Klausbachtal: Leichte Wanderung mit Blick auf Ramsauer Dolomiten

Auf der Hängebrücke im Klausbachtal spüre ich das leichte Schaukeln unter meinen Füßen, während der Fluss unter mir tost. Der Blick hinab auf den Klausbach und die umliegende Landschaft ist atemberaubend. Die majestätischen Felsabstürze der Ramsauer Dolomiten ragen in der Ferne empor. Ich befinde mich auf halber Strecke meiner leichten Wanderung in den Bayerischen Alpen, unweit von Berchtesgaden. Mein Ziel ist die Einkehr im Gasthof Hirschbichl!

Lohnt sich die Wanderung durch das Klausbachtal?

Das Klausbachtal, gelegen im westlichen Teil des Nationalparks Berchtesgaden, erstreckt sich über eine Länge von etwa 7 Kilometern vom Hintersee bis zum Hirschbichlpass, dem Grenzübergang zum österreichischen Pinzgau.

Der Name „Klausbach“ leitet sich von der „Klause“ am Hirschbichl ab: Im 19. Jahrhundert wurde hier das Wasser zur sogenannten „Holztrift“ hinter einem Wehr gestaut und der Klausbach in ein künstliches Bett gezwängt. Nach dem Öffnen der Schleuse wurden die Wassermassen genutzt, um das geschlagene Holz talwärts zu transportieren. Und genau zu dieser Klause führt uns unsere Wanderung.

Vom Parkplatz am Klausbachhaus führt der markierte Weg entlang des Klausbachs durch das sanft ansteigende Tal – abwechselnd über Weideflächen und durch lichte Mischwälder – und dann steiler durch dichte Nadelwälder. Entlang des Weges passiert man zahlreiche Quellen und überquert lebhaft sprudelnde Bergbäche, bevor im Gasthaus Hirschbichl die Einkehr winkt.

Fototipp: Ich konnte meinen Blick (und die Kamera) nicht von der massiven Reiter Alm lösen. Und sie macht jedes Bild zum Highlight! Besonders ortstypisch wird’s mit der imposanten Hängebrücke im Vordergrund.

Anreise zum Klausbachtal

Gehzeit:3:45 Stunden
Strecke:12 Kilometer
Höhenmeter:336 Höhenmeter
Einkehrtipp:Hirschbichl
Besonderheit:Rückfahrt mit Bus möglich

Wenn ihr mit den öffentlichen Verkehrsmittel kommen möchtet, nehmt den Zug mit Umsteigen in Freilassing nach Berchtesgaden. Von dort aus könnt ihr Bus Nr. 846 zur Haltestelle Hirschbichl Auzinger nehmen.Mit dem Auto nehmt ihr von München aus die Salzburger Autobahn (A8) bis zur Ausfahrt Bad Reichenhall und folgt dann der Route über Bad Reichenhall und Bischofswiesen in Richtung Berchtesgaden. Kurz vor Berchtesgaden biegt ihr rechts ab in Richtung „Schönau/Ramsau“. Ihr fahrt an Schönau vorbei und folgt der Straße, bis sie nach links in Richtung „Ramsau/Hintersee“ abzweigt. Fahrt durch Ramsau hindurch und folgt dann der Straße geradeaus bis zum Hintersee. Dort biegt ihr schließlich nach links ab in Richtung „Hirschbichl/Nationalpark“ und parkt auf dem gebührenpflichtigen Parkplatz.

Wer Zeit hat muss ins Alm-Museum

Heute steht ein Erholungstag auf dem Programm, und dafür ist die Tour durchs Klausbachtal genau das Richtige. Viele Höhenmeter muss man dabei nicht überwinden, doch bei gutem Wetter erwartet einen trotzdem ein fantastisches Bergpanorama. Der Weg ist von Bergen gesäumt. Am beeindruckendsten ist eigentlich der Blick auf die Reiter Alm – den sehe ich aber vor allem auf dem Rückweg.

Los geht’s am Nationalparkhaus im Klausbachtal. Nach nur wenigen Metern erreiche ich das Klausbachhaus, ein denkmalgeschütztes Bauernhaus aus dem Jahr 1757. Ich rechne kurz aus, dass es bei meiner Rückkehr bereits geschlossen sein wird, also nehme ich mir jetzt eine halbe Stunde Zeit. Das Museum lohnt sich nämlich absolut – und es ist obendrein kostenlos!

Bei der Dauerausstellung „1.000 Jahre Auf und Ab“ lernt ihr alles über die Geschichte der Almwirtschaft, die unterschiedlichen Arbeiten im Jahresverlauf und die Biografien einzelner Sennerinnen und Senner. Das Ganze ist super liebevoll gestaltet – mit Videos, Audioschnipseln, vielen Fotos und Objekten. Man kann hier also auch mehr Zeit verbringen!

