Església Nova: Die wohl ungewöhnlichste Kirche Mallorcas

Im kleinen Ort Son Servera an Mallorcas Ostküste steht mit der Església Nova eine Kirche, die nie vollendet wurde und bis heute kein Dach hat. Gerade das macht sie besonders: Statt klassischer Gottesdienste bietet die Ruine heute den Rahmen für Open-Air-Kultur und Hochzeiten. Bleibt die Frage, ob dieser ungewöhnliche Ort wirklich so viel Charme versprüht, wie man sofort vermutet!

Lohnt sich ein Besuch der Església Nova auf Mallorca?

Die Kirche Església Nova (dt. „Neue Kirche“) liegt im kleinen Ort Son Servera und ist das Wahrzeichen des Dorfes. Architekt der Kirche war Joan Rubió, ein Schüler von Antoni Gaudí, dessen Einfluss auf die Architektur der Insel unvergessen ist. Der Bau begann im Jahr 1905, wurde jedoch in den 1930er-Jahren aufgrund mangelnder Finanzierung endgültig eingestellt. Somit blieb die Kirche unvollendet. Die hohen Außenmauern mit ihren Fenstern und Rosetten deuten klar auf eine Kirche hin, während das fehlende Dach den Blick in den Himmel freigibt.

Ein Besuch der Església Nova erfordert nicht viel Planung. Achte nur darauf, zu den Öffnungszeiten zu kommen. Andernfalls stehst du vor geschlossenen Toren. Unter der Woche ist die Kirche nur vormittags geöffnet, am Wochenende auch tagsüber. Je nach Saison und Uhrzeit kann es dort mal voller, mal ruhiger sein, da auch Schulklassen und Reisegruppen die Kirche besuchen.

Fototipp: Stell dich mittig in den Eingangsbereich, kurz bevor die Grünfläche beginnt. Wenn du dort ein Foto im Querformat machst und deine Handykamera auf Weitwinkel (0,5) stellst, bekommst du das Kirchenschiff und den Himmel aufs Bild und kannst die unvollendete Kirche perfekt einfangen.

Anreise zur Església Nova

Lage:Son Servera, Mallorca
Baujahr:1905
Eintritt:Kostenlos
Architektur:Neogotischer Stil
Besonderheit:Kirche nicht fertiggestellt

Die Kirche liegt versteckt in der kleinen Straße „Carrer de ses Creus 4“ mitten im Ortskern von Son Servera, nahe der Ostküste Mallorcas. Grundsätzlich ist die Kirche gut zu Fuß erreichbar.

Das Auto zu parken kann in der kleinen Stadt jedoch etwas herausfordernd sein, besonders in der Hauptsaison und an Markttagen. In der Nebensaison findest du mit etwas Glück in einer der umliegenden Seitenstraßen einen Parkplatz.

Alternativ ist auch die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln möglich: Mehrere Buslinien verbinden Son Servera mit den umliegenden Städten. Auch eine Anreise von Palma ist möglich: Dazu nimmst du an der Haltestelle Estació Intermodal die Linie 401, steigst in Manacor um und fährst von dort mit der Buslinie 412 nach Son Servera. Die Haltestelle vor Ort heißt „Son Servera Sud 2 (62021)“. Von dort aus sind es etwa sechs Minuten zu Fuß bis zur Kirche.

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Zwischen hohen Mauern und ruhigen Momenten

Ich gehe durch das Eingangstor, vorbei an Palmen und grünen Büschen, und stehe direkt mitten in der Kirche. Eine riesige Palme wirft Schatten auf die Fläche, auf der man eigentlich Kirchenbänke erwarten würde. Stattdessen ist hier saftig grüner Rasen angelegt. Sofort entsteht ein echter Wow-Moment: Die Kirche wirkt unvollständig und zugleich komplett.

Das Hauptschiff des Kirchenbaus ist dennoch gut zu erkennen. Die hohen Mauern, die eingebauten Fenster und die Rosetten deuten darauf hin, dass es sich um ein klassisches Gotteshaus handelt. Doch irgendetwas ist anders. Kein Dach, keine Begrenzung nach oben. Und genau das verändert die Wirkung der Kirche von Grund auf.

Mein Highlight: Moment der Freiheit in der Església Nova

Langsam gehe ich nach vorne zum Altar. Dieser besteht aus einer schlichten Steinplatte mit mehreren Stufen. In dieser Freiluftkirche gibt es keine „Ablenkungen“: keine Glasmalereien, keine Gemälde, keine Orgel und keine prunkvollen Figuren. Der Fokus liegt ganz klar auf der Architektur. Es ist so ruhig hier, fast wirkt es meditativ.

Der Blick wandert nach oben. Statt an die Decke schaut man direkt in den blauen Himmel. Ein Gefühl von Freiheit macht sich breit. Nichts wirkt eingeengt oder dunkel, alles fühlt sich weit, hell und offen an. Das Gefühl, in einer alten Ruine zu stehen, bleibt aus. Obwohl die Kirche von außen unscheinbar wirkt, ist sie hier drinnen genau das Gegenteil.

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Fazit

Eine Kirche wie die Església Nova habe ich noch nie gesehen, und sie hat definitiv ihren ganz eigenen Charme. Es ist ein Ort, der zum Verweilen einlädt und auch ohne Goldschmuck und klassische Verzierungen einen Besuch wert ist.

Son Servera ist ein kleines Städtchen mit vielen Cafés und Restaurants, die zum Einkehren einladen. Wenn du freitags kommst, kannst du auf dem Markt frisches Obst und Gemüse sowie mallorquinisches Kunsthandwerk oder Textilien kaufen. Natürlich kannst du auch weiterfahren und die Insel erkunden, zum Beispiel den Strand von Cala Millor oder die charmante Altstadt von Artà.

Lage

Praktische Links

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