„Drei, Zwei, Eins …“ Gemeinsam zählen wir runter. Gleichzeitig mit dem Wort „Jump!“ ertönt ein markerschütternder Schrei. Der freie Falle ins Nichts ist Nervenkitzel pur und der Sprung von der Eisenbahnbrücke ein echter Adrenalinkick. Ich habe noch nie Bungee Jumping gemacht. An der Jauntalbrücke nahe des Klopeinersees in Österreich wollte ich es  ausprobieren. Wie sich mein erster Sprung angefühlt hat, verrate ich euch in meinem Erfahrungsbericht.

Lohnt sich Bungee Jumping von der Jauntalbrücke?

Bedrohlich erhebt sich die Jauntalbrücke in Kärnten vor unseren Augen. 96 Meter über dem Boden befindet sich eine kleine Plattform. Von dort aus springen Mutige in die Tiefe. Aber natürlich geht es nicht ungesichert bergab. Das elastische Seil ermöglicht einen ungefährlichen Nervenkitzel. Laut Veranstalter wurde über 40.000 Sprünge von der Jauntalbrücke von 1991 bis heute durchgeführt.  Bisher haben es alle heil nach unten geschafft.

#kärnten #bungeejumping

Instatipp: An der Brücke steht ein Kameramann bereit, der den Sprung aufzeichnet. Eine Actioncam befestigt man am besten mit einem Brustgurt.

Anreise zur Jauntalbrücke

Im Auto herrscht angespanntes Schweigen. Hinterm Steuer sitzt Leni. Immer wieder wechseln wir zweifelnde Blicke. Beide kämpfen wir mit Höhenangst, beide werden wir gleich von einer Brücke springen. Immer wieder schüttelt eine von uns scheinbar unbemerkt mit dem Kopf. Wir sind selbst nicht sicher, was wir hier tun. Im Navi steht Ruben. Kurz vorher biegen wir rechts ab und folgen der Beschilderung zur Jauntalbrücke. Mein Herz klopft bis zum Hals. Wird schon schiefgehen.

Schnell nochmal auf’s Klo

Meine Blase macht sich bemerkbar, sobald ich die Brücke sehe. Also schnell nochmal auf’s Klo, bevor wir uns gemeinsam die Sprünge der anderen ansehen. Aus der Ferne beobachte ich, wie eine Frau von der riesigen Brücke springt. Mein Magen zieht sich zusammen. Ich blinzle. Sie fällt noch immer. Dann endlich, das Gummiband um ihre Knöchel katapultiert sie wieder nach oben. Mir wird schon vom Zusehen schlecht. Vielleicht war die Sache mit dem Bungee Jumping doch keine so gute Idee.  „Also, wer von euch möchte springen?“, fragt der Veranstalter. Ich hebe zögernd die Hand.

Vorbereitung auf den Sprung

An der Anmeldung werden unsere Daten erfasst. Wir unterzeichnen Papiere. Wahrscheinlich einen Haftungsausschluss. Allerdings halte ich es nicht für ratsam, mir ausgerechnet jetzt alle möglichen Eventualitäten und Worst-Case-Szenarien durchzulesen. Ich werde gewogen. Dann bekomme ich mein Eintrittsbändchen und werde auf die Brücke geschickt. Dort legt man mir einen Ganzkörperklettergurt und anschließend die Bungee-Seile an die Knöchel. Ich stehe bereits auf der Plattform. „Und das hält?“ Ein Grinsen, dann ein Nicken. Ich solle mir keine Sorgen machen. Das sagt sich leicht.

Drei, zwei, eins, Jump!

Meine Zehen hängen über dem Abgrund. Ich kann nicht nach unten schauen. „Und bei Jump springst du einfach nach vorne und breitest die Arme aus, okay?“ Der Guide wiederholt die Anweisung. Ich nicke. „Du sagst, wenn du bereit bist.“ – „Ich bin bereit.“ DREI! ZWEI! EINS! JUMP! Ich drücke mich ab. Breite die Arme aus. Und falle. Ein Schrei begleitet meinen Sturz in die Tiefe. Kurz über dem Boden katapultiert mich das Seil wieder nach oben. Ich ziehe die Arme zum Körper, wie es mir gezeigt wurde, bevor ich etwa auf der Hälfte für einen kurzen Moment in der Luft stehe. Ich denke an nichts. Falle wieder. Werde nochmal nach oben gezogen. Falle. Pendle. Strecke die Arme nach unten.

Fazit

Ein Mitarbeiter ergreift meine Hände. Hält mich ruhig. Dann gibt das Seil langsam nach und er legt mich sanft auf den Bauch auf. Ich umklammere den Boden. Drehe mich um, blicke nach oben. Blut rauscht in meinen Ohren. Mir ist schwindelig. „Wie war’s?“ Er wiederholt die Frage, als er merkt, dass ich nicht reagiere. Ich blicke ihn verwirrt an. „Das mache ich nicht nochmal.“ Es war völlig verrückt. Die Überwindung. Der Sprung. Es ist vorbei. Aber ich kann es noch nicht glauben. Es ging alles so schnell. Mein Gedächtnis ist wie ausgelöscht. Nur Fotos und eine Urkunde beweisen, dass ich tatsächlich gesprungen bin.

Lage

Praktische Links

Gut zu wissen

Der höchste Bungee-Sprung der Welt ist übrigens an der Glasbrücke in Zhangjiajie in China möglich. Die Brücke schwebt 300 m über dem Boden. Erst im Mai 2018 sind die ersten Springer in die Tiefen des Canyons gesprungen. Der Sprung dauert sehr lange. Denn erst nach einem 260 m langen Fall ist der niedrigste Punkt erreicht. Zuerst sprangen nur Profis im Rahmen eines Wettbewerbs. Seit August 2018 ist die Sprungplattform des höchsten Bungee-Jumps der Welt auch für die Öffentlichkeit freigegeben.

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