Der Blick vom steilsten Weinberg Europas auf die Moselschleife im Tal ist sensationell. Im Licht der aufgehenden Sonne formt sie eine perfekte Kurve. Wir könnten ewig hier stehen und uns an dem Panorama erfreuen, doch ich haben viel vor. Der geniale Ausblick auf die Moselschleife ist nur die erste von vielen Sehenswürdigkeiten auf unserer Wanderung entlang der Mosel vom Calmont bei Bremm über Cochem bis zur Burg Eltz.

Traumhafte Wanderung an der Mosel rundum Cochem

Cochem liegt im Landkreis Cochem-Zell in Rheinland-Pfalz und ist mit knapp 5.000 Einwohnern die kleinste Kreisstadt Deutschlands. Mitten durch das Kreisgebiet fließt die Mosel. Nördlich der Mosel befindet sich die Eifel, südlich davon der Hunsrück. Bekannt ist die Region vor allem für den Weinbau.

Zudem gibt es etliche Sehenswürdigkeiten zu bestaunen. Bekannt sind zum Beispiel die einzige Glaubersalztherme Deutschlands bei Bad Bertrich, die Hängeseilbrücke Geierlay und die Reichsburg Cochem. Zwischen Ediger-Eller und Cochem verläuft zudem der Kaiser-Wilhelm-Tunnel, einer der längsten Eisenbahntunnel Deutschlands.

Wer unsere Wanderung nachgehen möchte, sollte übrigens mindestens zwei bis drei Tage einplanen. Gestartet wird am Calmont bei Bremm. Ziel ist die Burg Eltz. Insgesamt werden über 45 Kilometer Wegstrecke zurückgelegt. Auf einigen Abschnitten könnt ihr auch das Schiff oder die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen.

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1. Calmont: Klettersteig auf den steilsten Weinberg Europas

Höchster Punkt:380 m
Gehzeit:2:45 Std.
Einkehrtipp:Weinschänke

Der Calmont ist der steilste Weinberg Europas. Stellenweise weist der Hang eine Neigung von bis zu 65 Grad auf. Zudem ist der Calmont die höchste Erhebung der Moselweinberge und ein geschätztes Ausflugsziel. Von oben habt ihr nämlich einen genialen Blick auf die Moselschleife bei Bremm.

Um die Aussicht zu genießen, könnt ihr sowohl mit dem Auto hinauffahren als auch zu Fuß zum Weinberg aufsteigen. Besonders spannend ist der Aufstieg über den Calmont-Klettersteig. Der führt geradewegs zwischen Weinstöcken bergauf und ihr könnt euch hautnah einen Eindruck darüber verschaffen, wie schwer der Weinanbau in diesen Steillagen wohl sein muss.

Der Weinbau an den steil abfallenden Weinbergen ist in der Moselregion oft noch Handarbeit. Das liegt daran, dass in dem Gefälle kaum Maschinen fahren können. Vereinzelt, sieht man Schienen in die Weinstöcke hineinführen. Mit kleinen Waggons wird so die Lese nach unten transportiert.

2. Mesenich: Einkehrschwung beim Winzer

Einwohner:370
Einkehrtipp:Weinhaus Bai
Must-Do:Steinreichskäpp

Das kleine, historische Örtchen Mesenich hat rund 370 Einwohner. Die Geschichte des Ortes reicht wohl bis zu den Kelten und Römern zurück. Während der Ortsname auf keltischen Ursprung zurückzuführen sei, hat man südöstlich von Mesenich die Überreste eines ehemaligen römischen Gutshofs entdeckt. Zwischendurch ist die Ortschaft durch die Pest dann beinahe ausgestorben. Im Jahr 1315 gab es nur noch 9 Einwohner.

