Val d’Anniviers: 4-Seen-Wanderung mit Matterhorn-Blick

Den besten Blick auf das berühmte Matterhorn hat man von Zermatt? Ja, vielleicht. Aber wer es ruhiger mag und dem Massentourismus aus dem Weg gehen möchte, sollte dem Nachbartal Val d’Anniviers eine Chance geben. Das versteckte Tal im Wallis mit seinen urigen Bergdörfern ist noch eher unbekannt und ein kleiner Geheimtipp. Und auch hier ist das markante Matterhorn gefühlt zum Greifen nah.

Lohnt sich die 4-Seen-Rundtour im Val d’Anniviers?

Die 4-Seen-Rundtour im Val d’Anniviers ist ein absolutes Highlight im Wallis. Während Zermatt weltbekannt ist, sind im Val d’Anniviers noch Ruhe und Ursprünglichkeit zu finden. Für absoluten Genuss empfiehlt sich die 4-Seen-Runde, die ihr von St-Luc aus entspannt mit der Standseilbahn erreichen könnt.

Knapp 15 Kilometer und 740 Höhenmeter gilt es zu meistern. Aber die Anstrengung zahlt sich aus. Gleich vier völlig unterschiedliche Bergseen, schroffe Gebirgspässe und die ständige Begleitung majestätischer 4.000er machen diese Wanderung zu einem absoluten Traum. Und wenn ihr die Tour noch abrunden möchtet, empfiehlt sich anschließend ein Abstecher zum Hotel Weisshorn. Das rustikale Berghotel aus dem Jahr 1882 punktet mit seinem historischen Charme und leckerer Küche. Außerdem ist es nur zu Fuß erreichbar.

Fototipp: Der Plan-Torgnon-See mit seiner kleinen Insel sieht von oben aus wie der kleine Bruder des berühmten Schrecksees. Von der Anhöhe aus habt ihr das perfekte Fotomotiv!

Anreise nach St-Luc im Val d’Anniviers

Höhenmeter:734 hm
Strecke:15 km (inkl. Abstecher zum Hotel)
Gehzeit:ca. 5 Stunden
Einkehrtipp:Hotel Weisshorn
Beste Reisezeit:Juni – Oktober

Schon die Anreise ins charmante Bergdorf St-Luc ist ein Erlebnis. Über viele enge Serpentinen geht es mit dem Auto steil nach oben. Wer genau hinschaut, kann bei der Auffahrt schon vor der Windschutzscheibe das Matterhorn aufragen sehen. Ein paar Meter vor der Talstation der Standseilbahn gibt es dann einen kostenpflichtigen Parkplatz. Die Parkflächen sind allerdings begrenzt. Es lohnt sich also, früh zu starten.

Das würde ich aber sowieso empfehlen. Denn die ersten Meter düsen wir mit der Standseilbahn nach oben. Und wenn ihr die gesamte Runde gehen möchtet, solltet ihr die Uhr besser im Blick behalten, um auch die letzte Bahn nach unten wieder zu erwischen. Sonst müsst ihr am Ende alles runterlaufen.

Auch interessant: Wanderung zur Hörnlihütte am Matterhorn in Zermatt

Umgeben von schneebedeckten 4.000ern

Die Bahn bringt uns in wenigen Minuten auf die Tignousa-Ebene. Sobald wir aussteigen, ragen die ersten 4.000er majestätisch um uns herum auf. Besonders imposant ist das Weisshorn, das mit seiner markanten Form beinahe dem Matterhorn ähnelt. Aber auch das „echte“ Matterhorn lässt sich blicken. Allerdings sieht es von hier aus fast so aus, als hätte es seine berühmte Spitze verloren. Im weiteren Tourenverlauf kommen auch die restlichen Gipfel der sogenannten Kaiserkrone zum Vorschein: Bishorn, Dent Blanche, Zinalrothorn, Obergabelhorn und Weisshorn. Was für ein genialer Blick!

Wir erreichen recht schnell die Bella-Tola-Hütte und stehen schon bald am gleichnamigen Lac de la Bella Tola. Der See liegt etwas abgelegen und ist super idyllisch. Ab hier ändert sich auch der Charakter der Tour. Der Weg wird nun schroffer und spürbar wilder. Über einen steinigen Pfad bahnen wir uns den Weg durchs Geröll, stetig ansteigend bis zum höchsten Punkt am Pas de Boeuf auf über 2.600 Metern Höhe. Neben einer guten Grundkondition, ausreichend Wasser und ein paar Snacks solltet ihr also vor allem Schuhe mit griffiger Profilsohle mitbringen.

Glasklare Bergseen & Murmeltiere

Vom Pass blicken wir bereits auf den zweiten See, den Lac de l’Armina. Am Ufer laden nette Picknickbänke zu einer ersten wohlverdienten Pause ein. Wir sind mittlerweile umgeben von steil aufragenden Felsflanken und befinden uns in einer Art Kessel. Immer wieder gilt es, den einen oder anderen kleinen Flusslauf zu überqueren. Wer genau aufpasst, bekommt mit etwas Glück auch ein Murmeltier zu Gesicht. Zumindest hören wir hin und wieder ihr typisches, schrilles Pfeifen.

Etwas später erreichen wir eine kleine Anhöhe, die zu meinem persönlichen Lieblingsplatz auf der Tour wird. Von hier oben können wir die Seen Nummer 3 und 4 quasi gleichzeitig erblicken. Der Lac de Combavert leuchtet milchig und türkisgrün im Sonnenlicht. Auf der anderen Seite liegt der Plan-Torgnon-See, der mit seiner kleinen, extrem fotogenen Insel ein bisschen aussieht wie der kleine Bruder des Schrecksees im Allgäu.

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Fazit

Anschließend könnt ihr die Runde abschließen und direkt zur Bergstation zurücklaufen. Oder, und das kann ich euch nur wärmstens empfehlen, ihr macht es wie wir und baut noch einen Abstecher zum Hotel Weisshorn ein. Probiert unbedingt das leckere, herzhafte Rösti. Und für alle mit Hunger auf Süßes: Der Heidelbeerkuchen, passend zu den Büschen am Wegesrand, ist ein absoluter Traum und super fruchtig.

Ich finde die gesamte 4-Seen-Rundtour super abwechslungsreich und beeindruckend. Durch die Standseilbahn ist der Start recht entspannt, aber die hochalpine Kulisse macht die Wanderung zu einem echten Erlebnis. Wer noch Zeit hat, muss unbedingt dem historischen Ortskern von Grimentz einen Besuch abstatten. Hier wirkt es, als sei die Zeit stehen geblieben. Das ganze Dörfchen ist mit seinen hölzernen Fassaden und den roten Geranien eine einzige Fotokulisse.

Lage

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