Bizarre Felsformationen ragen senkrecht aus der uralten Naturlandschaft und prägen die mystisch beeindruckende Umgebung. Es lohnt sich, die atemberaubenden Aussichtspunkte, die imposanten Tafelberge und die engen Schluchten zu Fuß zu entdecken. Die nachfolgenden Touren im Elbsandsteingebirge sollten Wanderer jedenfalls nicht verpassen. Sie gehören zu den schönsten Wanderungen der Sächsischen Schweiz.

Die schönsten Wanderungen der Sächsischen Schweiz

Die Sächsische Schweiz trägt ihren Namen zu Recht. Beim Anblick der Felsentürme, Tafelberge und Flüsse tief unten im Tal wähnt ihr euch manchmal wirklich im Hochgebirge. In eleganten Schleifen hat sich die Elbe ihren Weg durch dieses großartige Elbsandsteingebirge gebahnt. Die Felsen aus Sandstein sind erodierte Relikte aus der Kreidezeit, viele Millionen Jahre alt. Einzigartige Ausblicke sind bereits über leichte Touren erreichbar. Für geübte Wanderer gibt es aber auch herausfordernde und schwere Kraxeleien über Stiegen und Leitern. Beliebig lassen sich die felsigen Sehenswürdigkeiten miteinander verknüpfen und erweitern. Das Wegenetz ist gut ausgeschildert und weit verzweigt.

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Instatipp: Es gibt unzählige Fotomotive in der Sächsischen Schweiz. Zu den beliebtesten Spots zählen der Ferdinandstein vor der berühmten Basteibrücke, der scheinbar gewagte Gamp Jump am Kleinen Winterberg und die herrliche Schrammsteinaussicht.

1. Rundweg zur Basteibrücke über die Schwedenlöcher

© Mike Mareen

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Länge:4,6 km
Höhenmeter:252 hm
Gehzeit:2 Std.

Der schroffe Fels der Bastei wird durch eine mehrbogige Steinbrücke von 1851 erschlossen. Auf dieser Rundwanderung könnt ihr den einzigartigen Blick auf das Elbtal tief unten, auf die Felsen und Wälder genießen. Los geht es in Rathen. Hier setzt ihr zunächst mit der Fähre auf die andere Elbseite über. Dann kommt ihr durch die Schwedenlöcher. 700 Stufen führen vom Amselgrund durch diese enge Felsenschlucht hinauf zur Bastei. Dort könnt ihr die Felsenburg Neurathen, die Ruine einer mittelalterlichen Burg, erkunden sowie die traumhafte Aussicht auf die Basteibrücke und den Rathener Talkessel genießen. Die Wanderung ist trotz einiger Steigungen mittelschwer.

Video-Tipp


Ihr wollt neue Wanderwege erkunden? Bloggerin Marlene zeigt in ihrem Video fünf unentdeckte Sehenswürdigkeiten in der Sächsischen Schweiz.

2. Wanderung zum Kuhstall am Neuen Wildenstein

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Länge:5,1 km
Höhenmeter:246 hm
Gehzeit:2,5 Std.

Warum heißt dieses märchenhafte Felsentor Kuhstall? Weil hier die Bauern im Dreißigjährigen Krieg ihr Vieh vor marodierenden Soldaten in Sicherheit gebracht haben sollen. Kein Wunder: Die Höhle ist mit ihren 17 Metern Durchmesser groß genug für ganze Viehherden. Der Weg zum Kuhstall startet beim Lichtenhainer Wasserfall im Kirnitzschtal und ist auch für ungeübte Wanderer gut machbar. Steigt ihr danach durch einen Felsspalt auf einer schmalen Treppe, der „Himmelsleiter“ noch weiter nach oben, werdet ihr mit einer wahrhaft paradiesischen Aussicht belohnt: Ein fulminanter Panoramablick über den Nationalpark Sächsische Schweiz eröffnet sich euch.

