Ich fühle mich, als würde ich das Postkartenmotiv von Korfu gerade live erleben. Das kleine Boot fährt mit uns direkt auf die weißen Felsen zu, das Wasser glitzert glasklar in Türkis und je näher wir kommen, desto beeindruckender wirken die steil aus dem Meer aufragenden Klippen. Jetzt legen wir direkt am Strand an und bekommen vom Captain noch den Tipp, dass sich irgendwo eine versteckte Höhle zum Hineinschnorcheln befindet. Doch kommt man wirklich nur mit dem Boot hierher? Und gehört das Kap Drastis tatsächlich zu den schönsten Naturdenkmälern Korfus?
Lohnt sich die Tour zum Kap Drastis auf Korfu?





Ganz im Nordwesten der griechischen Insel Korfu liegt eines der bekanntesten Naturdenkmäler der Insel. Zwischen den Urlaubsorten Sidari und Peroulades ragen weiße Kalksteinfelsen steil aus dem türkisblauen Meer und bilden eines der meistfotografierten Motive Korfus: das Kap Drastis. Über Jahrtausende wurden die markanten Felsformationen von Wind und Meer geformt und verleihen der Küste ihr einzigartiges Aussehen.
Von mehreren Aussichtspunkten genießt man einen beeindruckenden Blick über das Kap und das Ionische Meer. Die eigentliche Bucht erreicht man jedoch ausschließlich mit dem Boot. Das ruhige, glasklare Wasser eignet sich ideal zum Baden und Schnorcheln.
Fototipp: Das Postkartenmotiv Korfus bekommt ihr von mehreren Aussichtspunkten oberhalb des Kap Drastis vor die Linse. Besonders kurz vor Sonnenuntergang werden die weißen Kalksteinfelsen noch einmal wunderschön von der tiefstehenden Sonne angestrahlt und heben sich perfekt vom türkisblauen Meer ab. Achtet beim Fotografieren unbedingt auf einen sicheren Abstand zu den Klippen.
Anreise nach Korfu zum Cape Drastis
| Lage: | Nordwestküste Korfu |
| Anreise: | Boot |
| Preis: | ab 20,00 Euro |
| Beste Reisezeit: | Frühsommer bis Herbst |
| Must-Do: | in die Höhle schwimmen |
Von München erreicht ihr Korfu mit einem Direktflug in knapp zwei Stunden. Nach der Landung seid ihr mit einem Mietwagen am flexibelsten, allerdings könnt ihr von Korfu-Stadt aus auch den Bus nehmen. Ab der Green Buses Station erreicht ihr nach etwa 1,5 Stunden die Haltestelle „Peroulades Schule“ und seid damit nur noch wenige Gehminuten von den Parkplätzen entfernt.
Wenn ihr mit dem Auto zum Kap Drastis fahrt, lohnt es sich, möglichst früh am Vormittag anzukommen, da die Parkmöglichkeiten stark begrenzt sind. Von dort führt eine Schotterstraße in etwa 15 bis 20 Gehminuten zu den Aussichtspunkten oberhalb des Kaps. Die eigentliche Bucht erreicht ihr allerdings nur mit dem Boot.
Früh dran sein und Bargeld mitnehmen
Wenn ihr direkt am Kap Drastis baden möchtet, solltet ihr gut vorbereitet sein. Früh dran sein lohnt sich, denn die begrenzten Parkplätze sind oft schon am Vormittag belegt. In der Bucht gibt es weder Liegen noch Sonnenschirme oder eine Strandbar. Nehmt deshalb ausreichend Wasser, Sonnenschutz und eventuell auch einen kleinen Sonnenschirm mit.
Wir haben zuerst gedacht, dass man irgendwie auch zu Fuß hinunterkommt, aber spätestens an den Aussichtspunkten wird uns klar: Über diese steil abfallenden Klippen ist das unmöglich. Den unkomplizierten und wirklich empfehlenswerten Bootsservice in der Nebenbucht haben wir durch Zufall entdeckt. Nehmt also unbedingt auch Bargeld mit! Spoiler: Es wird sich lohnen.
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Ausblick zum berühmten Postkartenmotiv
Wir gehen vom Parkplatz keine fünf Minuten und stehen am ersten Aussichtspunkt auf das Kap hinunter. Vor uns liegt das perfekte Postkartenmotiv Korfus. Die weißen Kalksteinfelsen ragen spektakulär aus dem türkisblauen Meer und auch ein Boot liegt direkt in der Bucht.
Für uns ist hier eigentlich schon klar, dass es keinen Fußweg hinunterführen kann. Deshalb spazieren wir einfach die Schotterstraße weiter bergab und hoffen, dort irgendwo einen netten Badeplatz zu finden. Dass wir eine halbe Stunde später in einem kleinen Boot sitzen würden, das uns direkt zum Kap Drastis in die Badebucht bringt, hätten wir zu diesem Zeitpunkt allerdings nie erwartet.
Gestrandet im türkisblauen Paradies
Nach etwa 15 Minuten legen wir direkt am kleinen Strand des Kap Drastis an. Unser Kapitän zeigt uns einige Stellen, an denen wir uns wegen Steinschlaggefahr nicht zu nah an den Klippen aufhalten sollen. Außerdem gibt er uns noch den Tipp, an der Vorderseite des Kaps in eine kleine Höhle zu schwimmen. Als das Boot wegfährt, fühle ich mich kurz wie gestrandet und etwas hilflos. Aber es wird schon passen, wir sollen einfach anrufen, wenn wir zurückfahren wollen. Wir entspannen jetzt erst einmal und gehen ins Wasser.
Meine Abenteuerlust ist geweckt und wir schnorcheln durch das glasklare Wasser zur kleinen Höhle. Hier kann man tatsächlich ganz einfach hineinschwimmen. Der Innenraum ist zwar nicht besonders spektakulär, aber es ist trotzdem cool, ihn einmal gesehen zu haben. Das eigentliche Highlight ist für mich allerdings das Gefühl, zu den Menschen an den Aussichtspunkten hinaufschauen zu können, während wir selbst mitten im berühmten Postkartenmotiv Korfus baden.
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Fazit
Für mich ist das Kap Drastis die beeindruckendste Naturattraktion auf Korfu und ein absolutes Muss im Norden der Insel. Die Rückfahrt mit dem Boot funktioniert völlig unkompliziert: Ein kurzer Anruf genügt und etwa 20 Minuten später werden wir abgeholt. Einzig der Rückweg mit rund 200 Höhenmetern über die Schotterstraße zum Parkplatz bringt uns nochmal ordentlich ins Schwitzen. Trotzdem hat sich der Ausflug für uns absolut gelohnt.
Wenn ihr bereits in der Gegend seid, könnt ihr auch den Canal d’Amour besuchen und dort den Sonnenuntergang genießen. Ebenfalls einen Ausflug wert ist der Porto Timoni Beach an der Westküste, der ähnlich wie das Kap Drastis zu den beeindruckendsten Naturkulissen Korfus zählt.
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