Du stehst mitten im Nirgendwo, um dich herum ein Meer aus Sand, dessen Wellen weich bis zum Horizont gleiten. Der Himmel färbt sich golden, während du Schritt für Schritt über den Dünenkamm läufst. Und dann erscheint vor dir diese berühmte Oase: ein Wüstensee, umgeben von Palmen, mitten in der endlosen Wüste. Nur die Menschenmassen fehlen. Kaum zu glauben, denn Huacachina gehört zu den touristischsten Orten Perus. Doch es gibt eine Möglichkeit, die Oase fast für dich allein zu erleben. Wie das gelingt, zeige ich dir.
Lohnt sich ein Besuch in Huacachina in Peru?





Die Oase Huacachina liegt 5 km von der Stadt Ica entfernt inmitten der Ica-Wüste. Der natürliche Wüstensee entstand durch eine Senke im Wüstenboden, die auf Grundwasser traf. Im Volksmund wird jedoch erzählt, dass eine schöne Inka-Prinzessin vor einem Jäger floh und ihren Handspiegel in der Wüste fallen ließ, welcher sich beim Zerspringen in Wasser verwandelte.
In den 1940er-Jahren entwickelte sich der Ort zu einem beliebten Kurort. Heute zählt das kleine Dorf mit rund 100 Einwohnern als Hotspot auf jeder Peru-Reise und zieht jährlich zehntausende Besucher an. Es werden Dünenbuggy- und Sandboarding-Touren angeboten, jedoch ist Baden im See heute nicht mehr erlaubt. Kleiner Fun Fact: Die Oase Huacachina ist auf der Rückseite der peruanischen 50-Soles-Banknote abgebildet.
Fototipp: Das beste Licht hast du zum Sonnenaufgang und Sonnenuntergang. Da der Abend jedoch sehr überlaufen ist und viele Fußspuren im Sand hinterlässt, eignet sich der Morgen deutlich besser: Hier fotografierst du unberührte Dünen. Der beste Fotopoint liegt auf dem hohen Dünenkamm östlich der Oase mit direktem Blick auf die Palmen und den Wüstensee.
Anreise nach Huacachina
| Beste Zeit: | Mai bis November |
| Anreise: | Bus und TukTuk |
| Must-See: | Sonnenauf- und Untergang |
| Budget-Hostel: | Hospedaje Mayo Huacachina |
| Einwohner: | rund 100 |
Die Hauptstadt Lima ist für die meisten der Anreisepunkt in Peru. Von hier aus fahren mehrere Busanbieter die Kleinstadt Ica an. Es gibt jedoch keinen zentralen Hauptbusbahnhof, denn jeder Anbieter nutzt seine eigene Station. Einer der bekanntesten Anbieter ist Cruz del Sur. Von Lima aus dauert die Fahrt nach Ica ca. 5 Stunden.
Von Ica aus musst du noch 15 Minuten mit dem Tuk-Tuk fahren und Voilà! Willkommen in Huacachina. Die Oase kann man auch super als Tagestrip erkunden und sollte auf jeden Fall den Sonnenuntergang mitnehmen. Touren kannst du direkt vor Ort oder auch schon in Ica buchen. Es gibt hier von Budget-Unterkünften bis hin zu richtigen Resorts alles – also wirklich für jeden Geldbeutel etwas dabei.
Tipp: Die Sonnenuntergänge sind oft ziemlich überlaufen von Tagestouristen, und es besteht immer die Chance, dass ein kleiner Sandsturm die Sicht vermiest. Deshalb empfehle ich dir unbedingt, ein bis zwei Nächte direkt in der Oase zu übernachten. Die beste Aussicht hast du nämlich zum Sonnenaufgang: Keine Menschen weit und breit! Als ich dort war, hatte ich die Dünen komplett für mich alleine!
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Wüstensee von Huacachina
Der Fahrer bremst mit quietschenden Reifen das Tuk-Tuk, ich drücke ihm Geld in die Hand und schnappe mir meinen Rucksack. Endlich Wüste! Ich schlendere zwischen den lehmfarbenen Gebäuden hindurch, und plötzlich eröffnet sich mir der Blick auf einen türkisen Wüstensee. Unglaublich! Zum ersten Mal in meinem Leben stehe ich vor einer echten Oase! Schlanke Palmen umrahmen das schimmernde Wasser. Bin ich etwa mitten im Nahen Osten gelandet? Ich fühle mich wie im Märchen von Aladdin und der Wunderlampe – bereit, jeden Moment meine eigene Zauberlampe aus dem feinen Dünensand auszugraben.
Ich drehe eine gemütliche Runde um das Ufer: Bunte Händler bieten ihre Schätze an, und auf dem Wasser ziehen bunte kleine Tretboote ihre Bahnen. Mein Hotel liegt direkt am Fuß der gigantischen Sanddüne. Da es im Dorf selbst nicht viel mehr zu tun gibt, entspanne ich einfach am Pool und genieße das Nichtstun. Doch die Wüste hat ihren eigenen Kopf. Nur wenig später zieht ein heftiger Sandsturm auf, der die Sicht komplett in einen goldgelben Schleier hüllt.
Sonnenaufgang über den Dünen von Huacachina
Es ist noch stockdunkel draußen, als ich mich aus meinem Lager schleiche und die steile Sanddüne hinaufklettere. Der Sand ist eiskalt. Durch feinen Wüstensand bergauf zu steigen, ist gar nicht so leicht – bei jedem Schritt fühlt es sich an, als würde man wieder ein Stück rückwärts rutschen. Doch schon bald erreiche ich den Dünenkamm. Vereinzelte Lichter leuchten unten im Wüstental. Es ist schier unglaublich: Um uns herum ist weit und breit nichts als endloser Sand. Die Sonne steigt höher, färbt den Himmel golden und lässt die einzelnen Sandkörner wie Diamanten im Licht schimmern. Der Wind wirbelt feine Böen auf, die wie Rauch durch die Luft fliegen und sanfte Wellen im Sand formen. Wie wunderschön die Wüste doch sein kann!
Langsam erhellt das Morgenlicht die Oase. Ganz klein unter mir erstrahlt sie wie ein verborgener Schatz aus einem Märchen. Ich erwarte jeden Moment, dass ein fliegender Teppich durch die Luft gleitet und mich aus diesem Traum reißt. Der kühle, orangefarbene Sand verwandelt sich unter meinen Füßen langsam in ein warmes Weiß. Und da offenbart sich die ganze Pracht der Oase vor mir, mächtig und geheimnisvoll wie der Schlund zur Höhle der Wunderlampe.
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Fazit
Ein Ort, den man bloß nicht auslassen sollte! Ich empfehle dir jedoch dringend, den Sonnenaufgang mitzunehmen. Die Dünen mit Hunderten von Touristen zu teilen, ist eine komplett andere Erfahrung, als völlig alleine auf die Oase zu blicken. Meiner Meinung nach ein Ort, der auf keiner Peru-Reise fehlen darf.
Wer eine etwas abgeschiedenere Oasen-Erfahrung erleben möchte, kann die nahegelegene Laguna Morón besuchen. Sie ist zwar etwas schwieriger zu erreichen, aber absolut lohnenswert.
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