Arco del Tiempo: Steinbogen im Dschungel von Mexiko


Drei Stunden wandern wir schon durch den schwülen Dschungel in Chiapas, im Süden von Mexiko. Da sehen wir ihn endlich: den Arco del Tiempo, ein 255 Meter langer und 180 Meter hoher Steinbogen, der mit diesen Maßen als einer der höchsten der Welt gilt. Es ist eine Schlucht und wir sind oben, blicken auf Felswände hinab, an denen Lianen hängen. Da müssen wir jetzt runter!

Lohnt sich die Tour zum Arco del Tiempo in Mexiko?

64 Millionen Hektar Dschungel gibt es in Mexiko, und davon sind weite Gebiete unberührt. Der Arco del Tiempo, der höchste natürliche Steinbogen der Welt, wurde 1959 entdeckt. Erst seit zehn Jahren gibt es Touristenführungen. Man erreicht den Arco nur zu Fuß, und wenn man nach drei Stunden Wanderung endlich da ist, muss man sich an einem Seil zum Wasser hinabseilen.

Von unten kann man toll in den Bogen hineinschauen, zum Dach, das aussieht wie eine steinerne Kapelle. Oben drehen grüne Papageien kreischend ihre Kreise. Auf einem kleinen Strand am Ufer des Flusses La Venta sind schon die Zelte aufgebaut, für die Gäste, die über Nacht bleiben. So zahm wie jetzt ist der Fluss aber nicht immer, deswegen kann man den Arco del Tiempo nur in der Trockenzeit, also im Winter und Frühjahr, besuchen.

Fototipp: Im Eingang des Bogens gibt es einen Felsen, den man leicht erklettern kann. Bittet eure Begleitung, aus rund 20 Metern Entfernung ein Foto von euch zu machen. Besonders eindrucksvoll wird es am Nachmittag, wenn die Sonne in den Arco del Tiempo hineinleuchtet.

Anreise nach General Cárdenas

Lage:General Cárdenas
Höhe:180 m
Länge:255 m
Beste Reisezeit:Winter und Frühjahr
Verpflegung:eigenes Essen mitbringen

Ihr könnt euren Ausflug entweder selbst organisieren oder euch einer Tour anschließen. In jedem Fall braucht ihr einen lokalen Guide. Ohne dürft ihr nicht zum Arco del Tiempo. Ihr solltet unbedingt mit etwas Vorlauf buchen, denn es gibt wenige Anbieter und die Reisezeit ist kurz.

Gruppenreisen starten in San Cristóbal (eine wunderschöne Stadt im Süden Mexikos) oder auch in Mexiko-Stadt. Ihr könnt entweder vorher im Internet eine Tour reservieren oder in San Cristóbal in den kleinen Reisebüros vorbeischauen. Bedenkt, dass ihr bei einer organisierten Tour in einer größeren Gruppe unterwegs seid.

Wenn möglich, reserviert eure Tour unter der Woche und mit einigem Vorlauf. Am Wochenende wird es sehr voll. Wir haben zu zweit mit Übernachtung im Zelt etwa 75 Euro pro Person bezahlt.

Fahrt einen Tag vor eurer Tour zur kleinen Stadt General Cárdenas. Dort gibt es eine kleine Gruppe von Hütten und ein Freiluftrestaurant. Falls niemand da ist, sucht die nächste Person in der Stadt und nennt den Namen eures Guides. Die Hütten kosten etwa 400 Pesos pro Nacht (knapp 20 Euro). Es gibt eine Dusche mit fließendem Wasser. Nehmt am besten eigenes Essen mit; als ich da war, hatte das Restaurant nämlich geschlossen.

Die Nacht davor im Camp

Die letzten Kilometer nach General Cárdenas ging es mit dem Auto über eine unebene Lehmstraße quer durch den Urwald. Jetzt ist es schon 7 Uhr abends, da treffen wir endlich Rigoberto. Er ist am nächsten Tag unser Guide und zeigt uns den Schlafplatz für die Nacht. Die kleinen Hütten mit Bad und Doppelbett gehören der Gemeinde, sagt Rigoberto.

