Pompeji: Die verschüttete Stadt am Fuß des Vesuvs

Kaum eine antike Stadt ist so berühmt wie Pompeji, vor allem aufgrund ihres tragischen Schicksals durch den gewaltigen Ausbruch des Vesuvs vor ca. 2000 Jahren. Heute lassen sich die Ruinen im archäologischen Park Pompeji besichtigen: Zwischen freigelegten Straßen, Tempeln und weiten Plätzen wandelt man auf den Spuren eines einst pulsierenden Alltags. Seit den ersten Ausgrabungen im Jahr 1748 kommen immer neue Details dieser untergegangenen Stadt ans Licht. Kommt mit durch Italiens beeindruckendste Ausgrabungsstätte!

Lohnt sich der Besuch des archäologischen Parks Pompeji in Neapel?

Der archäologische Park am Golf von Neapel ist weit mehr als nur eine Ruinenstätte; er ist wie eine Zeitkapsel. Im Jahr 79 n. Chr. wurde die blühende Handelsstadt vom Vesuv unter Asche begraben und so fast perfekt für die Nachwelt eingefroren. Erst knapp 1500 Jahre später kamen Teile der Stadt bei den ersten Ausgrabungen wieder ans Licht.

Heute ist Pompeji nach dem Kolosseum die zweitwichtigste Sehenswürdigkeit Italiens, obwohl bisher erst zwei Drittel der römischen Stadt freigelegt wurden. Besonders faszinierend ist der unglaubliche Gegensatz: Bunte Wandbilder in sonnigen Innenhöfen treffen auf die stille Tragik in den Ruinen einer untergegangenen Welt. Je nach Route könnt ihr das riesige Gelände in ein paar Stunden oder als Tagesausflug erkunden.

Fototipp: Um Pompejis Ruinen gemeinsam mit dem Vesuv zu fotografieren, geht zur Via di Mercurio (beim Forum startend Richtung Norden). Dort hat man eine perfekte Symmetrie: Die antiken Bordsteine und Hauswände bilden eine natürliche Linie Richtung Vesuv.

Anreise nach Pompeji bei Neapel

Lage:bei Neapel, Italien
Anreise:Zug, Bus oder Auto
Must-See:Via dell’Abbondanza
Geöffnet:täglich
Empfohlene Dauer:etwa 3-4 Std.

Da Pompeji nicht weit von der Metropole Neapel entfernt liegt, hat es eine sehr gute Anbindung an die Stadt. Mit dem Zug der Linie Circumvesuviana (Richtung Sorrent) braucht ihr etwa 40 Minuten zur Haltestelle Pompei Villa dei Misteri – die Station liegt praktischerweise direkt am Eingang Porta Marina. Alternativ fahren die regulären FS-Züge nach Salerno bis zum Bahnhof Pompei, von wo aus euch der „Pompei Link“-Bus mit dem Park verbindet.

Die Anfahrt mit dem Auto über die Autobahn A3 (Abfahrt Pompei Scavi) ist zwar direkt, aber aufgrund des berüchtigten Verkehrs rund um Neapel oft hektisch. Die Parkplätze vor Ort sind außerdem in der Sommersaison schnell belegt.

Ganz wichtig: Eintrittskarten solltet ihr unbedingt vorab online kaufen, da die Kontingente besonders in der Hauptsaison begrenzt und oft schnell ausverkauft sind.

Vorbereitung für das riesige Labyrinth Pompeji

Bevor ihr loslegt, direkt ein kleiner Realitätscheck: Pompeji ist ein riesiges Labyrinth aus 2.000 Jahre alten Steinen. Damit ihr nicht völlig planlos durch die Hitze irrt und die besten Ecken verpasst, ist ein Guide eigentlich Pflicht. In meinem Ticket war ein Audioguide in der Handy-App dabei, wo auch eine Karte des Geländes integriert ist. Ohne ihn wäre ich total verloren gewesen! Allerdings war die App manchmal etwas langsam.

Unterschätzt die Sonne nicht: Selbst Ende September steht die trockene Hitze zwischen den Steinen, also denkt an genug Wasser mit und tragt bequeme Schuhe. Falls ihr doch mal eine Pause braucht, gibt es im Park zum Glück Verpflegungsmöglichkeiten.

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Der erste Eindruck täuscht

Am Anfang war ich ehrlich gesagt noch gar nicht so gepackt. Wir sind am Amphitheater gestartet, klar, das ist schon beeindruckend, aber man hat so etwas Ähnliches eben auch schon mal woanders gesehen. Es fühlt sich erst mal wie eine normale Ruine an. Aber je mehr Infos ich über den Audioguide bekomme und je tiefer wir reinlaufen, desto mehr fängt mich die Atmosphäre ein. Plötzlich kommen die Flashbacks aus dem Lateinunterricht hoch.

Es ist verrückt: Ich laufe an antiken Imbissbuden vorbei, sehe die „Zebrastreifen“ der Antike und staune über Details wie Fußbodenheizungen in den Badehäusern. Überall entdecke ich Dinge, die wir heute noch kennen, von Wandmalereien bis hin zu Fundstücken, die an antike Schulhefte erinnern. Erst durch diese Details und die schiere Größe des Geländes begreife ich wirklich, dass hier mal echte Menschen in realen, alltäglichen Situationen gelebt haben.

Mein Highlight in Pompeji: Via dell’Abbondanza

Mein Highlight ist ein eher ungewöhnlicher, aber total alltäglicher Bereich der Stadt, also nicht das riesige Forum oder der berühmte Garten der Flüchtlinge, den man von den bedrückenden Gipsabgüssen kennt, sondern das Thermopolium der Asellina an der Via dell’Abbondanza. Stellt euch das wie einen antiken Imbiss vor, von denen es damals über 80 in der Stadt gab. Da die meisten Leute zu Hause gar keine Küche hatten, holten sie sich hier im Stehen ihre Suppen oder Fladenbrote. Durch eine Glasscheibe sieht man heute noch die L-förmige Marmortheke mit den eingelassenen Tongefäßen und sogar einen Ofen für warme Getränke.

Richtig spannend ist aber die Fassade: Die Außenwand ist über und über mit Wahlpropaganda bedeckt. Die Wirtin Asellina und ihre Mitarbeiterinnen machten hier nämlich lautstark Werbung für ihre Favoriten. Sie empfahlen zum Beispiel, einen gewissen Lucius Ceius Secundus zum Stadtoberhaupt zu wählen. Hier wurde also nicht nur gegessen, sondern auch aktiv Lokalpolitik betrieben.

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Fazit

Ehrlich gesagt hat mich die Größe des Geländes echt überrascht. Obwohl wir 3,5 Stunden lang durch die Straßen gelaufen sind, habe ich wahrscheinlich nur einen winzigen Bruchteil der gesamten Stadt erkunden können. Es ist echt interessant, wie viel Alltag und Leben in jeder Ecke steckt. Der Besuch hat bei mir definitiv die Lust geweckt, direkt am Abend eine Doku anzusehen, um noch mehr über die Details Pompejis zu erfahren.

Wer schon mal in der Gegend ist, noch ein Tipp: Bei klarem Himmel solltet ihr unbedingt auf den Vesuv. Der Blick über den Golf von Neapel ist unschlagbar. Mit etwas Glück sieht man oben am Kraterrand des aktiven Vulkans sogar gelblichen Schwefel austreten!

Lage

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