30 gekrönte Kaiser, über 32 Millionen verarbeitete Mosaiksteinchen und eine Fensterfläche von 1.000 m2 – das sind nur wenige der faszinierenden Fakten über die außergewöhnliche Marienkirche. Der Hohe Dom zu Aachen steht seit knapp 1.200 Jahren im Herzen der Stadt und ist das Vermächtnis Karl des Großen, dem ersten Kaiser nach dem Untergang Roms. Warum nicht nur die Schönheit des Wahrzeichens überwältigt, sondern eine Führung ein Muss ist, erfahrt ihr hier.

Lohnt sich der Besuch des Aachener Doms?

Inmitten der Altstadt bildet der Aachener Dom mit dem Rathaus das Zentrum Aachens. Als erstes deutsches Denkmal auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes ist der Dom heute das einzige vollständig erhaltene Bauwerk aus der Zeit Karl des Großen. Der König der Franken und später sogar Kaiser, regierte nach einigen Eroberungen halb Europa. Mit dem Ziel, ein „Abbild des Himmels“ zu schaffen, lässt Karl die Pfalzkapelle in Aachen bauen, die wohl wie ein mittelalterlicher Wolkenkratzer gewirkt haben muss.

30 Könige in sechs Jahrhunderten werden nach Karl dem Großen im Aachener Dom gekrönt. Um den anströmenden Pilgern Platz zu gewähren, werden im Laufe des Mittelalters weitere Kapellen und Teile an den Dom angebaut, sodass er durch mehrere Stilepochen geprägt ist. Um die Geschichte und einzigartige Aura des Wahrzeichens zu verstehen, werden Führungen im Dom als auch in der Schatzkammer angeboten.

Fototipp: Der beste Ort, um den Dom von außen einzufangen, ist auf den Treppen zum gegenüberliegenden Rathaus. Wer die goldene Pracht im Oktogon einfangen will, kann sich unter einem Rundbogen positionieren und vom Kronenleuchter bis oben zur Mosaikkuppel das gesamte Oktogon einfangen.

Anreise zum Aachener Dom in der Altstadt

Lage:Aachen Innenstadt
Baubeginn:796 n. Chr
Höhe:32 Meter
Einkehrtipp:Pasta Nudelmanufaktur
Besonderheit:1200-jährige Baugeschichte

Wegen der zentralen Lage ist der Aachener Dom gut zu erreichen. Innerhalb Aachens fahren viele Busse in die Innenstadt, wie zur Haltestelle Elisenbrunnen. Nicht mehr als 3 Minuten zu Fuß, dann seid ihr auch schon am berühmten Wahrzeichen. Wer von weiter weg anreist, kann Aachen gut mit dem Zug erreichen. Vom Aachener Hauptbahnhof fahren Busse weiter in die Innenstadt, aber bei trockenem Wetter würde ich einen Fußweg empfehlen. Dabei könnt ihr an einem der alten Stadttore vorbeilaufen und in ca. 15 Minuten seid ihr auch schon am Dom. Wenn ihr euch fürs Auto entscheidet, gibt es in Domnähe einige Parkhäuser, die natürlich etwas kostspielig sind.

Nach dem ersten Staunen könnt ihr entweder direkt über den Vorhof in den Dom eintreten (sofern keine Gottesdienste stattfinden) oder euch erst mal in der Dom-Information über mögliche Führungen informieren. Reguläre Öffnungszeiten sind normalerweise unter der Woche von 11:00 bis 19:00 Uhr, samstags von 13:00 bis 19:00 Uhr und sonntags 13:00 bis 17:45 Uhr.

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Keine Online-Tickets für Führungen verfügbar

Wenn ihr einfach durch die Altstadt bummeln und dabei dem Dom einen Besuch abstatten wollt, braucht es nicht viel Vorbereitungen. Am besten schaut ihr die Öffnungszeiten am jeweiligen Tag nach, denn Feiertage oder Gottesdienste können Touristen einen Strich durch die Rechnung machen. Ohne Führungen können aber nicht alle Teile besucht werden, wie zum Beispiel der Kaiserthron oder die imposante Chorhalle mit den bunten Fenstern.

Entscheidet ihr euch für eine Führung, könnt ihr diese leider nicht online buchen (bis hier scheint die Digitalisierung nicht zu gehen). Dafür sind Tickets aber sehr erschwinglich und kosten regulär 5 Euro. Am besten ruft man, laut der offiziellen Website, die Dom-Information an, um über die Uhrzeiten und verschiedene Arten der Führungen des Tages zu erfahren. Tickets können dann tatsächlich nur vor Ort bei der Dom-Information gekauft werden, von wo aus auch alle Führungen starten.