General Cárdenas liegt mitten im Dschungel von Chiapas, dem südlichsten Bundesstaat von Mexiko. Die Häuser sind einfach und die Menschen hier versorgen sich weitestgehend selbst. Mit etwas Glück bekommt ihr am Morgen gebratene Eier und frischen Kaffee im kleinen Restaurant, doch als wir da waren, war alles geschlossen. Ich empfehle daher, für die gesamte Zeit eigenen Proviant mitzubringen.

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Zum Arco del Tiempo im Dschungel Mexikos

Wir starten um 7 Uhr morgens auf einem sehr ursprünglich gehaltenen Weg durch den Dschungel. Am Anfang begegnen wir hin und wieder Einheimischen. Einer trägt Holz, ein anderer treibt eine riesige Kuh durch das Unterholz. Irgendwann machen wir eine Pause zum Trinken und Staunen. Je länger man ins Blätterdach schaut, desto mehr bilden sich Formen heraus.

Eine Baumkrone wird zum Krokodil, ein Stamm sieht von weitem aus wie ein Mammut. Gut, vielleicht spielt auch die Hitze eine Rolle. In Deutschland wandere ich ja wirklich viel, aber das hier ist etwas völlig anderes. Mein T-Shirt ist nass, eine Mischung aus Schweiß und Luftfeuchtigkeit rinnt mein Gesicht hinab. Zum Glück gehen wir heute nur eine Strecke. Wir werden im Arco del Tiempo zelten. Uns erwarten Glühwürmchen und vielleicht wieder eine Gottesanbeterin, so wie schon letzte Nacht in General Cárdenas.

Dann sehen wir endlich den Arco del Tiempo, wie eine riesige, natürliche Kathedrale im Dschungel gelegen. Wir müssen jetzt mit einem Seil schätzungsweise 15 Meter hinabklettern. Rigo reicht uns beiden je einen Klettergurt und Helm und gibt uns dann genaue Anweisungen, wie wir uns abseilen müssen.

Mir ist ganz schön mulmig. Statt mich einfach in den Gurt zu setzen, versuche ich, in Felsmulden zu treten und so quasi hinabzuklettern – so sollte man das nicht machen. Meine Beine zittern, ich rutsche ab … und bin jetzt endlich in der richtigen Position. Sanft gleite ich ins Wasser. Durch den Bogen fließt der kristallklare Fluss La Venta.

Geführte Touren und Erlebnisse

Zelten am Arco del Tiempo

Auch unser Gepäck wird abgeseilt, dann haben wir Zeit, die tolle Natur zu genießen. Wir schwimmen flussaufwärts, durch den Bogen bis zum Ende, und lassen uns dann von der Strömung zurücktreiben. Wir erreichen wieder den Strand, schwimmen aber noch weiter, diesmal flussabwärts. Auf der anderen Seite erreichen wir irgendwann eine Art Wasserfall. Das Wasser rauscht durch große Steine hindurch.

Irgendwann kommt die Nacht mit wahnsinnig lauten Dschungelgeräuschen: Vögel kreischen, Zikaden zirpen. Durch den schmalen Spalt der Schlucht haben wir ein bisschen Sicht auf den Himmel und unzählige Sterne. Und wir haben sogar auch Sterne hier unten: Glühwürmchen fliegen an den Felswänden entlang, auf der Suche nach der Glühwürmchen-Liebe.

Laut Rigoberto leben hier außerdem Wildschweine, Gürteltiere, Waschbären, Dachse und Jaguare. Dann ist es Zeit zum Schlafen. Die Zelte stehen auf Sand, außerdem haben wir Isomatten – das ist gar nicht so unbequem.

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Fazit

Für die Tour zum Arco del Tiempo muss man fit sein: Drei Stunden Wanderung durch den schwül-heißen Dschungel und das extrem anstrengende Hinab- und Hinaufklettern – das ist alles nicht ohne. Trotzdem kann ich die Tour aus vollem Herzen empfehlen. Die Natur ist einfach bombastisch: der hohe Bogen, der wie eine natürliche Kathedrale aussieht, und das kristallklare Wasser, das sich seinen Weg durch den Fels bahnt. Außerdem könnt ihr vor Ort echtes Dschungel-Feeling erleben: grüne Papageien, zirpende Zikaden und dichte Urwald-Bäume. Besonders magisch wird es mit Übernachtung im Zelt!

Lage

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