Die Leutaschklamm, auch Geisterklamm genannt, gehört zu den eindrucksvollsten Ausflugszielen bei Mittenwald zwischen Bayern und Tirol. Tief unter dir rauscht türkisfarbenes Wasser, über dir ragen steile Felswände meterhoch in den Himmel – und du wanderst auf schmalen Metallstegen direkt an der Bergwand entlang. Höhepunkte findet man während der Öffnungszeiten gleich mehrere: die Panoramabrücke in schwindelerregender Höhe und natürlich den Wasserfallsteig.
Lohnt sich der Besuch der Leutascher Geisterklamm?





Die Leutaschklamm (auch Geisterklamm) liegt zwischen Mittenwald und Leutasch. Über Jahrtausende hat sich die Leutascher Ache tief ins Gestein gefressen und eine beeindruckende Klamm mit bis zu 75 Meter hohen Felswänden geschaffen. Seit 2006 führt ein Rundweg (Klammgeistweg) auf rund drei Kilometern über einen anderthalb Meter breiten Metallsteg direkt entlang des Felsens.
Darunter rauscht das Wasser je nach Jahreszeit mal ruhig und glasklar, mal laut und tosend. Das kann man auch aus nächster Nähe in der Alten Klamm erleben. Hier wartet der bekannte Wasserfallsteig. Dieser Abschnitt ist der älteste Teil der Klamm (seit 1880) und beginnt auf der bayerischen Seite in Mittenwald. Über Holzbohlen führt der kostenpflichtige Steig rund 250 Meter hinein in den Fels zu einem 23 Meter hohen Wasserfall.
Was ist der Unterschied zwischen einer Klamm und einer Schlucht?
Klamm: Meist schmal, tief eingeschnitten und entsteht, wenn ein Wildbach sich über Jahrtausende durch hartes Gestein frisst. Oft steilwandig und sehr eng wirkend. Klammen findest du typischerweise in den Alpen.
Schlucht: Breiter, offener und kann auch durch weichere Gesteinsschichten geformt worden sein. Sie entsteht oft durch langsamere Erosion – das Gelände ist meist weniger steil als bei einer Klamm.
Fototipp: Das beste Foto schießt ihr auf der Panoramabrücke mit spektakulärem Blick in die Schlucht. Ebenfalls ein Highlight: der Wasserfallsteig – direkt vor dem 23 Meter hohen Wasserfall.
Anreise nach Leutasch oder Mittenwald
| Wegempfehlung: | Rundweg inkl. Wasserfallsteig |
| Gehzeit: | ca. 2 Stunden |
| Strecke: | 5,1 Kilometer |
| Eintritt Wasserfallsteig: | 4 € |
| Öffnungszeiten: | Mai bis Oktober |
Von München aus erreicht ihr die Leutaschklamm mit dem Auto in etwa 1,5 Stunden. Die Route führt über die B2 Richtung Mittenwald und weiter ins Leutaschtal bis zum Parkplatz Leutascher Geisterklamm auf der Tiroler Seite. Dieser liegt direkt am Einstieg zum Klammgeistweg. Die Tagesgebühr beträgt 5 Euro.
Auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist die Klamm gut zu erreichen: Fahrt mit dem Zug bis Mittenwald und steigt dort in den Bus 431 Richtung Leutasch. Die Fahrt zum Parkplatz dauert etwa 15 Minuten, der Bus fährt ca. alle 90 Minuten. Alternativ könnt ihr von Mittenwald den Rundweg starten. Dort befindet sich auch der Zugang zum Wasserfallsteig, dem ältesten Teil der Klamm.
Wanderung hoch über der Leutaschklamm
Vom Parkplatz laufen wir unter dem großen Infoschild mit der Aufschrift „Geisterklamm Leutasch“ hindurch. Zunächst führt uns ein breiter Waldweg sanft bergauf. Nach etwa zehn Minuten erreichen wir den Einstieg. Ich fühle mich winzig zwischen den hohen Bergen der Klamm. Unter mir plätschert heute die türkisfarbene Ache friedlich dahin. Mit jedem Schritt weiter hinein über den Metallsteg wächst die Faszination für die Leutaschklamm. Schon der erste Abschnitt ist eindrucksvoll!
Nach etwa einem Kilometer erreichen wir die erste von zwei Brücken. Hier beginnt mein persönlicher Lieblingsabschnitt der Wanderung: Der Steg führt nun in noch luftigerer Höhe direkt entlang der Felswand der Leutaschklamm. Was für ein Bauwerk! Durch das Gitter unter meinen Füßen sehe ich das Wasser tief unter mir – nichts für schwache Nerven.
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Auf der Hängebrücke wackeln mir die Knie
Der Metallsteg schlängelt sich nah am Fels entlang – und ich denke schon, dass das kaum noch zu toppen ist. Doch dann sehe ich sie: die Panoramabrücke, die die Leutaschklamm spektakulär überspannt. 27 Meter lang, frei schwebend in etwa 70 Metern Höhe, direkt über dem tosenden Wasser – ein echter Wow-Moment!
Wer zu schwungvoll über die Brücke läuft, versetzt sie in leichte Schwingung. Da wird mir sogar ein wenig flau im Bauch. Der Ausblick auf die bayerische Bergwelt hier bei Mittenwald ist atemberaubend!
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Wasserfallsteig in der Leutaschklamm
Über den Weg vor der Brücke der Leutaschklamm geht es jetzt geradeaus am Fels entlang weiter bis Mittenwald. Hier befindet sich der Einstieg zum phänomenalen Wasserfallsteig. Du zahlst 4 € Eintritt, und dann geht es auf jahrhundertealten Holzbohlen – schmaler als der Eisensteg – nur knapp über dem Wasser tief in den Fels hinein. Wo wir vorher weit oberhalb der Leutaschklamm unterwegs waren, sind wir jetzt ganz nah am kühlen Nass der Geisterklamm. Besonders cool ist der Moment, in dem wir durch das Tor mit der Aufschrift „Achtung Grenze!“ laufen – die Grenze zwischen Bayern und Tirol!
Nach etwa 250 Metern erwartet uns ein weiterer einmaliger Anblick: Aus 23 Metern Höhe stürzt ein gewaltiger Wasserfall in die Tiefe – mehrere Hundert Liter Wasser pro Sekunde! Ein grandioses Naturschauspiel. Wer den Wasserfallsteig auslässt, läuft nach der Panoramabrücke der Beschilderung folgend über den Forstweg zurück zum Parkplatz in Leutasch. Empfehlen würde ich das allerdings nicht.
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Fazit
Die Leutaschklamm bei Mittenwald und auch der Wasserfallsteig sind definitiv einen Besuch wert. Ein großartiges Gefühl, auf dem Metallsteg hoch über dem Fluss durch die wilde Natur zu wandern. Besonders gefallen haben mir die vielen Infotafeln, die liebevoll gestaltet und nicht nur für Kinder interessant sind – man lernt dabei einiges über die Geisterklamm und die Umgebung.
Mein persönliches Highlight ist die Panoramabrücke, die spektakulär über die Klamm führt – und natürlich der 23 Meter hohe Wasserfall am sehenswerten Wasserfallsteig. Es gibt verschiedene Routenoptionen, sodass ihr die Tour nach Lust und Zeit beliebig verlängern oder abkürzen könnt. In der Umgebung könnt ihr im Anschluss zum Beispiel das Schloss Elmau oder das Königshaus am Schachen besuchen.
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