„Glück auf!“ ist das erste, was wir von unserem Bergmann Sepp zugerufen bekommen. Eine sehr fröhliche Begrüßung für unseren Besuch im Salzbergwerk Berchtesgaden. Was mich wirklich in bis zu 130 Meter unterhalb der Erde erwartet, kann ich mich nur noch wage in die Kindheit zurück erinnern. Da war doch etwas mit Rutschen, Salz und dunklen, unterirdischen Wegen. Umso gespannter bin ich, als wir mit der Grubenbahn tief hinein in den Salzstollen starten.

Lohnt sich ein Besuch im Salzbergwerk Berchtesgaden?

Seit über 500 Jahren wird im Salzbergwerk in Berchtesgaden bereits Salz abgebaut. Auch heute noch wird mit speziellen Bohrwerken und mit viel Wasser im sogenannten „nassen Abbau“ Salz gewonnen und unter anderem zu dem uns bekannten Würzmittel für Speisen verarbeitet.

Wir sind zum einem Bloggerbrunch eingeladen und die meisten von uns waren bereits als Kind im Bergwerk. Als Erwachsener nimmt man aber solche Ausflüge doch ganz anders wahr und auch das Wissen rund um den Salzabbau prägt sich dieses Mal besser ein.

Instatipp: Aus Sicherheitsgründen darf man während der Führung nicht fotografieren. Wir hatten hier ausdrücklich eine Sondergenehmigung. Allerdings werden bei den Rutschen vom Fotolabor am Salzbergwerk Bilder gemacht, die man danach kaufen kann.

Anreise ins Salzbergwerk

Um das Salzbergwerk in Berchtesgaden zu besuchen, kann man so ziemlich jedes Verkehrsmittel wählen. Es ist eine Bushaltestelle direkt vor Ort und auch der Bahnhof liegt nur circa 1,4 km entfernt.

Mit dem PKW kommt man über die A8 von der Ausfahrt Piding weiter über Bad Reichenhall mautfrei, also ohne österreichischer Vignette nach Berchtesgaden. Die Straßenbeschilderung zum Bergwerk ist sehr gut und ein großer Besucherparkplatz befindet sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite.

Schutzkleidung anlegen

Besucher / Jahr:390.000
Unter Tage:650 m
Temperatur:12 Grad
Führungsdauer:1,5 Stunden
Öffnungszeiten:Ganzjährig

Das erste nach dem Ticketkauf ist die Schutzkleidung anzuziehen. Ohne Ausnahme sieht jeder in den übergroßen Leih-Overalls vom Salzbergwerk einfach lustig aus! Darunter tragen wir recht warme Kleidung, da es im Inneren der Stollen frische +12 Grad hat. Festes Schuhwerk ist wegen der Bodenbeschaffenheit zu empfehlen – zumindest sollten es keine offene Schuhe sein.

Die eigentliche Führung startet erst mit der 650 m langen Zugfahrt mit der Grubenbahn in das Bergwerk hinein. Und so begrüßt uns dort im Kaiser-Franz-Sinkwerk unsere Bergmann Sepp nochmal mit dem Bergmannsspruch „Glück auf!“.

40 Meter lange Rutsche

Wir bekommen viele interessante Infos zum Salzabbau und Sepp erzählt uns auch einige persönliche Erlebnisse von seinen Jahren im Bergbau. Besonders beeindruckend finde ich, dass stolze 50% des im Abbau befindlichen Gebirges in den Berchtesgadener Lagerstätten salzhaltig ist!

Danach geht es über eine 40-Meter-Rutsche noch ein Stück tiefer in den Berg hinein. Wir gehen an diversen Bohrmaschinen, glitzernden Salzadern im Gestein und an einem 150 Meter tiefen Bohrschacht vorbei, bis wir schließlich zum Höhepunkt der Führung kommen.

Ein unterirdischer Spiegelsee

Ein Holzfloß liegt ganz ruhig im Wasser. Die Oberfläche ist so ruhig und glatt, dass ich sie durch die Spiegelung des Gesteins an der Decke fast nicht als See erkannt hätte.

Der unterirdische Spiegelsee ist der tiefste Punkt unserer Führungsstrecke und sein Salzgehalt gleicht dem Toten Meer. Bei der eindrucksvollen Überfahrt in der Dunkelheit auf die andere Uferseite wird uns eine sehr beeindruckende und aufwändige Lichtershow geboten.

Die Salzkristalle an den Wänden glitzern und die Musik ist perfekt zum Licht abgestimmt.

Fazit

Nach der Führung haben wir noch etwas Zeit, um mit Sepp zu plaudern und ihn noch das ein oder andere Wissen über Kernbohrungen, die Salzsole und ähnliche Fachbegriffe zu entlocken.

Ich fand es wahnsinnig spannend mit eigenen Augen zu sehen, wie sich die Techniken des Salzabbaus bis heute entwickelt und erleichtert haben. Außerdem ist ein Besuch im Salzbergwerk nicht nur ein tolles Schlechtwetterprogramm, sondern auch wichtig zu wissen, wo denn überhaupt bestimmte Lebensmittel herkommen.

Die Führung dauert etwa 1,5 Stunden. Wer gerne noch den restlichen Tag im schönen Berchtesgadener Land verbringen möchte, hat hier genug Möglichkeiten. Man kann beispielsweise dem Soleleitungsweg direkt am Salzbergwerk ein Stück entlang wandern oder mit dem Bus auf das Kehlsteinhaus rauffahren und dort die Aussicht auf die umliegenden Berge genießen.

Ein weiteres Ausflugsziel ist der nahegelegene Königssee, auf dem man eine Schifffahrt machen oder einfach am Ufer gemütlich den Kaffee genießen kann.

Lage

Praktische Links

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