Die Wanderung zum Leuchttum von Kallur auf den Färöer-Inseln verspricht ein unvergessliches Abenteuer inmitten einer spektakulären Landschaft, die als Drehort für den letzten James-Bond-Film diente. Der Pfad führt durch grasbewachsene Hügel und entlang steiler Klippen, die atemberaubende Ausblicke auf den Nordatlantik und die umliegenden Inseln bieten. Das Highlight des halbtägigen Ausfluges ist der Rundblick vom kleinen Leuchtturm aus, der hoch über dem Meer thront und mich mit seiner einsamen Lage inmitten rauer Natur verzaubert.
Lohnt sich die Wanderung zum Leuchtturm von Kallur?





Die knapp fünf Kilometer lange Wanderung von Trøllanes zum Kallur Leuchtturm auf den Färöer ist zweifellos ein Erlebnis, das sich nicht nur für James Bond-Fans lohnt. Der Ausgangspunkt liegt in einem malerischen Dorf an der Nordküste von Kalsoy, mit gerade einmal 13 Einwohnern. Zugleich thront der Leuchtturm auf einer benachbarten Klippe, welcher einen spektakulären Panoramablick auf die umliegenden Inseln bietet.
Die Wanderung führt durch eintönige, aber dramatische Landschaften, geprägt von grünen Tälern. Die Strecke ist sowohl für Natur- als auch Abenteuerliebhaber ein unvergessliches Erlebnis. Atemberaubende Ausblicke und die enge Verbindung zur unberührten Natur warten auf euch.
Fototipp: Für beeindruckende Fotos des Leuchtturms empfehle ich, eine Drohne mitzunehmen. Sie ermöglicht Luftaufnahmen der spektakulären Küstenlandschaft und des Leuchtturms. Mit ihr kannst du beeindruckende Perspektiven einfangen, ähnlich wie im Film „James Bond 007: Keine Zeit zu sterben“, wo Daniel Craig in der Endszene im tödlichen Bombenregen steht. Alternativ kannst du mit deiner Kamera Zeitrafferaufnahmen von den oft tief hängenden Nebelschwaden und schnell ziehenden Wolken machen.
Anreise zum Kallur Leuchtturm
| Lage: | Nordspitze von Kalsoy (Färöer) |
| Strecke: | 5 km |
| Gehzeit: | 2 Std. |
| Beste Reisezeit: | Mai – Oktober |
| Besonderheit: | „Grab von James Bond“ |
Die Anreise zum Start der Wanderung beginnt in der Hauptstadt Tórshavn oder dem einzigen internationalen Flughafen auf der Insel Vagar. Von Tórshavn fährst du dann etwa 67 km mit dem Mietwagen zum Hafen von Klaksvík, während es vom Flughafen rund 80 km sind.
Von der Hauptstadt aus kannst du auch den öffentlichen Busverkehr nutzen, indem du in den Bus 400 oder 401 steigst. Wenn du gerne abenteuerlich unterwegs bist, kannst du auch, wie ich es gemacht habe, deinen Daumen rausstrecken und warten, bis dich ein Auto auf dieser häufig frequentierten Strecke mitnimmt.
Die 20-minütige Fähre von Klaksvík nach Kalsoy verkehrt mehrmals täglich, normalerweise im Stundentakt oder häufiger, je nach Jahreszeit und Nachfrage. In den Sommermonaten sind die Abfahrtszeiten häufiger. Es ist ratsam, vor der Reise die aktuellen Fahrpläne zu überprüfen, um die Abfahrtszeiten entsprechend zu planen. Nach der Ankunft in Kalsoy nimmst du den Bus 506, der dich entlang enger Straßen und steilen Abhängen zum Ausgangspunkt der Wanderung in Trøllanes bringt.
Autofähre und Wandergebühren auf Kalsoy
Als ich mich auf die Wanderung auf Kalsoy vorbereite, verbringe ich mit meiner Freundin die Nacht im Zelt auf einem Campingplatz in Mikladalur. Dort überprüfen wir an einem bewölkten Morgen im Mai unsere Wanderausrüstung. Unabhängig der Jahreszeit packen wir regenfeste Kleidung, wasserdichte Jacken und robuste Wanderschuhe für das wechselhafte Wetter ein.
Die Autofähre von Klaksvik nach Syðradalur haben wir bereits am Vortag absolviert, um jetzt direkt morgens von der Insel aus starten zu können. Ich erhoffe mir dadurch, dass wir vor den meisten Tagesbesuchern starten, die erst mit der ersten Fähre auf die Insel kommen werden.
Ich empfehle dir, mit dem Mietwagen frühzeitig zur Fähre anzureisen, da nur 12 Autos je Abfahrt mitgenommen werden. Hast du in der Hauptreisezeit keinen der begehrten Plätze ergattern können, kannst du immer noch zu Fuß die Fähre betreten und auf Kalsoy auf den Bus 506 zurückgreifen.
Wir machen uns gegen 8 Uhr auf den Weg und beschließen, per Autostopp die verbleibenden sechs Kilometer zum Startpunkt zurückzulegen. Glücklicherweise dauert es nicht lange, bis uns ein freundliches Pärchen mitnimmt, welches ebenfalls auf dem Weg nach Trøllanes ist.
Als wir den Startpunkt erreichen, zahlen wir die Wandergebühr von 200 DKK (27 €) pro Person und beginnen unseren Aufstieg. Für Kinder (13–17 Jahren) beträgt der Eintritt 100 DKK (13,50 €), während die Wanderung bis zum Alter von 12 Jahren kostenlos ist. Kreditkarten und Bargeld werden für die Bezahlung akzeptiert.
