten. Auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln kannst du das Bergsteigerdorf erreichen: Von Ötztal-Bahnhof beziehungsweise über Sölden geht es mit dem Bus weiter nach Vent.
Auf Grund der Länge der Tour ist ein früher Start ideal. Je nachdem, von wo du anreist, kannst du einfach direkt in Vent oder der näheren Umgebung übernachten, um am nächsten Morgen früh losgehen zu können. Hotels und Pensionen gibt es in dieser Region ausreichend!
Ausrüstung für die Wanderung zur Ötzi-Fundstelle
Für die Wanderung sollte ausreichend Zeit eingeplant werden. Zwar ist der Weg bis zur Martin-Busch-Hütte technisch noch vergleichsweise unkompliziert, mit zunehmender Höhe wird das Gelände aber immer alpiner. Wer die Tour entspannter erleben möchte, sollte eine Übernachtung auf der Similaunhütte buchen. Gerade für den letzten Abschnitt zur Fundstelle bietet das den Vorteil, am nächsten Morgen früh und ohne Zeitdruck starten zu können. Natürlich kannst du die ca. acht- bis neunstündige Tour aber auch an einem Tag unternehmen.
Neben guter Kondition ist auf dieser Route vor allem eine alpine Grundausrüstung wichtig. Feste Bergschuhe, ausreichend Wasser und Snacks, wetterfeste Kleidung und Sonnenschutz gehören unbedingt in dein Gepäck. Nimm auf jeden Fall auch Bargeld mit, damit du problemlos auf den Hütten bezahlen kannst.
Vor dem Aufbruch sollte außerdem unbedingt der aktuelle Wetterbericht geprüft werden. Die Tour befindet sich in alpinem Gelände und kann bei Regen, Schnee oder Gewitter sehr schnell gefährlich werden. Aufgrund des alpinen Geländes brauchst du für diese Route unbedingt ausreichend Trittsicherheit und Bergerfahrung. Solltest du dir unsicher sein, dann unternimm die Tour lieber in Begleitung eines Bergführers.
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Von Vent über die Martin-Busch-Hütte zur Similaunhütte
Der Start in Vent führt dich zunächst über gemütliche Wanderwege stetig weiter nach oben. Der Weg führt durch das Niedertal und die Landschaft ist von grünen Berghängen geprägt. Je weiter man ins Tal hineinwandert, desto stärker verändert sich jedoch die Umgebung und in der Ferne kommen schon die ersten Gletscherzungen heraus. Die Martin-Busch-Hütte erreichst du dann nach ungefähr zwei Stunden Aufstieg als ersten Zwischenstopp. Hier würde ich dir eine Einkehr unbedingt empfehlen, vor allem wenn das Wetter gut ist und du einen Platz auf der sonnenverwöhnten Panoramaterrasse bekommst!
Nach der Martin-Busch-Hütte wird die Landschaft mit jedem Höhenmeter karger und beeindruckender. Links neben dir laufen kleine Bäche hinab ins Tal und kurz vor dem letzten Anstieg zur Similaunhütte kommst du noch an einem türkisblauen kleinen Bergsee vorbei. Über einige Kehren geht es dann weiter rauf zur Similaunhütte, die dir einen atemberaubenden Blick auf den Niederjochferner bietet – aber Achtung: Hier oben ist es ganz schön kalt und windig, also unbedingt eine wärmere Jacke anziehen, damit man nicht auskühlt!
Von der Similaunhütte über den Grat zur Ötzi-Fundstelle
Der spannendste Teil der Tour beginnt an der Similaunhütte, von der du übrigens bis zur Ortlergruppe schauen kannst. Direkt hinter der Hütte geht es drahtseilversichert weiter rauf, im Rücken die Gletscher und vor einem die Gipfel des Ötztals. Der Weg führt dich über einen langen und spektakulären Grat, für den es Trittsicherheit und Bergerfahrung braucht. Immer wieder kraxelst du an den Felsnadeln entlang, bis schließlich das Hinweisschild zur „Ötzi-Fundstelle“ auftaucht.
Auf rund 3.200 Metern erreicht man schließlich die Fundstelle des „Mannes auf dem Eis“. Hier entdeckte 1991 ein Ehepaar die ca. 5.300 Jahre alte Gletschermumie. Heute erinnert eine Stele an den außergewöhnlichen Fund. Der genaue Platz, an dem der Ötzi gefunden wurde, ist ein rot markierter Stein, der sich ein paar Meter entfernt von der Stele befindet. Hier oben, auf 3.210 Metern, wurde mit diesem Fund unfassbare Geschichte geschrieben, die man noch heute am Berg sowie in zahlreichen Museen in der Region erleben kann.
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Fazit
Die Wanderung zur Ötzi-Fundstelle ist definitiv eine beeindruckende Bergtour für alle, die ausreichend Bergerfahrung und Kondition mitbringen. Dafür bekommt man eine außergewöhnliche Kombination aus beeindruckender Hochgebirgslandschaft, Gletscherblicken und einem historisch einzigartigen Ziel. Die Übernachtung in der Similaunhütte toppt das Erlebnis nochmal, da man so die unfassbar schöne Stimmung der vergletscherten Berge im Abendlicht und in den frühen Morgenstunden erleben kann. Der finale Streckenabschnitt über den Grat bis zur Fundstelle ist eines der absoluten Highlights der Tour.
Wer die Route verlängern möchte, kann im Anschluss an die Fundstelle noch zur Finailspitze oder zum Hauslabkogel aufsteigen. Wenn man sich mehr für die Geschichte des Ötzis interessiert, dann gibt es in Umhausen oder Bozen spannende Museen, die einen in die Welt vor über 5.000 Jahren hineinblicken lassen.
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