Das Oktogon als Kern des Doms

Mein absolutes Highlight am Dom ist das Oktogon. Das Oktogon ist der achteckige Kern des Doms und gehört zum ältesten Teil des Münsters. Die steilen Proportionen und die Höhe der Kuppel überraschen besonders, als mein Guide erzählt, dass so ein Kuppelbau um die Jahre 800 herum, seit der Römerzeit oberhalb der Alpen nicht mehr gebaut wurde. Karl der Große hatte Fachleute aus seinem ganzen Reich geholt, um den Dom zu bauen. Bei Restaurationen staunen die aktuellen Baumeister heute über ihre damaligen Vorgänger. Nicht halb so schön muss die Kuppel jedoch gewesen sein, als zur Barockzeit (1600–1770) das Mosaik herausgebrochen wurde. 1881 wurde es dann glücklicherweise dem ursprünglichen Stil nach erneuert. Außerdem befindet sich im Oktogon – genauer gesagt auf der oberen Etage – das geschichtlich bedeutendste Ausstattungsstück des Doms: der Königsthron. Und das ist nicht alles. Die Mamorplatten, aus denen der Thron besteht, stammen mutmaßlich aus dem Palast von Pontius Pilatus, über die Jesus gelaufen sein soll.

Dom-Sagen und Geheimnisse

Den Aachener Dom zeichnet nicht nur die originelle Struktur und historische Bedeutung aus, sondern auch einige Geheimnisse, die ihn umgeben. Bis heute ungelöst ist zum Beispiel die Frage, wo Karl der Große begraben wurde. Heute sind seine Überreste im Karlsschrein, doch wo im Dom sie ursprünglich begraben waren, bleibt wohl offen.

Eine der Aachener Sagen erwartet die Besucher schon beim Eingang des Doms. Hier fällt die große Bronzetür auf, die auch Wolfstüre genannt wird. Jeder Aachener weiß hierbei, dass im Maul des rechten Löwenkopfs der Daumen des Teufels zu fühlen ist – so heißt es zumindest in der Aachener Dombausage. Sie erzählt, wie den Aachenern das Geld für den Bau ausging und sie so einen Deal mit dem Teufel eingingen. Der Teufel will für das Geld die erste Seele, die den Dom betritt. Aber die Aachener tricksen ihn aus und schicken als Erstes einen Wolf in den Dom. Als der Teufel sich schon auf den Wolf stürzt, merkt er zu spät, dass er ausgetrickst wurde. In der Wut knallt er die Tür zu und klemmt auch noch seinen Daumen ein, der bis heute zu fühlen ist. Wenn ihr vor der Tür steht, verpasst also nicht in das Maul des rechten Löwen zu greifen!

Dom-Reliquien und die Heiligtumsfahrt

Natürlich dürfen wertvolle Reliquien in so einer Kirche nicht fehlen. In der hohen Chorhalle, die im 15. Jahrhundert im gotischen Stil an den Dom angebaut wurde, befinden sich zwei goldene Schreine. Im Karlsschrein sind die Gebeine Karl des Großen, während sich im Marienschrein „die großen Aachener Heiligtümer“ befinden. Hierbei handelt es sich um Reliquien, die Karl der Große für seine Pfalzkapelle besorgt hat: das Kleid Mariens, die Windel Jesu, das Lendentuch Christi und das Enthauptungstuch Johannes des Täufers. Ihr könnt euch also gut vorstellen, wie viele Pilger kamen, um diese Reliquien und später auch den heiliggesprochenen Karl den Großen zu sehen. Auch heute noch gibt es die Aachener Heiligtumsfahrt, bei der die Reliquien alle sieben Jahre aus dem Schrein geholt und der Öffentlichkeit gezeigt werden.

Fazit

Ein Besuch des Aachener Doms lohnt sich auf jeden Fall. Und eine Führung erst recht! Die fesselnde Baugeschichte, die Geheimnisse, Legenden und Symbole sowie die Geschichte Karl des Großen und des Frankenreichs machen das Erlebnis des Doms erst richtig spannend. Bisher hat mich keine andere Kirche so beeindruckt wie der Aachener Dom. Zwar ist er deutlich kleiner als der Kölner Dom, aber wie die Aachener gerne zu sagen pflegen: Dafür ist er älter und schöner.

Möchtet ihr vorher mal von zu Hause einen Eindruck gewinnen, könnt ihr die virtuelle Tour durch den Dom ausprobieren. Aber das ersetzt einen echten Besuch natürlich nicht. Denn abgesehen vom Dom laden auch die kleinen Gässchen der Altstadt zum Schlendern ein. Mein Einkehrtipp zum Essen: Die “Pasta Nudelmanufaktur” bietet leckere, frische Pasta Gerichte an.

Lage

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