Wer Lust auf eine Städtereise ins Ruhrgebiet hat, kommt an einem interessanten Ort nicht vorbei: Essen. Die Industriestadt ist als kulturelles Herz des Ruhrgebiets ein einzigartiges Reiseziel. Zu ihren Sehenswürdigkeiten zählen neben einem UNESCO-Weltkulturerbe auch erholsame Ausflugsziele in der Natur. Was die meisten Besucher nämlich nicht wissen: Eine der Attraktionen Essens ist das viele Grün mit wunderschönen Parklandschaften. Wir verraten unsere zehn besten Reisetipps für Essen.
Top-Sehenswürdigkeiten in Essen im Überblick
Essen liegt im Ruhrgebiet in Nordrhein-Westfalen, knapp 50 km nordöstlich von dessen Landeshauptstadt Düsseldorf. Die Stadt hat knapp 597.000 Einwohner und gehört damit aktuell zu den zehn größten deutschen Städten. Wie die meisten Ruhrgebietsstädte ist auch Essen von ihrer Industriekultur geprägt und besonders bekannt für das UNESCO-Welterbe Zeche Zollverein.
Neben diesem absoluten Highlight bietet sie zahlreiche weitere Sehenswürdigkeiten, darunter das Museum Folkwang, eines der renommiertesten Kunstmuseen Deutschlands, und den Dom mit Domschatz. Was viele Besucher überrascht, ist die Menge an Grün und Parklandschaften in und rund um Essen, vom Grugapark, der grünen Lunge Essens, bis zur Villa Hügel mit ihrem großen Park.
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1. Zeche Zollverein: Highlight der Essener Industriekultur & UNESCO-Welterbe



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| Stilllegung: | 1986 |
| Must-See: | Schachtzeichen XII |
| UNESCO-Welterbe seit: | 2001 |
Das UNESCO-Welterbe Zollverein ist Essens absolutes Highlight und gilt als „schönste Zeche der Welt“. Von 1851 bis zur Stilllegung 1986 wurde dort Kohle gefördert, zeitweise in Rekordmengen. Kurz vor der Schließung wurde das Areal unter Schutz gestellt, und seit 2001 steht es auf der Liste des UNESCO-Welterbes. Besonders beeindruckend sind das Schachtzeichen XII, die Kokerei, der Denkmalpfad sowie Museen und Ausstellungen.
Dazu gehört das Ruhrmuseum, das in der früheren Kohlenwäsche beheimatet ist. Außerdem lohnt es sich, einen Blick in den vielseitigen Veranstaltungskalender des Zollvereins zu werfen. Tipp: Im Juli und August öffnet das Werksschwimmbad auf der Kokerei Zollverein, wo ihr mit Blick auf die Koksöfen planschen könnt.
2. Villa Hügel: Ehemaliger Wohnsitz der Familie Krupp


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| Erbaut: | ab 1868 |
| Must-See: | Großes Haus |
| Must-Do: | Spaziergang im Park |
Die Villa Hügel zählt zu den eindrucksvollsten historischen Orten Essens. Sie liegt hoch über dem Baldeneysee, auf einem weitläufigen Anwesen mit 28 ha Parklandschaft, die sich frei erkunden lässt.
Besonders fotogen ist ein Spaziergang durch den Park mit Seeblick zum Sonnenuntergang. Erbaut wurde die Villa ab 1868 von Alfred Krupp, bis 1945 diente sie als Wohnsitz der Industriellenfamilie. Heute stehen unter anderem die prunkvollen Räume im „Großen Haus“ zur Besichtigung offen. Im „Kleinen Haus“ erfahrt ihr mehr über die Krupp-Geschichte, außerdem finden regelmäßig Ausstellungen statt.
3. Baldeneysee: Essens Outdoor-Hotspot



