Calanches de Piana: Korsikas bizarre Felsen

Die Calanches de Piana auf Korsika zählen zu den beeindruckendsten Naturschauspielen Europas. Zwischen Porto und Piana erhebt sich eine surreal anmutende Felslandschaft aus rot leuchtendem Granit, die von Wind und Wetter zu bizarren Formen geformt wurde. In der Morgen- und Abenddämmerung scheinen die Felsen förmlich zu glühen und erschaffen eine Kulisse, die Naturliebhaber verzaubert. Bist du bereit, das steinerne Herz Korsikas zu entdecken?

Lohnt sich ein Besuch der Calanches de Piana auf Korsika?

Die Calanches de Piana, ein UNESCO-Weltkulturerbe, erstrecken sich über eine zerklüftete Region an der Westküste Korsikas. Sie entstanden durch Erosion und vulkanische Aktivität, die eine außergewöhnliche Landschaft aus schroffen Spitzen, tiefen Schluchten und bogenförmigen Felsformationen schufen.

Eine vier Kilometer lange, schmale Straße schlängelt sich hindurch, flankiert von steilen Felswänden. Ihre rötliche Färbung verdanken die Calanches dem eisenhaltigen Granit, der je nach Tageszeit und Sonnenstand in den unterschiedlichsten Nuancen schimmert – von warmem Orange bis zu tiefem Rot. Besonders reizvoll ist ein Besuch in den frühen Morgenstunden oder bei Sonnenuntergang, wenn die Felsen in goldenes Licht getaucht sind und eine fast mystische Atmosphäre entsteht. Dabei habt ihr die Wahl zwischen Auto und Fahrrad.

Fototipp: Die Morgenstunden sind ideal, um die leuchtenden Farben der Felsen einzufangen. Ein Weitwinkelobjektiv eignet sich besonders, um die Tiefe der Landschaft zu betonen.

Anreise zu den Calanches de Piana

Lage:Parc Naturel Régional de Corse
Anreise:mit dem Mietwagen 10 km von Porto
Must-Do:Fahrradtour
Besonderheit:seit 1983 UNESCO-Weltkulturerbe
Beste Jahreszeit:April-Juni, September-Oktober

Die Möglichkeiten, die Calanches de Piana mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen, sind begrenzt. Von Porto aus gibt es keine regelmäßigen Busverbindungen dorthin. Es ist daher ratsam, auf andere Transportmöglichkeiten wie Mietwagen oder organisierte Touren zurückzugreifen.

Am bequemsten erreicht man die Calanches mit dem Auto. Von Porto aus führt die D81 in etwa 20 Minuten (10 Kilometer) direkt in diese atemberaubende Landschaft.

Wer ohne Auto unterwegs ist, kann an geführten Touren ab Porto teilnehmen. Viele Anbieter organisieren Ausflüge, die sowohl den Transport als auch Wanderungen mit Guide umfassen. Alternativ könnt ihr die Strecke auch mit dem Fahrrad erkunden.

Mit dem Fahrrad zu den Calanches

Korsika ist ein Traum für alle, die Abenteuer und Natur lieben. Schon vor meiner Reise hörte ich von den berühmten Calanches de Piana und wusste, dass ich diesen magischen Ort unbedingt selbst erleben wollte. Um die Schönheit dieses Ortes voll und ganz genießen zu können, möchte ich die Felsen bei Sonnenaufgang sehen und verbringe deshalb die Nacht in dem kleinen Hafenort Porto, der nur wenige Kilometer von den Calanches de Piana entfernt liegt.

Noch bevor der erste Lichtstrahl den Himmel erhellt, breche ich am nächsten Morgen mit dem Fahrrad auf. Um rechtzeitig zum Sonnenaufgang an den Calanches zu sein, starte ich die etwa zehn Kilometer lange Strecke um halb sechs morgens. Die Route führt 400 Höhenmeter hinauf, durch eine ruhige, noch schlafende Landschaft. Die kühle Morgenluft ist erfrischend, und mit mehreren Kleidungsschichten bin ich gut auf die Temperaturen vorbereitet.

Schon die Fahrt hinauf ist ein echtes Highlight. Jede Kurve eröffnet neue Ausblicke: Ich sehe Porto und den Strand von oben, blicke kilometerweit auf das Meer und über die beeindruckenden Klippen der Insel. Die unberührte Natur und die morgendliche Stille begleiten mich auf meinem Weg nach oben.

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Magische Momente im Licht der aufgehenden Sonne

Nach einer knappen Stunde stetigen Anstiegs erreiche ich endlich den höchsten Punkt der Strecke – und bin sprachlos. Der Ausblick, der sich vor mir ausbreitet, ist einfach überwältigend. So etwas habe ich noch nie zuvor gesehen. Vor mir ragen die schroffen, spitzen Felsen der Calanches empor, während neben mir das blaue Meer mit der Silhouette der Insel verschmilzt.

Langsam fahre ich die etwa vier Kilometer lange Straße entlang, die sich wie eine Schlange durch die Felslandschaft windet. Immer wieder halte ich an den kleinen Aussichtspunkten am Straßenrand. Noch vor Sonnenaufgang habe ich es bis hier oben geschafft – und dieser Moment gehört ganz allein mir. Keine Autos, keine Menschen. Nur ich, die beeindruckenden Felsformationen und die Stille, die diesen Ort so besonders macht.

Die in den Fels gebaute Straße führt mich mitten durch diese faszinierende Landschaft. Es fühlt sich an, als wäre ich ein Teil davon geworden. Die Calanches sind nicht nur das beeindruckendste, sondern auch das schönste Stück der Strecke, das ich bisher auf Korsika gefahren bin. Mit dem Fahrrad hier oben zu sein, war die beste Entscheidung: Die Straßen sind eng und kurvig, und die kleinen Aussichtsbuchten bieten kaum Platz für ein Auto. Doch mit dem Rad habe ich die Freiheit, jederzeit anzuhalten und die Natur in vollen Zügen zu genießen.

Dann ist es endlich so weit. Die ersten Sonnenstrahlen tauchen den Himmel in ein zartes Orange, bevor die Sonne langsam über den Horizont steigt. Ihr warmes Licht legt sich wie ein goldener Schleier über die Felsen, das Meer und die Täler. Ein ganz besonderer Moment meiner Reise.

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Fazit

Die Calanches de Piana sind ein absolutes Highlight jeder Korsika-Reise – ob mit dem Auto oder, wie in meinem Fall, mit dem Fahrrad. Zu Fuß würde ich euch die Strecke nicht empfehlen. Vor allem tagsüber ist hier viel los, und viele Kurven sind nicht einsehbar.

Für mich war es eines der unvergesslichsten Erlebnisse meiner Tour, den Sonnenaufgang über den roten Felsen zu beobachten und die Magie dieses einzigartigen Ortes zu spüren. Diese faszinierenden Felsformationen beeindrucken durch ihre wilde Schönheit und die Ruhe, die sie ausstrahlen. Unbedingt hin, wenn ihr auf Korsika seid!

Im Anschluss solltet ihr euch unbedingt Piana ansehen. Der Ort gilt als eines der schönsten Dörfer Frankreichs und bietet neben einem Amphitheater die wunderschöne Kirche Sainte-Marie.

Lage

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