Von Sommer ist hier oben nicht mehr viel zu spüren. Stattdessen fröstle ich leicht und blicke auf den Gletscher unter mir. Ich stehe auf einer Höhe von über 3.000 Meter. Auf dem Gipfel des Kitzsteinhorns. Ich kannte bisher nur das Skigebiet im Winter. Und deshalb habe ich mich gefragt, wie es am „Top of Salzburg“ wohl im Sommer aussieht und ob sich die Auffahrt mit der Bergbahn wohl auch im Juni, Juli und August lohnt.

Lohnt sich der Aufstieg zum Kitzsteinhorn?

Oberhalb von Kaprun, unweit von Zell am See, ragt das Kitzsteinhorn mit 3.203 Metern in die Höhe. Der Bergriese liegt direkt an der Grenze zum Nationalpark Hohe Tauern, wo einige der größten Gletscher und höchsten Berge von Österreich zu Hause sind. Eine Seilbahn führt zur Bergstation auf 3.029 m Höhe etwas unterhalb des Gipfels. Bis weit in den Frühling hinein und schon im frühen Herbst tummeln sich vor allem Wintersportler am Kitzsteinhorn. Im Sommer sorgt die Ice Arena mit Rodelverleih für Schneekontakt. Restaurant und die Aussichtsplattformen sind ganzjährig geöffnet.

#zellamseekaprun #wandern

Instatipp: Die eindrucksvollsten Fotos entstehen am Gipfel. Das erfordert zwar ein bisschen Mut und die richtige Ausrüstung, aber der Aufstieg über den Klettersteig lohnt sich. Denn dort habt ihr einen sensationellen Tief- und Weitblick.

Anreise zum Kitzsteinhorn

Aus München dauert die Anreise nach Kaprun mit dem Auto fast 3 Stunden. Allerdings könnt ihr auf den Kauf einer Vignette verzichten. Kurz vor der Grenze nach Österreich verlasst ihr die Autobahn bei Oberaudorf. Wenn ihr schon in Zell am See-Kaprun zum Urlaub machen seid, bringen euch auch die öffentlichen Verkehrsmittel zur Gondelbahn am Kitzsteinhorn. Mit der Mobilitätscard, die es ab einer Übernachtung gibt, ist die Benutzung von Bus und Bahn im gesamten Raum Pinzgau kostenlos.

Rasend schnell verändert sich die Bergwelt

Ein Ticket für die Seilbahn ohne Skiausrüstung kostet für Erwachsene 43 Euro. Hier profitieren wieder die Übernachtungsgäste. Denn mit Gästekarte spart ihr nochmal vier Euro. Dann geht es zuerst im Gletscherjet nach oben. Aus der Perspektive kann ich zusehen, wie sich die Landschaft verändert. Rasend schnell passiert man die Baumgrenze. Plötzlich ist alles karg und felsig. Es wird hochalpiner. Beim Umstieg in die zweite Gondelbahn erhasche ich dann einen Blick auf die ersten Schneefelder und schließlich bringt eine Standseilbahn die Gäste bis zur Gipfelwelt 3000 ganz nach oben.

Erkundungstour durch die Gipfelwelt 3000

Hier ist es deutlich kälter. Selbst im Hochsommer liegen die maximalen Durchschnittstemperaturen nur zwischen 5 und 7 Grad Celsius. Aber zuerst bleibe ich ja noch ein bisschen drin. In der Gipfelwelt 3000 führt ein 360 m langer Tunnel durch das Innere des Kitzsteinhorns an etlichen Stationen vorbei, die über die Geschichte des Gletschers und die Hohen Tauern berichten. Ich schnaufe. Die Schritte fallen auf einer Höhe von 3.000 Meter deutlich schwerer. Dafür wartet am Ende der Anstrengung die Aussichtsplattform. Vom Top of Salzburg blicke ich auf zahlreiche verschneite Bergriesen. Auch der höchste Berg von Österreich, der Großglockner, ist gut zu sehen.

Wanderung zum Gipfel des Kitzsteinhorns

Hier draußen schnüre ich die Wanderschuhe fester, lege den Klettergurt an und mache das Klettersteigset bereit. Bis zum eigentlichen Gipfel sind es noch 200 Höhenmeter und die führen über einen versicherten Weg nach oben. Der Aufstieg wirkt eher wie eine Wanderung durch ein Geröllfeld. Auch jetzt merke ich die Höhe. Zu schnell kann ich nicht gehen. Unterm Gipfelkreuz auf 3.203 m blicke ich in die Ferne. Um die Felsen streichen Wolken. Das wirkt mystisch. Aber immer wieder klart es auf und dann blicke ich auf der einen Seite aufs Skigebiet, den Zeller See im Hintergrund und auf der anderen Seite auf bläulich schimmernde Hochgebirgsstauseen sowie über den Nationalpark Hohe Tauern.

Fazit

Die Auffahrt auf das Kitzsteinhorn im Sommer lohnt sich vor allem für diejenigen, die ohne viel Aufwand die Luft im Hochgebirge schnuppern wollen. Und wer noch nie auf einem 3.000er stand, hat mit dem Kitzsteinhorn die Möglichkeit, einen relativ einfachen Gipfel zu erklimmen. Wenn ihr euch die Kletterei alleine nicht zutraut, gibt es übrigens auch geführte Touren nach oben. In der Ice Arena könnt ihr euch außerdem abkühlen. Die Rodelbahn ist zwar nicht sonderlich lang, aber dafür kommt man in den Genuss, auch im Sommer Schlitten zu fahren. Für Informationsdurstige sind hingegen die Nationalpark Gallery und das Bergkino beliebte Anlaufstationen.

Lage

Praktische Links

Gut zu wissen

Wer am Kitzsteinhorn länger Wandern gehen will, steigt am besten bereits am Alpincenter aus. Hier könnt ihr zum Beispiel über den Hochkammererweg vorbei am Gletschersee zum Mooserboden gehen. Die Auffahrt ist ab der kommenden Wintersaison übrigens auch direkt von Kaprun aus mit der Seilbahn möglich. Die neue sogenannte K-onnection-Bahn verbindet den Maiskogel mit dem Kitzsteinhorn. Das freut vor allem Skifahrer. Denn so erhalten Wintersportler ohne extra Anreise direkten Zugang zu einem Großteil der 138 Pistenkilometer, die in der Region Zell am See-Kaprun insgesamt warten. Neben Kitzsteinhorn und Maiskogel ist auch die Schmittenhöhe ein beliebter Ausflugsberg.

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