| See angelegt: | 1931 |
| Must-See: | Hardenbergufer |
| Must-Do: | Schifffahrt |
Der Baldeneysee ist Essens wichtigster Outdoor-Spot und perfekt für eine Auszeit vom Stadttrubel. Der See wurde 1931 als Wasserreservoir angelegt und ist heute ein beliebtes Naherholungsgebiet. Auf einer ca. 14,7 km langen Runde könnt ihr spazieren gehen, Rad fahren oder skaten, mit schönen Blicken aufs Wasser und auf die bewaldeten Ufer.
Wer es entspannter angehen will, macht mit der Weißen Flotte Baldeney eine Rundtour auf dem See. Für Aktive gibt es außerdem Segel-, Surf- und Ruderangebote, während der 27 km lange Rundweg BaldeneySteig besonders abwechslungsreiche Wanderungen bietet.
4. Museum Folkwang: Eines der renommiertesten Kunstmuseen Deutschlands

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| Lage: | südl. d. Zentrums |
| Gegründet: | 1902 |
| Eintritt: | frei |
Das Museum Folkwang zählt zu den renommiertesten Kunstmuseen Deutschlands und wurde ursprünglich 1902 gegründet, bevor es 1922 nach Essen zog. Für alle, die Kultur erleben wollen, ist es ein echtes Highlight. Die Sammlung reicht von deutscher und französischer Kunst des 19. Jahrhunderts bis zu Expressionismus, Kubismus und abstrakter Kunst sowie Werken nach 1945. Auch Fotografie, Grafik und außereuropäische Kunst sind vertreten.
Besonders attraktiv ist der freie Eintritt in die ständige Sammlung. Das Museum ist in einem modernen Bau von David Chipperfield südlich des Stadtzentrums beheimatet.
5. Grugapark: Grüne Lunge Essens


| Lage: | Messe Essen |
| Eröffnet: | 1929 |
| Must-See: | Wasserfall |
Der Grugapark ist ein botanischer Garten und eine der grünen Lungen Essens. Mit seiner rund 70 ha großen Parkanlage bietet er eine entspannte Auszeit im Freien. Der Park wurde 1929 eröffnet und steht für mehr als nur klassische Gartenkunst: Neben weitläufigen Wiesen und alten Baumbeständen erwarten euch liebevoll gestaltete Themengärten, die viele Ideen liefern.
Für Familien gibt es Spielplätze, einen Streichelzoo und sogar einen Ponyhof. Zwischendurch könnt ihr an der Freilichtbühne mit etwas Glück Veranstaltungen erleben oder in der großen Freiluftgalerie 40 Skulpturen und Plastiken bewundern.
6. Margarethenhöhe: Top-Beispiel deutscher Gartenstadtideen

| Einwohner: | ca. 7.200 |
| Entstanden: | 1909-1938 |
| Must-See: | hist. Musterwohnung |
Die Margarethenhöhe gilt als eines der schönsten Beispiele der deutschen Gartenstadtidee und ist perfekt für einen entspannten Spaziergang. Gestiftet wurde die Siedlung 1906 von Margarethe Krupp, die dafür eine eigene Stiftung ins Leben rief und Land sowie Kapital bereitstellte.
Nach Plänen von Georg Metzendorf entstanden zwischen 1909 und 1938 Wohnungen in maximal dreigeschossigen Häusern. Trotz des harmonischen Gesamtbildes ist jedes Gebäude individuell gestaltet, mit Erkern, Giebeln und Natursteindetails. Heute könnt ihr die besondere Atmosphäre vor Ort erleben und auch eine historische Musterwohnung des Ruhr Museums besichtigen.
7. Kettwig Altstadt: Malerischer historischer Stadtteil

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| Eingemeindet: | 1975 |
| Must-See: | Rokoko- und Empiretüren |
| Must-Do: | Nachtwächtertour |
Die Altstadt von Kettwig gehört zu den malerischsten Orten in Essen und fühlt sich fast wie ein eigenes kleines Städtchen an. Erst 1975 wurde Kettwig nach Essen eingemeindet, hat sich aber seinen historischen Charme bewahrt. Beim Spaziergang durch die engen Gassen entdeckt ihr Fachwerkhäuser aus dem 17. bis 19. Jahrhundert, dazu kunstvolle Rokoko- und Empiretüren.
Besonders schön ist die Lage an der Ruhr, die für zusätzliche Atmosphäre und tolle Fotospots sorgt. Wenn ihr tiefer eintauchen wollt, könnt ihr an geführten Rundgängen teilnehmen, etwa an Stadtführungen oder sogar Nachtwächtertouren.
8. Alte Synagoge: Ein bedeutender Erinnerungs- und Kulturort

