Wer den Film Avatar gesehen hat, dem ist die Szene mit den sogenannten „Halleluja Mountains“ bestens bekannt. Steile Sandsteinsäulen, die senkrecht Richtung Himmel ragen. Doch die wenigsten wissen, dass diese Kulisse tatsächlich existiert. Der Zhangjiajie Nationalpark diente dem Film als Inspiration und wird jährlich von mehreren hunderttausend Menschen besucht. Doch hält der Nationalpark, was er verspricht?
Lohnt sich der Besuch der Avatar-Berge in China?





Der Zhangjiajie-Nationalpark in der chinesischen Provinz Hunan ist berühmt für eine Landschaft wie aus einer anderen Welt: Hunderte schlanke Sandsteinsäulen ragen dicht an dicht in den Himmel – und dienten als Inspiration für die legendären „Avatar“-Berge aus dem Film von James Cameron. Zhangjiajie gehört zur UNESCO-Welterbestätte Wulingyuan Scenic Area; die bekanntesten Panoramen findet ihr im Bereich Yuanjiajie Scenic Area.
Als beste Reisezeit gelten Frühling und Herbst, wenn das Wetter meist angenehm ist und es oft etwas ruhiger zugeht. Wenn ihr den Park zu Fuß erkunden möchtet, könnt ihr aus acht Hauptwanderwegen wählen – perfekt, um die Felsnadeln aus immer neuen Perspektiven zu erleben. Alternativ nutzt ihr die Transportmöglichkeiten vor Ort: Der gläserne Bailong-Aufzug bringt euch in etwa zwei Minuten hinauf zu den Aussichtsplattformen, und kostenlose Shuttlebusse verbinden die wichtigsten Highlights im Park.
Fototipp: Um das bekannte Bild mit Blick auf die Avatar-Berge selbst zu schießen, stehen Besuchenden zahlreiche Aussichtsplattformen zur Verfügung. Eine der besten ist die sogenannte „Daguan-Plattform“. Wer den Gipfel der Berge erreicht hat, wird über Schilder zu dieser Plattform geleitet – sie kann daher nicht übersehen werden.
Anreise nach Zhangjiajie
| Lage: | Hunan Provinz (China) |
| Anreise: | Bus, Auto (Taxi) |
| Aussichtspunkt: | Daguan-Plattform |
| Beste Reisezeit: | Frühjahr, Herbst |
| Eintrittsgebühren: | 239 Yuan (etwa 29 Euro) |
Zhangjiajie hat einen eigenen Flughafen, den Zhangjiajie Hehua International Airport. Dieser liegt etwa 2,5 Stunden westlich von Shanghai. Die Anreise zum Nationalpark erfolgt entweder mit dem Bus oder mit dem Taxi in etwa 40 Minuten von der Innenstadt Zhangjiajies aus. Ich habe mich für ein Taxi entschieden, da Taxis in China recht günstig sind und die Fahrt nur wenige Euro kostet.
Der Nationalpark ist täglich von 7 bis 17 Uhr geöffnet. Die Öffnungszeiten können jedoch je nach Gebiet der Wulingyuan Scenic Area variieren und sollten daher vor einem Besuch nochmals geprüft werden. Stellt euch allerdings auch frühmorgens auf zahlreiche Besucher ein.
Vorsicht vor den Affen im Zhangjiajie Nationalpark
Einer der eindrucksvollsten Wege im Zhangjiajie‑Nationalpark ist der Golden Whip Stream Trail, für den ich mich entschieden habe. Der etwa 7 Kilometer lange Pfad beginnt direkt am Parkplatz und ist dank guter Beschilderung kaum zu verfehlen. Die Strecke verläuft angenehm flach und ist meist gepflastert oder mit Holzbohlen ausgelegt.
Der Weg führt durch das Tal der Avatar-Berge und schlängelt sich idyllisch entlang eines klaren Flusses. Während ich durch das Tal laufe, umgeben von den steil aufragenden Sandsteinformationen, werde ich immer wieder von frechen Affen begleitet. Im ganzen Park sind sie allgegenwärtig – deshalb besser keine Snacks, Flaschen oder Wertsachen offen tragen.
Am Ende des Trails zweigt ein Pfad mit einem steilen Treppenaufstieg ab – hier beginnt der anspruchsvollere Teil der Wanderung. Dieser Weg führt hinauf ins Landschaftsgebiet Yuanjiajie, dem berühmten Aussichtspunkt auf die „Avatar-Berge“. Da viele Leute den bequemeren Shuttlebus nutzen, habe ich den Aufstieg fast ganz für mich allein. Je nach Kondition dauert dieser zwischen 1 und 1,5 Stunden, in denen man rund 500 Höhenmeter überwindet.
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Ein Meer aus Steinfelsen wie in Avatar
Oben angekommen erwartet mich eine Aussicht, die einem den Atem raubt. Alles sieht genauso aus, wie man es von den Bildern kennt – oder eben aus Avatar: Vor mir breitet sich ein Meer aus begrünten Sandsteinfelsen aus, die senkrecht in den Himmel ragen. Unglaublich. Kein Wunder, dass hier so viele Besucherinnen und Besucher auf der Jagd nach dem perfekten Foto sind. Und weil in China der Inlandstourismus riesig ist, hat man solche Orte nur selten ganz für sich; doch der Anblick bleibt trotzdem überwältigend.
Für den Rückweg entscheide ich mich für eine Gondel, die zwischen den Bergen hindurchschwebt. Im Park gibt es mehrere Seilbahnen, die von den wichtigsten Aussichtspunkten talwärts führen. Ich nehme den Huangshizhai Cableway: Eine einfache Fahrt kostet umgerechnet etwa 8 Euro und ist nochmal ein echtes Highlight meines Tagesausflugs in den Zhangjiajie-Nationalpark.
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Fazit
Der Zhangjiajie-Nationalpark war für mich das große Highlight meiner China-Reise. Ich habe die Zeit in der Natur sehr genossen, und der Blick auf die hoch aufragenden Sandsteinsäulen ist schlicht atemberaubend. Gleichzeitig muss man sich dieses Erlebnis mit vielen Menschen teilen. Zwischendurch fand ich die Orientierung im Park und die Führung der Wanderrouten nicht immer ganz eindeutig.
Umso schöner war es, dass ich beim Aufstieg zu Fuß fast allein unterwegs war. Da die meisten den Aufzug nach oben nutzen, hatte ich die Wanderung streckenweise praktisch für mich, was ich sehr genossen habe. Auch die Gondelfahrt hat mir hervorragend gefallen und ich würde sie wirklich jedem empfehlen, der den Park besucht.
Insgesamt war es ein rundum gelungener Ausflug und für mich ein absolutes Muss auf einer China-Reise. Wenn ihr mehrere Tage in Zhangjiajie plant, solltet ihr euch außerdem den Tianmen Mountain nicht entgehen lassen.
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