Die Zugspitze ist ein Touristenmagnet in den Bayerischen Alpen. Ausflugsgäste sind im Sommer, Frühling, Herbst und Winter auf der Aussichtsplattform zu finden. Das liegt an der guten Erreichbarkeit des Gipfels per Seilbahn. Doch auch zu Fuß wird der höchste Berg Deutschlands bezwungen. Verschiedene Aufstiegsrouten führen, teilweise durch Klettersteige versichert oder gar über den Gletscher, hoch hinaus. Eines haben alle Wege gemeinsam: Sie sind lang, anstrengend und konditionell nicht zu unterschätzen. Ich habe mich für die abwechslungsreiche Tour durch das Höllental entschieden.

Kräftezehrende Wanderung auf die Zugspitze

Der Weg durch’s Höllental gilt als anspruchsvollste und schönste Route auf die Zugspitze. Es geht zuerst durch die eindrucksvolle Höllentalklamm, vorbei an der Höllentalangerhütte und dann weiter zu den ersten versicherten Passagen. Anschließend gilt es ein Geröllfeld zu passieren und den Höllentalferner mit seinen imposanten Gletscherspalten zu queren. Dann wartet noch der Anstieg über den Klettersteig. Insgesamt ist mit einer Gehzeit von 8 Stunden bis zum Gipfel zu rechnen. Auf dem Weg nach oben werden 2.200 Höhenmeter überwunden. Eine gute Kondition ist also das A und O.

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Anreise nach Garmisch-Partenkirchen

Die Tour startet vor der Höllentalklamm im Ortsteil Hammersbach in Grainau. Der Wanderparkplatz ist gebührenpflichtig und kostet pro Tag 8 Euro. Wer mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fährt, kann nach Garmisch-Partenkirchen wahlweise per Flixbus oder Bahn anreisen. Anschließend bringt der Eibseebus Wanderer zur Station Hammersbach. Der Weg durch die Klamm ist nur in der schneefreien Zeit möglich und der Eintritt kostet für DAV-Mitglieder 2 Euro. Zwischen Ende Oktober und Mitte Mai ist die Höllentalklamm aus Sicherheitsgründen und wegen Renovierungsarbeiten geschlossen.

Start der Wanderung um 4 Uhr morgens

Es ist 4:00 Uhr und noch ist es dunkel. Das Licht meiner Stirnlampe tanzt über den Parkplatz. Zu zweit machen wir uns auf den Weg und genießen den Weg durch die Höllentalklamm in Einsamkeit. An der Höllentalangerhütte treffen wir auf die ersten Gleichgesinnten. Viele übernachten in der Hütte und starten ab hier. Dadurch verkürzt sich der Aufstieg zum Gipfel um etwa 600 Höhenmeter. Danach sind wir nicht mehr allein. Zwar sind wir an einem Donnerstag im Herbst unterwegs, trotzdem ist die Beliebtheit der Tour zu spüren. Am Klettersteig müssen wir sogar kurz anstehen. Wer zur Zugspitze hinauf möchte, sollte im besten Fall die Wochenenden meiden.

Vorbereitung, Ausrüstung & Erfahrung mitbringen

Wer die Zugspitze über das Höllental erklimmen möchte, sollte bereits Erfahrungen im Klettersteig und im hochalpinen Gelände gesammelt haben. Die Wanderung ist keine Einsteigertour! Außerdem ist die entsprechende Ausrüstung nötig. So dürfen der Kletterhelm, warme sowie wetterfeste Bekleidung, Sonnenschutz und ausreichend Verpflegung nicht fehlen. Für die versicherten Passagen sind ein Klettersteigset und Klettergurt notwendig. Für die Gletscherquerung sollten Steigeisen im Rucksack einen Platz finden.

Phänomenale Aussicht vom Gipfel

Die letzten Meter im Klettersteig scheinen ewig zu dauern. Erschöpft klettere ich weiter. Wir sind kurz unterhalb des Gipfels. Dann endlich taucht direkt vor mir das goldene Gipfelkreuz in der Sonne auf. Ich blinzle, bin glücklich. Die letzten Schritte vergehen wie im Flug. Dann schlinge ich meine Arme um den Mast und anschließend um meinen Tourenpartner. Die Anstrengung geht in Euphorie über. Hier stehen wir am höchsten Punkt Deutschlands und genießen eine phänomenale Aussicht. Mit einem breiten Grinsen lasse ich den Aufstieg Revue passieren. Ob dieser Moment die Anstrengung wert war? Auf jeden Fall!

Fazit

Die Wanderung durch das Höllental auf die Zugspitze ist eine Hochtour, deren Schwierigkeit und Länge nicht unterschätzt werden sollte. Natürlich ist es anstrengend. Doch durch die unterschiedlichen Geländeformen bleibt es abwechslungsreich. So dauert der Aufstieg gefühlt gar nicht so lange. Wer sich die Bergtour über den doch sehr steilen Gletscher und den langen Klettersteig nicht alleine zutraut, kann mit einem Bergführer aufsteigen. Am Gipfel gibt’s dann nur ein Gefühl: Ja! Es hat sich gelohnt.

Lage

Praktische Links

Gut zu wissen

Insgesamt gibt es sechs verschiedene Aufstiegsrouten auf die Zugspitze. Die einfachste Tour geht durch die Partnachklamm über 12 Kilometer Wegstrecke auf den Gipfel. Doch auch hier werden 2.200 Höhenmeter überwunden. Eine weitere, verhältnismäßig einfache Route, beginnt in Ehrwald und führt über das Gatterl hinauf. Der schnellste Aufstieg startet übrigens ebenfalls in Ehrwald. Anschließend klettern Wanderer über den recht leichten Stopselzieher-Klettersteig hinauf. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind trotzdem unbedingt erforderlich.

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