Ich stehe auf der Marienbrücke, unter mir stürzt der Pöllat-Wasserfall 30 Meter in die Tiefe und vor mir liegt das wohl berühmteste Schloss der Welt: Schloss Neuschwanstein, spektakulär thronend über den Seen und Wäldern des Allgäus. Gerade noch bin ich direkt an den Schlosstoren entlanggewandert, gleich geht es weiter, vorbei am Alpsee und am Schwansee, vielleicht sogar mit einem kurzen Sprung ins Wasser. Jetzt noch ein letzter Blick: Schon König Ludwig II. erkannte das Potenzial der Brücke als perfekten Aussichtspunkt auf sein Märchenschloss.
Lohnt sich die Wanderung von Füssen bis Neuschwanstein?





Diese Rundwanderung vereint alles, was die Region rund um Füssen so besonders macht: eine historische Altstadt, glasklare Seen, beeindruckende Bergkulissen und die berühmten Königsschlösser. Los geht’s im Süden der Stadt: Kaum habe ich den Lech überquert, führt mein Weg in den Wald, später am Schwansee entlang und dann nach Hohenschwangau. Schloss Hohenschwangau wurde zwischen 1832 und 1837 unter dem späteren König Maximilian II. auf den Ruinen einer mittelalterlichen Burg errichtet und diente der königlichen Familie als Sommerresidenz. Sein Sohn Ludwig II. verbrachte hier einen Großteil seiner Kindheit.
Hoch darüber ließ Ludwig II. ab 1869 Schloss Neuschwanstein erbauen. Von einem Gebäude zum anderen braucht man etwa 45 Minuten. Obwohl Schloss Neuschwanstein nie vollständig fertiggestellt wurde, entwickelte es sich zu einem der bekanntesten Bauwerke Europas. Heute besuchen rund 1,4 Millionen Menschen pro Jahr das Märchenschloss. Beide Schlösser lassen sich natürlich auch besichtigen, dafür braucht ihr aber vorab ein Ticket, das an eine bestimmte Uhrzeit gebunden ist. Heißt: Ihr braucht eine passgenaue Planung und müsst bei dieser recht langen Wanderung früh aufbrechen. Die Führung dauert in jedem Schloss etwa eine Stunde.
Fototipp: Der berühmteste und zugleich spektakulärste Fotospot der Region ist die Marienbrücke oberhalb von Schloss Neuschwanstein. Von hier blickt ihr direkt auf das Schloss, das auf seinem Felsen über den Wäldern und Seen thront.
Anreise nach Füssen
| Strecke: | 18,7 km |
| Höhenmeter: | 529 h |
| Gehzeit: | 5:30 h |
| Einkehrtipp: | Biergarten Alpenrose |
| Besonderheit: | Bademöglichkeit |
Die Wanderung beginnt direkt am Bahnhof Füssen und kann damit leicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden. Vom Bahnhof sind es nur wenige Minuten bis zum Beginn der Wanderwege in Richtung Schwansee.
Mit dem Auto erreicht ihr Füssen über die A7. Parkplätze gibt es am Bahnhof sowie in der Altstadt. Der Vorteil: Ihr umgeht die häufig überfüllten Parkplätze in Schwangau und startet direkt in einer der schönsten Altstädte Bayerns.
Durch die Altstadt von Füssen zu den Seen
Ich starte meine Wanderung in der Altstadt von Füssen und würde am liebsten sofort eines der süßen Cafés und Wirtshäuser ansteuern und das Treiben in der hübschen Barockstadt beobachten. Aber erst mal müssen jetzt knapp 19 Kilometer erwandert werden. Also lasse ich die bunten Häuserfassaden hinter mir und tauche in den Wald ein.
Nach kurzer Zeit erreiche ich den Schwansee. In seinem ruhigen Wasser spiegeln sich Bäume und Berggipfel, am Ufer wächst Schilf. Eine Schautafel hier erinnert an den berühmten Meteoriten „Neuschwanstein“, der ganz in der Nähe gefunden wurde. Ich folge dem Uferweg, vorbei an einem Kiosk und mehreren Liegewiesen, Badestellen und ganz bezaubernden Seerosen. Unterwegs wechseln sich Waldstücke und freie Ausblicke auf die Alpen ab. Dann geht es bergauf zum Alpsee, ein kleines Stück am Ufer entlang und anschließend noch weiter hinauf zum Schloss Hohenschwangau.
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An den Königsschlössern vorbei
Am Schloss Hohenschwangau angekommen, wird es deutlich lebhafter. Ich gehe durch das Tor in den Innenhof und schaue mich zwischen den gelben Fassaden und den kleinen Türmen um. Von den Terrassen bietet sich ein schöner Blick auf den Alpsee und die umliegenden Berge. Hier gibt es außerdem Toiletten und mehrere Möglichkeiten für eine kurze Pause.
Zusammen mit vielen Schlosstouristen geht es anschließend den breiten Weg bergauf in Richtung Schloss Neuschwanstein. Fotospots gibt es hier reichlich. Der beste ist natürlich die Marienbrücke. Hier drängen sich zwar viele Besucher, doch der Blick entschädigt für das Getümmel. Direkt vor mir erhebt sich Schloss Neuschwanstein mit seinen Türmen und Zinnen über den Wäldern des Allgäus. Unter mir rauscht die Pöllat durch die Schlucht. Für mich ist das der Höhepunkt der gesamten Wanderung.
Badepause am Alpsee
Nach dem Abstieg komme ich wieder am Alpsee vorbei. Direkt am Ufer befinden sich der große Biergarten „Alpenrose am See“ und ein kleines Freibad mit Liegewiese, genau richtig für eine Pause. Das Wasser ist erstaunlich klar und selbst an warmen Tagen angenehm kühl. Nach dem Bad wandere ich auf der gegenüberliegenden Seeseite zurück. Jetzt zeigt sich der Alpsee noch einmal aus einer ganz anderen Perspektive: Zwischen den Bäumen eröffnen sich immer wieder schöne Blicke auf die beiden Königsschlösser und die bewaldeten Berghänge.
Wenig später erreiche ich erneut den Schwansee. Hier wird es deutlich ruhiger und ich muss plötzlich aufpassen, wohin ich trete: Unzählige winzige Frösche hüpfen über den Weg und verschwinden im Gras oder zwischen den Schilfpflanzen. Ich hoffe immer noch, dass ich keinen von ihnen erwischt habe. Über die letzten Kilometer geht es entspannt zurück nach Füssen.
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Fazit
Zwei Märchenschlösser, zwei glasklare Bergseen und eine historische Altstadt, braucht es noch mehr Argumente? Die Wanderung verbindet die bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Region mit überraschend ruhigen Waldwegen und idyllischen Uferpfaden. Im Sommer packt ihr am besten auch noch Badesachen für den Alpsee ein.
Wer die Schlösser noch nicht kennt, sollte unbedingt auch entsprechend viel Zeit für einen Besuch einplanen. Außerdem lohnt sich ein Bummel durch die Altstadt von Füssen mit ihren Cafés und kleinen Gassen. Ebenfalls sehenswert sind der Lechfall, das ehemalige Benediktinerkloster St. Mang oder eine Fahrt mit der Tegelbergbahn.
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