Schweißperlen bilden sich auf der Stirn. Es sind nur noch wenige Höhenmeter bis zum Gipfel, aber der Wanderweg schlängelt sich stetig steigend nach oben. Einige Schneefelder auf steilen Grasflanken fordern nochmals volle Konzentration, um nicht auszurutschen. Dann sehe ich das Gipfelkreuz des Bärenkopfes. Und dahinter den Ausblick, für den ich hergekommen bin. Von hier oben ist der Achensee in all seiner Pracht zu sehen.

Lohnt sich die Wanderung zum Bärenkopf am Achensee?

Der Achensee ist der größte Bergsee in Tirol und einer der saubersten zugleich. Aus den Ortschaften Pertisau, Maurach und Achenkirch starten zahlreiche Wanderungen, beispielsweise direkt am Seeufer entlang. Bekannte, aussichtsreiche Gipfeltouren führen auf das Ebner Joch oder auf die Rofanspitze. Eine weitere Highlight-Tour der Region ist der Aufstieg auf den Bärenkopf (1.991 m), die als mittelschwere Wanderung ausgeschrieben ist. Vom Tal bis zum Gipfel gilt es 1.100 Höhenmeter zu überwinden. Für die Wegstrecke sollten insgesamt 5 bis 6 Stunden eingeplant werden.

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Instatipp: Den besten Blick hatte ich etwas unterhalb des Gipfelkreuzes. Hier ist eine kleine Lücke zwischen den Latschenbüschen. Von dort aus könnt ihr richtig coole Fotos machen.

Anreise nach Pertisau

Der Achensee liegt nördlich des Zillertals und ist nur etwa eineinhalb Stunden von München entfernt. Am schnellsten geht es über den Irschenberg, wenn es der Verkehr zulässt. Nachdem ihr dann die österreichische Grenze passiert habt, ist es nicht mehr weit. Schon bald biegt ihr ab und fahrt geradewegs auf das Seeufer zu. Für die Tour zum Bärenkopf steuert ihr Pertisau an und parkt an der Seilbahnstation der Karwendel-Bergbahn. Packt am besten ausreichend Kleingeld ein. Das Parkticket kostet 4 Euro für bis zu 4 Stunden Parkdauer. Wenn ihr länger stehen wollt, werden 6 Euro fällig.

Abkürzen mit der Bergbahn

Wir legen das erste Stück mit der Karwendel-Bergbahn zum Zwölferkopf zurück. Eine einfach Bergfahrt kostet für einen Erwachsenen 13,50 Euro. So sparen wir uns ca. 500 Höhenmeter. Wir nutzen die Auffahrt zum Eincremen. Es ist strahlender Sonnenschein und unterwegs wird der Wald nur auf einem kurzen Stück Schatten spenden. Viel Proviant ist nicht nötig, da einige Hütten wie die Bärenbadalm zum Einkehren einladen. Im Rucksack finden bei mir also heute nur ausreichend Wasser, eine Regenjacke für alle Fälle und ein Notfall-Nussriegel Platz.

Es liegt noch immer Schnee

Die Wanderung führt zuerst über einen breiten Forstweg und wenig später über einen schmalen Pfad durch den Wald. Für den Aufstieg wählen wir die Route über den Weißenbachsattel, die mit 2 Stunden bis zum Gipfel ausgeschrieben ist. Ihr könnt aber auch den direkten Aufstiegsweg wählen. Dann spart ihr euch eine halbe Stunde, dafür geht es steiler bergauf. Im oberen Drittel führen beide Wege wieder zusammen. Steil geht es weiter. Erschwerend müssen wir noch das eine oder andere Schneefeld queren. Gerade auf den abfallenden Rasenflanken ist es ganz schön rutschig. Hier ist Vorsicht geboten.

Der Achensee in all seiner Pracht

Dann blicke ich auf, sehe das Gipfelkreuz. Es ist jetzt zum Greifen nah und wenige Schritte später, klatschen wir ab. Der Blick auf den Achensee ist überwältigend. Eingebettet von zahlreichen Bergen glitzert das blaue Wasser in der strahlenden Sonne. Die Szenerie erinnert ein bisschen an einen norwegischen Fjord. Aber auch auf der anderen Seite des Bärenkopfs lohnt sich der Blick in die Ferne. Hier sind Bergriesen wie Großvenediger und Großglockner sowie der Wilde Kaiser zu erkennen.

Fazit

Es muss nicht immer der höchste Gipfel sein. Der Bärenkopf ist „nur“ 1.991 Meter hoch und bietet einen sensationellen Blick. An sich ist die Wanderung mittelschwer und vor allem durch die Auffahrt mit der Gondel auch ideal für ein Halbtagesprogramm. Allerdings haben die Schneefelder den Aufstieg deutlich schwerer gemacht. Eine Gruppe Wanderer, die wir später getroffen haben, haben sich aufgrund des Schnees verlaufen, weil der Weg nicht mehr klar zu erkennen war. Und auch ansonsten fordert der Schnee eine gewisse Erfahrung und Trittsicherheit. Im Hochsommer sollte dann aber alles weg sein.

Lage

Praktische Links

Gut zu wissen

Rund um den Achensee könnt ihr nicht nur wandern, sondern genauso auch Mountainbiken. Insgesamt warten 250 Kilometer Radstrecken auf euch. Und auch auf dem See gibt es einige Aktivitäten. So könnt ihr mit dem Ausflugsschiff fahren, ein Segelboot mieten, euch Tretboote und Kajaks ausleihen oder eine Runde auf dem SUP paddeln. Wer nach noch mehr Abenteuer sucht, kann in der Kiteschule die ersten Versuche auf dem Wasser unternehmen oder aber auf Tauchgang gehen. Im Winter warten hingegen 200 Kilometer Langlaufloipen und drei kleinere, familienfreundliche Skigebiete auf euch.

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