| Erbaut: | 1911-1913 |
| Gedenkstätte seit: | 1980 |
| Must-See: | Ausstellungen |
Die Alte Synagoge Essen gilt als bedeutender Erinnerungs- und Kulturort, den ihr euch nicht entgehen lassen solltet. Das Gebäude wurde zwischen 1911 und 1913 errichtet und zählte einst zu den größten und schönsten Synagogen Deutschlands. Während der Novemberpogrome 1938 wurde das Innere jedoch größtenteils zerstört.
Seit 1980 dient die Synagoge als Gedenkstätte und Dokumentationsforum, seit 2010 zudem als Haus jüdischer Kultur. Heute könnt ihr mehrere Ausstellungen besuchen, die euch Einblicke in die Geschichte der jüdischen Gemeinde sowie in religiöse Traditionen und jüdisches Leben damals und heute geben.
9. Essener Dom & Domschatz: Ursprünge bis ins 9. Jahrhundert

| Ursprünge: | 850 |
| Restaurierung: | 1958 |
| Must-See: | Goldene Madonna |
Der Essener Dom gehört zu den historisch bedeutendsten Orten der Stadt und hat seine Ursprünge im 9. Jahrhundert, als dort um 850 ein Frauenstift gegründet wurde. Über die Jahrhunderte wurde das Gotteshaus mehrfach zerstört und wieder aufgebaut, zuletzt nach schweren Schäden im Zweiten Weltkrieg.
Nach der Restaurierung erhielt die Kirche 1958 mit der Gründung des Bistums Essen den Status einer Kathedrale. Im Inneren könnt ihr den berühmten Domschatz entdecken, darunter die Goldene Madonna aus dem 10. Jahrhundert sowie einen außergewöhnlichen siebenarmigen Leuchter, beides eindrucksvolle Zeugnisse frühmittelalterlicher Kunst.
10. Werden mit Basilika St. Ludgerus: Historischer Stadtteil an der Ruhr


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| Einwohner: | ca. 9.800 |
| Must-See: | Basilika St. Ludgerus |
| Must-Do: | Bummel durch Gassen |
Der Stadtteil Essen-Werden im Süden gehört zu den charmantesten Vierteln und verbindet historische Atmosphäre mit einer idyllischen Lage an der Ruhr. Beim Bummel durch die Altstadt fühlt ihr euch leicht in ein Dorf versetzt und entdeckt enge Gassen, Fachwerkhäuser sowie kleine Plätze mit viel Charakter.
Zentrum des Viertels ist die Basilika St. Ludgerus, deren Ursprünge bis in das Jahr 800 zurückreichen, als der Missionar Liudger dort ein Kloster gründete. Die heutige Kirche entstand im 13. Jahrhundert und zählt zu den bedeutendsten spätromanischen Bauwerken im Rheinland.
Weitere Reisetipps in Nordrhein-Westfalen
Schon gewusst? Essen liegt zentral im Ruhrgebiet und ist hervorragend angebunden, ob mit der Bahn, dem Auto oder sogar per Flug über die nahen Flughäfen Düsseldorf oder Dortmund. Vom Essener Hauptbahnhof erreicht ihr viele Sehenswürdigkeiten mit Bus und Bahn, einiges im Zentrum lässt sich auch gut zu Fuß erkunden.
Besonders praktisch ist die „Welcome Card Ruhr“ für 24, 48 oder 72 Stunden, mit der ihr den ÖPNV in der gesamten Region nutzen könnt und zusätzlich Rabatte oder freien Eintritt bei zahlreichen Attraktionen erhaltet, etwa beim UNESCO-Welterbe Zollverein oder im Museum Folkwang. So könnt ihr euren Aufenthalt flexibel gestalten und gleichzeitig mehrere Highlights entspannt miteinander verbinden.
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