3. Über die Heilige Stiege zum Carolafelsen

© LianeM
Länge:7,7 km
Höhenmeter:335 hm
Gehzeit:3 Std.

Direkt an der tschechischen Grenze liegt das Flößer- und Fachwerkdorf Schmilka bei Bad Schandau. Von hier aus wandert ihr zur „Heiligen Stiege“. Sie trägt ihren Namen nicht umsonst. Auf dieser endlos scheinenden, steilen Treppe an senkrechten Felsen und wild wuchernder Natur entlang, erwirbt man schwitzend und fasziniert ein Stück Heiligkeit. Als Krönung wartet der Carolafelsen. Mit seinen 458 Metern ist er der höchste Gipfel der Affensteine. Von oben blickt ihr auf schmale Felsnadeln, die wie Wehrtürme aus der bewaldeten Landschaft ragen. Im Hintergrund liegen die Schrammsteine und der Falkenstein.

4. Wanderung zur Schrammsteinaussicht

Länge:5,7 km
Höhenmeter:240 hm
Gehzeit:2,5 Std.

Auf 417 Metern Höhe wird euch die ganze Sächsische Schweiz zu Füßen liegen. Weit unten seht ihr die Elbe, dazwischen verschiedene Felsformationen und in die andere Richtung blickt ihr auf die Hohe Liebe, einen Tafelberg. Auf die Schrammsteinaussicht kommt ihr, wenn ihr vom Zahnsgrund oberhalb von Bad Schandau über den Mittelwinkelweg wandert. Dieses schmale Felsenriff ist rundum durch Geländer gesichert, aber wegen der vielen Leitern trotzdem nur etwas für Schwindelfreie. Es hat auch noch einen größeren und mächtigeren „Onkel“ direkt daneben. Am schönsten ist es hier oben frühmorgens nach Sonnenaufgang oder abends.

5. Rundwanderung zur Barbarine am Pfaffenstein

Länge:4,5 km
Höhenmeter:275 hm
Gehzeit:2,5 Std.

Die familienfreundliche Rundwanderung führt vom Parkplatz Pfaffenstein durch das „Nadelöhr“ einen steilen Weg hinauf zum Tafelberg. Oben könnt ihr zum „Opferkessel“ wandern, einem Relikt aus der Eiszeit. Hier wird niemand geopfert, stattdessen gibt es eine atemberaubende Aussicht. Bei der Berggaststätte auf dem Pfaffenstein geht es über Treppen und durch eine schmale Felsspalte zur anmutigen Barbarine. Diese frei stehende Felsnadel wird auch „Steinerne Jungfrau“ genannt. Ein armes Mädchen wurde von seiner Mutter verwünscht, weil sie nicht in die Kirche ging und hier lieber Heidelbeeren sammelte – so die Sage!

6. Zu den Herkulessäulen in Rosenthal-Bielatal

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Länge:4,2 km
Höhenmeter:248 hm
Gehzeit:2 Std.

Überreste eines kreidezeitlichen Meeres sind es, die im Bielatal 20 Meter hoch aus der Landschaft ragen. Die große und die kleine Herkulessäule sind aus besonders hartem Sandstein und wurden nach den antiken Säulen des Herakles benannt. Die Gipfelköpfe wirken, als könnten sie gleich herunterfallen. Eine Rundwanderung zu diesen Hotspots für Kletterer beginnt an der Schweizermühle und führt durch enge Felsspalten über Leitern bis zum Aussichtspunkt Johanniswacht. Für diese etwa zweistündige Wanderung müsst ihr eine gute Kondition haben – aber es lohnt sich.

7. Klettersteig „Häntzschelstiege“ in den Affensteinen

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Länge:2 km
Höhenmeter:260 hm
Gehzeit:2,5 Std.

