Viele Reisende führen eine sogenannte Bucketlist mit Sehenswürdigkeiten, also eine Liste mit interessanten Orten, die sie in ihrem Leben noch besuchen möchten. Dazu zählen Naturschauspiele wie etwa die Polarlichter, aber auch die alten und neuen Weltwunder. Die Felsenstadt Petra in Jordanien gehört zu den sieben neuen Weltwundern. Und da stellt sich natürlich die Frage, ob sich ein Ausflug nach Petra lohnt? Ich war da und gebe euch ein paar Tipps.

Lohnt sich ein Ausflug nach Petra in Jordanien?

Im Nahen Osten liegt die Felsenstadt Petra nur unweit der israelischen Grenze und würde sich damit für einen Ausflug anbieten. Zahlreiche Agenturen und Hostels in Israel bieten mehrtägige Ausflüge nach Petra an. In meinem Fall war es die zweitägige Petra-Tour vom Abraham Hostel mit einer Übernachtung im Beduinencamp Seven Wonders unweit von Petra. Die Tour wird ab Jerusalem und Tel Aviv angeboten. Ein Kleintransporter bringt die Gruppe an die israelisch-jordanische Grenze, aber der Grenzübertritt erfolgt allein, da Israelis üblicherweise die Einreise nach Jordanien nicht gestattet ist.

#jordanien #sehenswürdigkeiten

Instatipp: Ein Selfie mit Kamel scheint in Petra fast unausweichlich, schließlich bieten zahlreiche Besitzer ihre Tiere für diesen Service an. Wer etwas mehr Individualität schätzt, erklimmt die 850 Stufen hinauf zum Kloster und fotografiert die Anlage von oben.

Anreise nach Petra in Jordanien

Mit der Reisegruppe wurden wir bis zur Grenze gefahren und dort entsprechend instruiert, an welchen Schalter wir zu gehen haben und wo wir was zu bezahlen haben. Das Gleiche wiederholt sich dann auf der jordanischen Seite, wo die Gruppe wieder in Empfang genommen wird und die Visa-Formulitäten von vorne beginnen. Auf dem Rückweg wirkte das Ganze noch bedrohlicher, weil es im Nirgendwo in der Wüste auf einer riesigen Betonfläche, ausgeleuchtet von massiven Scheinwerfer mit schwerbewaffneten israelischen Soldaten stattfindet, die wahlweise Reisende aus dem Bus pflücken, um Fragen zu stellen.

Kosten für den Grenzübertritt von Israel nach Jordanien

Die von mir gebuchte Reise kostet 1.450 Schekel, also knapp 350 Euro, was ja für zwei Tage schon nicht gerade wenig ist. Hinzu kommen aber noch die israelische Ausreisegebühr (knapp 25 Euro, variiert aber nach Grenzposten) und die jordanische Einreisegebühr von rund 45 Euro. Es gibt in Israel zwar die Möglichkeit, weniger zu bezahlen, wenn man als Gruppe ausreist – allerdings war zumindest in meinem Fall die Grenzbeamtin eher weniger kooperativ als militärisch-zackig (und damit meine ich arrogant und unhöflich).

Jerash und Amman liegen auf dem Weg

Teil der Tour des Abraham Hostels ist es auch, die historische Stadt Gerasa (Jerash) sowie die jordanische Hauptstadt Amman zu besichtigen. Letztere fiel allerdings aus, da das israelische Militär die Grenze für mehrere Stunden gesperrt hatte, weshalb wir in unserem Van in der Wüste herumstanden und sich unser Zeitplan massiv verschob. Dies ist etwas, womit ihr deshalb jeder Zeit rechnen solltet – plant also unbedingt ausreichend Puffer ein.

Übernachten im Seven Wonders Beduinencamp

Nach der langen Fahrt und anstrengenden Wartezeiten bei der Aus- und Einreise entschädigt die Ankunft im Seven Wonders Beduinencamp trotzdem für alles. Mitten in der Dunkelheit der scheinbar endlosen Wüste liegt das Zeltlager, erleuchtet von einer Vielzahl kleiner Kerzen, die in den Nischen der gigantischen Felsen versteckt sind, die das Camp überragen. Darüber leuchten die Sterne und wer sich in der Nacht auf die weichen Teppich legt und in den Himmel schaut, kann sogar Sternschnuppen sehen. Da kommen sogar Menschen wie ich, die eher weniger romantisch veranlagt sind, ins Schwärmen.

Endlich nach Petra

Nach einer gefühlten Weltreise steuern wir dann endlich am nächsten Morgen Petra an und dort erlebe ich die imposante Felsenstadt fast ganz für mich alleine. Denn der Tourismus in Jordanien ist in den letzten Jahren aufgrund der politischen Lage im Nahen Osten rapide gesunken. Trotzdem bleiben Besucher von den üblichen Touristenfallen nicht verschont. Die fangen beim Foto mit Kamel an, gehen über Schmuck bis hin zu unmöglichen Souvenirs aller Art.

Auf eigene Faust nach Petra

Eine Reise mit einer geführten Gruppe ist keineswegs verpflichtet, auch Individualreisende können sich von Israel aus Petra ansehen. Direkt neben der Anlage der historischen Stadt befindet sich zum Beispiel ein Hotel, nur wenige Schritte vom Eingang der Felsenstadt entfernt. Wer einen längeren Aufenthalt plant, sollte den Erwerb des Jordan Passes in Erwägung ziehen, da Reisende sich damit die Einreisegebühr sparen. Der Minimumaufenthalt sind dabei 3 Nächte bzw. 4 Tage. Allerdings sollten dabei auch die Anfahrten zur Grenze und ab der Grenze einkalkuliert werden und die Taxifahrer vor Ort berechnen entsprechend horrende Preise.

Fazit

Petra ist ein Traum und ich glaube nicht, dass sich jemand wirklich der Ausmaße bewusst wird, wenn er nicht vor den gigantischen Gebäuden steht, die schon Jahrtausende überdauern. Allerdings ist die Anreise nicht unbedingt ein Spaziergang, was der politischen Lage geschuldet ist. Wer individuell reist, sollte sich auf Komplikationen einstellen und wer mit einer Gruppe reist, kann damit rechnen, dass es teuer wird. Wobei man hier weniger für die eigentlichen Leistungen bezahlt, sondern dafür, dass einem (mehr oder weniger) der Stress des Grenzüberganges und Transfers abgenommen wird. Was euch jetzt lieber ist, müsst ihr selbst entscheiden.

Lage

Praktische Links

Gut zu wissen

Insgesamt gibt es drei Grenzübergänge, um von Israel nach Jordanien einzureisen, nämlich im Norden Jordan River/ Sheik Hussein Bridge, in der Mitte die Allenby Bridge/King Hussein Bridge und im Süden bei Eilat. Wichtig hierbei ist zu beachten, dass alle Grenzübergänge verschiedene Öffnungszeiten haben. Bitte auch besonders auf den Shabbat achten. Die oberste, goldenste und allerwichtigste Regel für die Reise nach Petra: Nehmt genug Geld mit. Und falls möglich, auch schon in der jeweiligen Währung. Vor Ort gibt es aber zur Not auch einen Bankautomaten und eine Wechselstube.

 

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