Zugspitze via Gatterl: Einfachste Wanderung zum Gipfel

Stolz reiße die Arme in die Luft! Ich stehe auf Deutschlands höchstem Berg, auf der Zugspitze (2.962 m). Und ich habe den Gipfel aus eigener Kraft erklommen. Von Ehrwald in Österreich führt die wohl leichteste Aufstiegsroute übers Gatterl, vorbei an der Knorrhütte bis zur Aussichtsplattform und zum goldenen Gipfelkreuz der Zugspitze. Ein bisschen Kondition ist für die Wanderung natürlich trotzdem vonnöten. Aber das Gefühl danach ist unbeschreiblich!

Lohnt sich die Wanderung auf die Zugspitze übers Gatterl?

Mit 2.962 m Höhe ist die Zugspitze der höchste Gipfel Deutschlands und somit ein Berg, auf dem jeder deutsche Wanderer und Bergsteiger einmal stehen möchte. Es führen zwei Seilbahnen hinauf zum Gipfel, eine vom Eibsee bei Garmisch-Partenkirchen und eine aus Ehrwald kommend. Aber noch befriedigender ist der Aufstieg natürlich aus eigener Kraft.

Ab Ehrwald in Tirol könnt ihr übers Gatterl verhältnismäßig einfach aufsteigen. Die ersten Höhenmeter kann man sogar abkürzen, in dem man mit der Ehrwalder Almbahn hinauffährt. Anschließend warten dann »nur« noch 1.710 Höhenmeter und etwas mehr als 11 km Strecke. Das ist kein Kinderspiel, aber für konditionsstarke und trittsichere Wanderer gut machbar. Wer mag, kann auch etwa auf der Hälfte auf der Knorrhütte übernachten und die Tour auf zwei Tage aufteilen.

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Fototipp: Unterwegs gibt es viele lohnenswerte Ausblicke: Das Reintal, das Gatterl, das Gipfelkreuz – um ein paar Motive zu nennen. Meiner Meinung nach entstehen die coolsten Fotos am „Grat“ kurz vor dem Gipfel. Der Hintergrund ist hochalpin und die Route sieht mega spektakulär aus.

Anreise nach Ehrwald in Tirol

Start:Bergstation Ehrwalder Almbahn
Höhenmeter:1.710 m
Strecke:11,4 km
Gehzeit:7 Stunden
Beste Zeit:Juli bis September

Ab München sind wir rund 1,5 Stunden mit dem Auto bis nach Ehrwald unterwegs. Die Anreise ist auch mit dem Zug möglich. Vom Münchner Hauptbahnhof kommt ihr in rund 2 Stunden sogar ohne Umstieg hin. Wir versuchen die erste Gondel der Ehrwalder Almbahn um 8:30 Uhr zu erwischen. Dadurch, dass wir ein Bergbahnticket kaufen, können wir sogar kostenlos parken. Und dann schweben wir die ersten 400 Höhenmeter gemütlich nach oben.

Ich empfehle an dieser Stelle das Gatterl-Ticket. Darin enthalten sind drei Seilbahnfahrten: Die Auffahrt mit der Ehrwalder Almbahn, die Talfahrt mit der Tiroler Zugspitzbahn und es besteht (falls gewünscht) die Möglichkeit, ab dem Sonnalpin unterhalb des Gipfels die letzten Höhenmeter durch die Fahrt mit der Bayerischen Gletscherbahn einzusparen.

Leichtes Gepäck, Ausrüstung und sicheres Wetter erforderlich

Ab der Bergstation geht’s zu Fuß weiter. Zuerst ganz entspannt zum Reinkommen nur mäßig ansteigend. Wir schlendern durch eine Landschaft aus wunderschönen Almwiesen und schrauben uns vorbei an Kühen und mit sensationellen Ausblicken auf die Mieminger Kette immer höher hinauf. Mein Rucksack ist prall gefüllt und trotzdem nicht zu voll. Für die Tagestour habe ich 2,5 Liter Wasser eingepackt. Ihr könnt an der Knorrhütte die Flüssigkeit auch noch mal auffüllen. Außerdem ist neben dem Erste-Hilfe-Set und Sonnenschutz auch warme und wetterfeste Kleidung mit dabei.