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Zuhause von Steinadlern und Bartgeiern

Als ich wieder ins Freie trete, bemerke ich einen riesigen Adler. Nein, er fliegt leider nicht am Himmel – die Figur markiert den Eingang zum Tal der Adler. Hier kann man mit etwas Glück tatsächlich Adler beobachten. Außerdem werden im Klausbachtal seit 2021 Bartgeier ausgewildert – beeindruckende Greifvögel mit orangefarbenem Gefieder und einer riesigen Flügelspannweite. Wer einen ganzen Tag Zeit mitbringt, kann auf jeden Fall auch einen Besuch am Adlerbeobachtungsplatz einplanen. Die Wanderung zum Hirschbichl ist gut ausgeschildert: Eine Stunde und 45 Minuten soll sie dauern.

Ich laufe nun entlang des klaren Klausbachs, begleitet vom Singen der Vögel. Immer wieder halte ich inne, um die Schönheit der Landschaft zu genießen und einige Fotos zu machen. Der Weg ist breit und flach.Das nächste Highlight ist die berühmte Hängebrücke über den Klausbach. Sie wurde 2010 gebaut und ist heute eine Art Wahrzeichen der Region – und sie ist ganz schön hoch! Daran muss man sich jetzt gewöhnen, denn der weitere Weg verläuft auf einem Steg. Unter uns rauscht der Bach.

Weiter zur Historischen Bindalm

Das Rauschen wird uns weiter begleiten. Auf dem nächsten Abschnitt des Weges kommen wir nämlich an einigen kleinen Felsquellen und Wasserfällen vorbei, die ins Tal hinabströmen. Nun erreichen wir die Bindalm, die nur ein Stück hinter dem Hirschbichl liegt. Die idyllisch gelegenen Almkaser stehen unter Denkmalschutz. Einige der Holzhäuser kann man nicht betreten, andere sind bewirtschaftet. Der Blick zur Reiter Alm ist unvergleichlich und wird mich – so viel sei hier schon einmal gesagt – den gesamten Rückweg in seinen Bann ziehen.

Von hier aus brauche ich nur noch 15 Minuten bis zum Grenzübergang Hirschbichl mit dem gleichnamigen Gasthaus. Der Weg führt mich super idyllisch über saftig grüne Weideflächen – gut, dass es zuletzt so viel geregnet hat!Kurz bevor ich das Wirtshaus erreiche, laufe ich noch ein winziges Stück auf der Straße. Und da fährt auch schon der Almerlebnisbus an mir vorbei – mit dem man sich diesen ganzen Weg natürlich auch sparen kann.

Einkehr in ehemaligen Zöllnerhäusern

Wer Geschichte mag, kommt hier noch einmal auf seine Kosten: Auf grünen Schildern wird erzählt, wie beschwerlich es damals für die Bauern war, die Zollstelle zu überwinden. Wer hier noch ein Stück Kuchen genießen möchte, tut das bereits in Österreich – in den Häusern der ehemaligen deutschen und österreichischen Zöllnerfamilien. Zudem gibt es hier eine kleine Kapelle und natürlich den Gasthof Hirschbichl, der auf einer Höhe von 1.153 Metern liegt.

Österreichische Spezialitäten wie Kaiserschmarrn, Germknödel und Sachertorte stehen ebenfalls auf der Speisekarte! Anschließend kann man entweder weiterwandern, zurückgehen oder den Almerlebnisbus nehmen.

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Fazit

Diese Wanderung durch das Klausbachtal lohnt sich auf jeden Fall! Die Route führt vorbei an malerischen Almhütten und zahlreichen Quellen – mal über Wiesen, mal durch dichte Mischwälder. Der Klausbach ist dabei fast die ganze Zeit an eurer Seite oder auch mal unter euch.

Die Überquerung der Hängebrücke vor der Reiter Alm, mit den majestätischen Ramsauer Dolomiten im Hintergrund, ist ein Höhepunkt der Wanderung. Am Ziel angekommen, lädt das Gasthaus Hirschbichl zu einer wohlverdienten Rast ein, bevor man sich gestärkt auf den Rückweg macht.

Die Möglichkeit, mit dem Almerlebnisbus zurückzufahren, macht die Tour auch für weniger erfahrene Wanderer zugänglich. Und wer noch Kraft hat, wandert einfach weiter ins österreichische Weißbach. Von dort kann man ebenfalls mit dem Almerlebnisbus zurückfahren.

Lage

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