Die Affensteine gehören zu den beliebtesten Wandergebieten in der Sächsischen Schweiz. Wenn ihr gerne kraxelt, bietet sich die Häntzschelstiege an, ein einfacher Klettersteig der B-Kategorie im Bloßstock. 700 Meter geht es am Fels entlang, knapp 170 Höhenmeter werden überwunden. Benannt ist die herausfordernde Wanderstiege nach Rudolf Häntzschel, der sie zu DDR-Zeiten mit Teilen vom Schrottplatz erbaut hat. Heute ist sie restauriert, aber nur was für Trittsichere und Schwindelfreie. Als Rückweg bietet sich eine schmale Schlucht an, die Wilde Hölle. Wagt euch in den Schlund!

8. Drei-Steine-Tour über Papststein, Gohrisch und Königstein

© Ronny Behnert

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Länge:12 km
Höhenmeter:512 hm
Gehzeit:5 Std.

Wollt ihr in der Sächsischen Schweiz das Gebiet der Tafelberge erleben, seid ihr auf der Drei-Steine-Route von Bad Schandau nach Königstein richtig. Links der Elbe befinden sich auf einer Hochebene der Kleinhennersdorfer Stein, der Papststein, der Gohrisch, der Pfaffenstein und der Königstein. Die Aussicht von oben ist großartig, außerdem gibt es beeindruckende Bauwerke wie die Festung Königstein zu bewundern. Die ausgedehnte Wanderung dauert knapp fünf Stunden und bietet einige Einkehrmöglichkeiten. Zurück zum Ausgangspunkt geht es mit der S-Bahn.

9. Durch unberührte Natur entlang der Kirnitzschklamm

Länge:5,1 km
Höhenmeter:k.A.
Gehzeit:1,5 Std.

Das Fachwerkdorf Hinterhermsdorf bei Sebnitz ganz im Osten der Sächsischen Schweiz ist Startpunkt der leichten Wanderung zur Kirnitzschklamm. Zunächst geht es durch den Wald bis zur Oberen Schleuse direkt an der tschechischen Grenze zur Böhmischen Schweiz. Dort werdet ihr auf Kähnen durch die Kirnitzschklamm gefahren, während der Bootsführer unterhaltsame Geschichten erzählt. Rund 20 Minuten dauert die Bootsfahrt durch die wildromantische Klamm. Danach lohnt sich noch der Aufstieg zum Königsplatz, bevor es zurück zum Ausgangspunkt geht.

10. Wanderung zur Idagrotte und zum Frienstein

Länge:10 km
Höhenmeter:k.A.
Gehzeit:4 Std.

Von Schmilka aus führt diese Wanderung über den Wurzelweg zunächst bis zum Kleinen Winterberg. Auf dem bekannten Felsabsatz thront ihr über einer fabelhaften Naturlandschaft oder könnt euch beim sogenannten Gap Jump fotografieren lassen. Der Weg führt weiter zum Frienstein. Im Mittelalter haben sich Raubritter hierher zurückgezogen. Spuren ihrer Behausungen haben sich vor allem in der Idagrotte erhalten. Um diese zu betreten, müsst ihr um den Felsen gehen und an steil abfallenden Felswänden eine Engstelle überwinden. Nur für Schwindelfreie! Der fabelhafte Ausblick auf diese Landschaft, die einem Fantasyfilm entsprungen scheint, belohnt euch.

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Schon gewusst? Schon Caspar David Friedrich, der berühmte Maler der Romantik, hat das Elbsandsteingebirge geliebt. Wenn ihr möglichst viel von der Sächsischen Schweiz erleben möchtet, empfiehlt sich der Malerweg. Der Weitwanderweg ist gut ausgeschildert und beinhaltet ingesamt 8 Etappen. Ihr könnt auch Teilstrecken dieser Mehrtagestour begehen. Tipp: Nicht zu schweres Gepäck mitnehmen, Stöcke stören eher, trittsichere Schuhe mit gutem Profil sind essenziell, nehmt euch Zeit, überfordert euch nicht. Viele Startpunkte sind gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.

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