Vor allem im Hochsommer ist in dem beschaulichen Dörfchen einiges los. Denn jährlich steigt in Mesenich am ersten Augustwochenende ein großes Weinfest. Ein zweites Straßenweinfest folgt dann knapp zwei Monate später, am zweiten Wochenende im September. Abseits der beiden Feierlichkeiten lohnt sich ein Abstecher zu einem der ansässigen Winzer, um in gemütlicher Atmosphäre den Moselwein zu probieren.

Wir kehren in das Wein- und Gästehaus Bai ein und stoßen mit einem Glas Riesling auf den Aufenthalt in der Moselregion an. Das Weinhaus bezieht den Wein aus dem Familienbetrieb. Abends könnt ihr auf der überdachten Terrasse und in den urigen Innenräumen auch gut zu Abend essen.

3. Beilstein: Dornröschen der Mosel

Entstehung:ca. 1120
Attraktion:Aussichtsturm
Tipp:Mosel-Schifffahrt

Ebenso sehenswert ist der Ort Beilstein mit seinen engen Gassen. So schlendern wir an Fachwerkhäusern vorbei, an denen Weinpflanzen nach oben ragen. Der Ort ist als „Dornröschen der Mosel“ bekannt, weil die verspielte Architektur so aussieht, als sei sie einem Märchenbuch entsprungen.

Oberhalb der Stadt ragt die Ruine der Burg Metternich empor. Zum Eingang müsst ihr einen steilen Weg nach oben aufsteigen. Knapp 10 Minuten dauert der Spaziergang zur Burgruine. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Burg Metternich im Jahr 1268. Und auch wenn heute nur noch die Grundfesten übrig sind, kann man sich gut vorstellen, dass die Festung mal ebenso märchenhaft gewirkt haben kann, wie der Ort darunter.

Es empfiehlt sich zuerst die Burgruine zu besichtigen, die in den Sommermonaten zwischen April und November täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet ist. Der Eintritt kostet für Erwachsene 2,50 Euro. Auch ohne explizite Burgführung habt ihr von oben eine tolle Aussicht auf die Mosel. Anschließend laden Weinstuben und urige Cafés zum Verweilen und Genießen ein.

4. Breva-Weg: Geniale Weinbergaussicht

Höhe:ca. 330 m
Gehzeit:2 Std.
Strecke:2,5 km

Weitere sensationelle Aussichten fangen wir auf dem BREVA Wein & Weg-Wanderweg ein. Dort hätten wir fast den Einstieg verpasst. Verlasst euch da nicht auf den Punkt, den euch Google Maps anzeigt, sondern los geht’s direkt am Ortsende von Bruttig. An der Stelle, an der die Brücke die Mosel kreuzt, folgt ihr den großen Fahnen in den Weinberg hinein.

Wenig später zweigt ein steiler Steig ab. Ein Schild weist darauf hin, dass ihr trittsicher sein solltet und man muss sich vor Steinschlag in Acht nehmen. Oha. Mit so einer Warnung hätte ich fernab der Alpen nicht gerechnet. Aber der schmale Pfad, der sich zwischen Bäumen und Büschen hindurch schlängelt, ist tatsächlich sehr steil und durch loses Geröll auch ziemlich rutschig.

Immer wieder gibt es herrliche Aussichten auf die Mosel unter euch. Außerdem blickt ihr auf die Erhebungen von Hunsrück und Eifel. Für die Wanderung solltet ihr ca. 2 Stunden einplanen und mit einer Strecke von 2,5 km rechnen.

5. Reichsburg Cochem: Wahrzeichen der Stadt

Erbauung:ca. 1100
Must-Do:Gasterey
Eintritt:7 Euro p. P.

Die Reichsburg Cochem ist das Wahrzeichen der rheinland-pfälzischen Stadt Cochem und steht erhöht, gut sichtbar auf einer Höhe von 154 Metern oberhalb der Stadt. Die Festung wurde ehemals um 1100 errichtet und im 17. Jahrhundert zerstört. Anschließend ließ sie ein Berliner Kaufmann von 1868 bis 1877 wieder aufbauen und orientierte sich gestalterisch an dem zu dieser Zeit vorherrschenden Geschmack der Burgenromantik. Während des Historismus wurde sie Neugotisch gestaltet.