Zu beachten ist, dass in dem Preis kein Guide enthalten ist, welchen ich auch nur bei besonders schlechtem Wetter empfehle. Ansonsten ist es relativ einfach dem Trampelpfad zu folgen, wenngleich man eine Beschilderung oder Sitzbänke vergebens sucht. Eine Offlinekarte ist ebenso nützlich, um den Leuchtturm zu finden, genauso wie die Öffnungszeiten des Wandergebiets zu beachten: Montag – Freitag: 9 bis 18 Uhr; Samstag: 9 bis 17 Uhr; Sonntag 11 bis 17 Uhr.
Eine Reise ins Herz der faszinierenden Färöer
Die Vorfreude auf das Abenteuer ist groß, als wir die ersten Höhenmeter hinter dem Parkplatz zurücklegen. Der Wind peitscht uns ins Gesicht, während wir uns durch die sanft hügelige Landschaft bewegen, vorbei an grasenden Schafen und zerklüfteten Klippen. In den letzten Tagen hat es häufig geregnet, weshalb der Pfad matschig und rutschig ist.
Der Himmel ist von Wolken verhangen, aber wir hoffen, dass die nächsten Stunden regenfrei bleiben. Auf meinem Rücken trage ich einen Tagesrucksack mit einem geschmierten Brot und Studentenfutter für das Mittagessen. Während wir voranschreiten, schauen uns Schafe neben dem Weg verdutzt an, und scheue Hasen springen auf den Wiesen umher.
Der legendäre Leuchtturm von Kallur
Nach etwa einer Stunde und knapp 200 Höhenmetern erreichen wir den höchsten Punkt der Wanderung, und der Leuchtturm wird sichtbar. Ich genieße kurz den spektakulären Ausblick über den Fjord auf die Nordspitze der östlich gelegenen Insel Kunoy, bevor wir die restlichen Meter zurücklegen.
Auf dem gesamten Weg begegnen uns nur wenige andere Wanderer, höchstens 10, was mich überrascht, aber ich vermute, dass es in den Sommermonaten deutlich mehr sind. Vor wenigen Tagen mussten wir noch mit einem Wintereinbruch Ende April kämpfen, aber zumindest ist der Weg nicht mit Touristen überfüllt. Die letzten Schritte zum Leuchtturm lassen sich angenehm gehen, während die Temperatur bei etwa 10 Grad Celsius liegt.
Wir machen es uns auf den Felsen gemütlich und genießen unser Mittagessen mit Blick auf den Atlantik. Dabei erinnern wir uns an den Grabstein von James Bonds, der angeblich hier aufgestellt wurde. Ich durchsuche das Gebiet auf meiner Offline-Karte und finde den Grabstein 170 Meter südlich vom Leuchtturm eingezeichnet.
Wir lassen unsere Rucksäcke liegen und rennen die kurze Strecke voller Aufregung. Der kleine graue Grabstein trägt die Inschrift „THE PROPER FUNCTION OF MAN IS TO LIVE, NOT TO EXIST.“ Diese Worte berühren mich als langjährigen Abenteurer, und auch meine Freundin nickt zustimmend. Außerdem lesen wir, dass dieser Grabstein zu Ehren von James Bond aufgestellt wurde, mit seiner Lebenszeit von 1962 bis 2021.
Als wir wieder näher an den Leuchtturm herankommen, lasse ich meine Drohne steigen und schieße ein paar Luftaufnahmen von der atemberaubenden Küstenlandschaft. Währenddessen entdeckt meine Freundin kleinere Wege, die vom Leuchtturm zu den umliegenden Klippen führen.
Es gibt keine Beschilderung oder Absperrung, daher ist an den Abgründen Vorsicht geboten. Nach einer langen Pause von über einer Stunde machen wir uns auf den Rückweg. Wir folgen der gleichen Strecke zurück zum Parkplatz, auf dem sich auch die Bushaltestelle für unsere Abreise befindet.
Der Kallur Leuchtturm hat es mit seiner schroffen und spektakulären Umgebung geschafft, unser Reise-Highlight zu werden. Zeitgleich sind wir froh, dass wir mal bei einer Wanderung auf den Färöer trocken geblieben sind. YEAH!
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Fazit
Die Wanderung zum Kallur Leuchtturm auf den Färöer ist zweifellos ein lohnenswertes, wenn auch kostenintensives Unterfangen. Insbesondere dadurch, dass die Wandergebühr keine Annehmlichkeiten wie einen Guide, Beschilderung oder Bänke beinhaltet, behält dieser Aspekt einen faden Beigeschmack. Dennoch stellt die Wanderung eine unvergleichliche Erfahrung inmitten der unberührten Natur und der atemberaubenden Landschaft der Färöer dar. Persönlich habe ich die Aktivität sehr genossen.
In der Umgebung gibt es weitere Must-Dos, wie die Erkundung des charmanten Dorfes Mikladalur mit seiner berühmten Meerjungfrau-Statue. Bootsfahrten entlang der Vestmanna Klippen bieten sich ebenfalls an, wie ein Besuch der quirligen Hauptstadt Tórshavn oder das Beobachten von Walen oder Papageientauchern. Wer nach dieser Wanderung Lust auf mehr bekommen hat, sollte einen Ausflug zur optischen Illusion Trælanípa in Betracht ziehen.
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