Bereit für ein Abenteuer in einer anderen Welt? Willkommen im Zhangjiajie-Nationalpark, genauer gesagt am Tianzi Mountain! Wo Avatar-Träume wahr werden und man sich fragt, ob man noch auf der Erde weilt. Ich nehme euch mit auf eine Gratwanderung der besonderen Art. Spoiler: Es wird landschaftlich spektakulär, ein bisschen neblig und überraschend treppenlastig. Schnürt die Wanderschuhe, wir tauchen ein in das magische Reich der schwebenden Felsen Chinas!
Lohnt sich die Wanderung vom Tianzi-Mountain zur Ten-Mile-Gallery?









Der Tianzi Mountain liegt in der chinesischen Provinz Hunan und misst an seinem höchsten Gipfel stolze 1.263 Meter. Die surrealen Quarzsandstein-Säulen entstanden vor rund 400 Millionen Jahren und wurden durch Erosion geformt, ein geologisches Meisterwerk, das Hollywood für den Film „Avatar“ inspirierte.
Benannt ist der Berg nach Xiang Dakun, einem Bauern der Ming-Dynastie, der sich selbst zum „Sohn des Himmels“ ernannte. Die Wanderung hinab zur „10 Miles Gallery“ ist im Grunde ein hervorragend ausgebauter Pfad über einen Grat aus gepflasterten Steinen und Treppen. Ideal, denn wir laufen fast nur bergab! Wer atemberaubende Natur sucht, ist hier goldrichtig.
Foto-Tipp: Es gibt mehrere Aussichtsplattformen am Tianzi Mountain, von denen eine spektakulärer als die andere ist. Besonders eindrucksvoll zeigt sich die Szenerie kurz vor dem Tianzi Pavilion, wo man zu beiden Seiten auf das Felsenmeer blicken kann.
Anreise nach Wulinyuan
| Strecke: | 3-4 km |
| Aufstieg: | 90 hm |
| Abstieg: | 596 hm |
| Gehzeit: | 2 Stunden |
| Schwierigkeit: | leicht |
Die Anreise ist ein Kinderspiel, vorausgesetzt, man hat sein Smartphone im Griff. Mit dem Hochgeschwindigkeitszug geht es nach Zhangjiajie. Von dort bucht man entspannt ein Didi via Alipay und steht 45 Minuten später am East Gate des Nationalparks in Wulingyuan. Euer Reisepass ist hier heilig: Er dient nach dem Ticketkauf als digitale Eintrittskarte und wird überall gescannt.
Macht euch auf echtes Flughafen-Feeling gefasst, inklusive Taschenkontrollen und Körperscannern. Mein Tipp: Startet erst gegen 15 Uhr! Während morgens die Massen den Berg stürmen, fahrt ihr entspannt und ohne nervige Warteschlangen hinauf, weil die meisten schon wieder auf dem Rückweg sind.
Gigantisches Felsenmeer am Tianzi Mountain
Schon die Busfahrt zum Einstieg der Seilbahn führt an einem idyllischen See vorbei und lässt einen ehrfürchtig zu den Felswänden hinaufblicken. Dann die Seilbahn: Sie gleitet dramatisch durch enge Felsspalten und dichte Nebelschwaden hinauf, absolut kinoreif! Oben angekommen, holt einen die harte Realität ein: ein unglaubliches Gewusel aus Touristengruppen, asiatischen Fressbuden und tatsächlich einem McDonald’s.
Die Magie der Natur teilt man sich anfänglich mit unzähligen anderen. Doch sobald man auf die gigantischen, spitzen Felssäulen im Wolkenmeer schaut, ist der Trubel fast vergessen. Ein fantastischer, wenn auch turbulenter Auftakt!
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Unfreiwillige Rutschpartie
Vergesst alpine Hightech-Ausrüstung! Da der Weg hinab fast vollständig aus unzähligen gepflasterten Treppenstufen besteht, sieht man hier Wanderer in ganz normalen Jeans und in Freizeitkleidung. Aber Vorsicht: Genau diese Stufen haben es in sich. Durch den Nebel liegt oft Feuchtigkeit in der Luft, was die von Blättern bedeckten Steine extrem rutschig macht.
Gutes Schuhwerk mit ordentlichem Profil ist daher ein absolutes Muss, damit der Abstieg nicht zur unfreiwilligen Rutschpartie gerät. Eine Regenjacke gehört ebenso ins Gepäck. Unterwegs warnen zudem gelbe Schilder eindringlich vor Steinschlag, also Augen auf und zügig weitergehen!
Unzählige Treppenstufen zur Ten-Mile Gallery
Wir lassen das Gipfel-Chaos hinter uns und starten in Richtung „Ten-Mile Gallery“. Je weiter wir über die Stufen mit urigen Holzgeländern über den Grat in den Wald hinabsteigen, desto ruhiger wird es. Die meisten Touristen bleiben oben. Mitten in der Natur passieren wir kleine Aussichtsplattformen, die fantastische Perspektivwechsel bieten.
Plötzlich schauen wir nicht mehr nur auf die Felsnadeln hinab, sondern blicken ehrfürchtig an den bewachsenen Giganten empor. Wer absolut lauffaul ist, kann sich von Trägern in einer kuriosen Sänfte aus Bambus und Plastikdach für ein hübsches Sümmchen hinabtragen lassen, ein herrliches Bild.
Affenbande auf dem Wanderweg
Ein echtes Highlight unseres Weges ist das unerwartete Aufeinandertreffen mit einer wilden Affenbande. Die Tiere springen munter auf den Wegen umher, und die winzigen Babyaffen spielen völlig unbeeindruckt miteinander. So süß sie auch sind, man darf sie auf keinen Fall füttern!
Im Tal wartet das nächste, leicht absurde Highlight: Eine Schmalspurbahn befördert die fußmüden Gäste. Und weil wir in China sind, hat jede Bahn ein eigenes kindliches Design. Unsere Lokomotive lacht uns als putzige weiße Katze an, aber es gibt auch Schweinchen, Schlangen und Hühner. Gemütlich tuckern wir aus der Schlucht hinaus.
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Fazit
Die Wanderung vom Tianzi Mountain hinab ist ein Spektakel, das man erlebt haben muss, sofern man gut zu Fuß ist. Sie bietet krasse landschaftliche Extreme: von lauten Touristen-Hotspots am Gipfel bis zur mystischen, grünen Stille in den tiefen Wäldern. Dass man quasi nur bergab über Steinstufen läuft, erfordert keine Top-Kondition, mindert aber keinesfalls die grandiose optische Wucht. Behaltet nur die rutschigen Steine und euren letzten Bus zurück im Auge.
Wer danach noch Energie hat, erobert weitere Avatar-Berge wie Yuanjiajie und Yangjiajie. Dank kostenlosem Shuttlebus sind die Gebiete im Zhangjiajie-Nationalpark hervorragend miteinander verbunden, sodass man auch mehrere Touren an einem Tag schafft.
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