Von Weitem sieht die Burg schon sehr eindrucksvoll aus. Vor allem, wenn ihr über die Brücke in Richtung Innenstadt marschiert und die Burg über den bunten Häusern Cochems aufragt. Es lohnt sich aber, näher ranzugehen und auch die Innenräume zu besichtigen. So sind zum Beispiel Rittersaal, Jagdzimmer und Kemenate zugänglich. Außerdem habt ihr von der Festung einen tollen Blick auf die Mosel, die rund 100 Meter unter euch liegt.

Jeden Freitag und Samstag gibt es abends die sogenannte „Gasterey“ nach Art der alten Rittersleut‘, eine Mischung aus Burgführung und anschließendem Rittermahl. Für Kinder gibt es kindgerechte Geisterführungen mit Räuberessen. In der Burgkapelle könnt ihr sogar standesamtlich heiraten.

6. Buchsbaum-Wanderpfad: Teil des Moselsteigs

Länge:4,1 km
Dauer:ca. 1,5 Std.
Tipp:Weiter zu Burg Eltz

Zwischen Karden und Müden verläuft der 4,1 km lange Buchsbaum-Wanderpfad. Wir folgen dem schmalen Steig bis zu einem Picknickplatz. Dort habt ihr eine tolle Aussicht. Allerdings halten wir uns nicht lange auf, sondern wandern tiefer in einen Wald hinein. Hin und wieder ist Trittsicherheit erforderlich. Vor allem beim Abstieg in Richtung Müden. Dort geht es nämlich über teils hohe Stufen bergab. Dieser Teil liegt in der Sonne und die Wärme staut sich zwischen den Büschen an sonnigen Tagen. Wenn ihr also von der anderen Seite, also von Müden, aufsteigen möchtet, solltet ihr im Hochsommer besser früh morgens starten.

Seinen Namen trägt der Wanderpfad, weil es zwischendurch immer an wildwachsenden Buchsbäumen vorbeigeht. Normalerweise wachsen wilde Buchsbäume vorwiegend in Südeuropa. Klimabedingt gibt es aber genau hier an der Mosel das nördlichste Buchsbaumvorkommen Europas.

Der Buchsbaum Wanderpfad ist gleichzeitig ein Stück des Moselsteigs. Der Moselsteig ist mit 365 Kilometern einer der längsten Fernwanderwege Deutschlands und führt von Perl an der Obermosel über Trier und Cochem bis nach Koblenz.

7. Burg Eltz: Instagram-Hotspot nahe der Mosel

Erste Erwähnung:1157
Bester Fotospot:Auf der Brücke
Eintritt:11 Euro

Noch vor Müden verlassen wir den Buchsbaum-Wanderpfad und folgen der Beschilderung des Moselsteigs weiter in Richtung Burg Eltz. Die fotogene Burg liegt im Naturschutzgebiet Eltzer Wald und ist schon von Weitem sichtbar. Mit ihren bis zu 35 Meter hohen Wohntürmen, den Erkern, Fachwerken und Spitzen ist sie eine Ritterburg wie aus dem Bilderbuch.

Sie liegt in einem Seitental der Mosel auf einem 70 Meter hohen Felsen und wird auf drei Seiten vom Elzbach umflossen. Im Jahr 1157 wird der Name der Festung erstmals in einer Schenkungsurkunde erwähnt. Über die Jahrhunderte bis heute blieb die Burg Eltz in Familienbesitz und ist noch unzerstört. Der heutige Besitzer Dr. Karl Graf von und zu Eltz-Kempenich lebt in Frankfurt.

Besonders sehenswert ist die Schatzkammer. Dort befindet sich eine private Sammlung mit über 500 Exemplaren. Zwischen 1961 und 1995 war die Burg sogar auf dem 500-DM-Schein abgebildet.

Lage

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