Denkt daran, dass es im Tal zwar warm sein kann, aber wir auf fast 3.000 Meter Höhe aufsteigen. Ganz oben ist es selbst im Hochsommer spürbar kälter. Ich habe also auch ein Stirnband und ein Halstuch mit dabei. Und natürlich Snacks. Außerdem solltet ihr das Wetter im Blick behalten. Solch eine lange Bergtour im exponierten Gelände ist nur bei wirklich stabilen Wetterverhältnissen ratsam. Ich checke unterwegs also auch regelmäßig den Himmel und den Wetterbericht.

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Übers Gatterl zur Knorrhütte auf die Zugspitze

Kurz vorm Gatterl müssen wir das erste Mal etwas Kraxeln. Oben angekommen passieren wir die Grenze nach Deutschland. Nun wird die Landschaft wilder und gerölliger. Wir sind im hochalpinen Gelände unterwegs und folgen einem aussichtsreichen Höhenweg bis zur Knorrhütte. Dabei können wir ins Reintal hinabblicken, das sich malerisch unter unseren Füßen ausdehnt. Aus dem Reintal gibt es ja ebenfalls eine Aufstiegsroute auf die Zugspitze. Ab der Knorrhütte füllt sich der Weg dementsprechend. Denn nun sind wir auch mit Wanderern dieser Tour unterwegs.

Aber wir legen eh ein kurzes Päuschen ein und lassen uns eine warme Nudelsuppe und eine prickelnde Holunderschorle schmecken. Beides tut richtig gut. So können wir die verbleibenden Höhenmetern mit frisch aufgefüllten Energiereserven angehen. Und die sind nötig! Denn nun sind wir am Zugspitzplatt in einer wilden Mondlandschaft unterwegs und es wird zunehmend steiler.

Besonders eindrucksvoll finde ich die Vorstellung, dass das ganze Gelände vormals mit Gletschereis überzogen war. Heute ist davon nicht mehr viel übrig. Nur der Nördliche Schneeferner, einer der vier letzten Gletscher Deutschlands, ist noch erkennbar.

Schlüsselstelle am Zugspitzplatt

Am Sonnalpin rückt der Gipfel endlich in greifbare Nähe. Knapp 400 Höhenmeter trennen uns noch. Und genau diese Höhenmeter haben es richtig in sich. Es geht über ein steiles Geröllfeld hinauf. Das Gestein ist lose und rutschig. Jeder Schritt wird zur kleinen Herausforderung und fordert ordentlich Puste. Umso dankbarer bin ich, als es dann die letzen Meter seilversichert über den Grat geht. Hier haben wir wieder festen Fels unter den Füßen.

Und dann stehe ich plötzlich oben an der Gipfelplattform. Stolz kommt in mir hoch. Wir klatschen ab. Es ist ein erhebendes Gefühl, aus eigener Kraft an Deutschlands höchstem Berg zu stehen. Und die Aussicht ist ebenso beeindruckend. Der Eibsee liegt uns zu Füßen und wir lassen den Blick über die Hohen Tauern, Zillertaler und Stubaier Alpen sowie bis nach Italien schweifen. Hier kann man bei guter Sicht sogar den Ortler ausmachen. Und auch einige Schweizer Gipfel sind erkennbar.

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Fazit

Wer mag klettert noch rüber zum eigentlichen Gipfelkreuz (aufpassen!). An meinem Aufstiegstag war mir die Schlange zum Anstehen zu lang. Und die Aussicht ist ja auch von der Plattform schon super. Und dann geht’s mit der Tiroler Zugspitzbahn gemütlich wieder gen Tal. Immer schön, wenn man nicht mehr absteigen muss. Die letzte Seilbahn fährt übrigens schon um 16:40 Uhr, weshalb man die gesamte Tour über die Zeit im Blick behalten sollte.

Insgesamt ist die Route technisch relativ einfach. Nichtsdestotrotz sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit auch hier unbedingt erforderlich. Und natürlich ein Haufen Kondition. Wenn ihr all das mitbringt, werdet ihr jedoch auch Spaß am Aufstieg haben. Denn die wechselnde Landschaft entlohnt für die Anstrengung. Und das Gefühl am Gipfel trägt durch die nächsten Tage. Da sind die müden Beine nämlich urplötzlich verschwunden.

Falls ihr mehr Herausforderung sucht, könnt ihr auch über den Stopselzieher-Klettersteig oder übers Höllental zur Zugspitze aufsteigen. Beide Routen kann ich ebenfalls sehr empfehlen, sie sind allerdings deutlich anspruchsvoller!

Lage

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