Wie ein Wächter fühlt man sich hoch über dem Siebengebirge und dem Rheintal – Auf gut 270 Meter über dem Rhein auf dem Drachenfelsplateau neben der Burgruine Drachenfels kann man einen atemberaubenden Ausblick über die umliegende Region genießen. Ich habe den Drachenfels bei einem Familienausflug über den traditionellen Eselsweg erklommen und nehme euch mit auf die Spuren Beethovens und die Geschichte der Region.

Lohnt sich die Wanderung auf den Drachenfels? 

Wer im Siebengebirge unterwegs ist, sollte auf alle Fälle einen Abstecher auf den Drachenfels einplanen. Der Drachenfels ist aufgrund seiner spektakulären Lage über dem Rheintal der wohl markanteste und daraus resultierend auch bekannteste der mehr als 50 Berge und Anhöhen im Naturpark Siebengebirge. 

Zu Fuß hinauf geht es über den Eselsweg – Kinder können sogar auch auf einem Esel hinaufreiten – oder alternativ, mit der historischen Zahnradbahn – auch Drachenfelsbahn genannt – hinauffahren. Beim Aufstieg gibt es allerdings einiges zu entdecken. Auf halber Strecke liegen die sehenswerte Nibelungenhalle, die Drachenhöhle und das Schloss Drachenfels. Mit dem Ziel stets vor Augen, denn die auf dem Drachenfels hoch thronende Burgruine ist nicht zu übersehen, erhascht man oben angekommen einen wunderschönen Ausblick über die Region und an guten Tagen sogar bis zum Kölner Dom.

Fototipp: Der beste Fotospot ist hoch oben auf der Drachenfels-Burgruine mit dem spektakulären Ausblick auf Siebengebirge und Rheintal. Auch das Terrassen-Plateau oben am Restaurant „Der Drachenfels“ eignet sich hervorragend für Panorama-Aufnahmen.

Die Anreise zum Drachenfels in Königswinter

Lage:Siebengebirge (in NRW)
Ausgangspunkt:Drachenfelsstraße,
Königswinter
Mögliche Wanderroute:Beethoven Wanderweg
(ca. 15 km)
Einkehrtipp:Restaurant „Der
Drachenfels“
Besonderheit:Deutschlands älteste
Zahnradbahn (1883)

Gelegen zwischen den beiden Kleinstädten Königswinter und Bad Honnef, ist der Fuß des Drachenfelsens gut erreichbar. Der klassische Aufstieg beginnt auf der Seite von Königswinter. Wir sind mit dem Auto aus Richtung Köln angereist und haben auf einem der sechs Wanderparkplätze nahe der Talstation der Drachenfelsbahn geparkt. Wer sich ein wenig Sucherei und die Parkgebühren sparen möchte, kann alternativ auch sehr gut mit der Bahn anreisen. Der Bahnhof Königswinter liegt nur knappe 10 Gehminuten von der Talstation entfernt (DB-Strecke Köln/Koblenz: RE8 oder RB27).

Entscheidet man sich für den Aufstieg mit Deutschlands ältester Zahnradbahn, der Drachenfelsbahn – sie ist schon seit mehr als 130 Jahren in Betrieb – kann man alle 30 Minuten zur vollen bzw. halben Stunde in einen der Züge einsteigen. Vor allem am Wochenende und an schönen Tagen wird es wuselig auf dem Weg hoch zum Drachenfelsplateau. Kein Wunder: Der Drachenfels ist der meistbestiegene „Berg“ Europas! 

Bequeme Laufschuhe für die Wanderung im Siebengebirge

Wir haben den Drachenfels im Frühjahr dieses Jahres bestiegen – an einem kalten, aber durchaus schönen Samstag. Gut eingepackt mit Stirnband, Mütze, Schal und Handschuhen haben wir uns früh morgens auf den Weg in Richtung Königswinter gemacht, um noch vor dem Mittag oben auf dem Drachenfelsplateau anzukommen. Leichte und bequeme Laufschuhe an – die Wege sind zwar teilweise steil, aber von den Bodengegebenheiten nicht allzu anspruchsvoll – und los ging es! Wir haben uns für einen recht bekannten, etwa 15 km langen Rundweg über den Drachenfels und den benachbarten Petersberg entschieden – den Beethoven Wanderweg. An Proviant haben wir nur das nötigste eingepackt – Wasser, Müsliriegel und ein Stück Obst für zwischendurch – weil wir uns vorgenommen hatten, in einem Restaurant auf einem der beiden Berge einzukehren, um die wunderschönen Ausblicke genießen zu können.

Die Tour hinauf zum Drachenfels 

Auf den Spuren von Beethoven – geboren und aufgewachsen in Bonn, (unternahm er viele Ausflüge und Wanderreisen in der nahen Umgebung) ging es für uns mit einer reinen Laufzeit von knapp fünf Stunden über weitgehend geschotterte Wege, die auch bei Nässe gut zu begehen sind. Mit guten 580 zu bezwingenden Höhenmetern ist das Höhenprofil der Wanderung recht anspruchsvoll, da viele Wegstücke teilweise steil bergauf und bergab führen.

Zunächst ging es zu Fuß über den Eselsweg parallel zur Zahnradbahn hoch auf den Drachenfels. Bis oben ist es eine Strecke von knapp 1,5 Kilometern und rund 220 Höhenmetern, mit einer stellenweise sehr starken Steigung (bis zu 20 Prozent). Auf halbem Weg gibt es die ersten Highlights zu entdecken. Neben der Nibelungenhalle, in der eine bedeutende Gemäldesammlung über die Nibelungensage zu Ehren Richard Wagners zu bestaunen ist, befindet sich die Drachenhöhle – eine Felsengrotte, in der ein knapp 13 Meter langer steinerner Drache liegt. 

Drachenhöhle und Nibelungenhalle

Auch die Zahnradbahn macht auf halber Höhe einen Zwischenhalt mit Aus- und Zustiegsmöglichkeit, um unter anderem Nibelungenhalle und Drachenhöhle besuchen zu können. Viele verschiedene Künstler, Architekten und Bildhauer arbeiteten an dem außergewöhnlichen Bauwerk der Nibelungenhalle – einem Kuppelbau im Späten Jugendstil. Im Jahr 1913 eröffnet – rechtzeitig zu Richard Wagners 100. Geburtstag – zeigen die Gemälde Szenen aus dem „Ring der Nibelungen“, bestehend aus Rheingold, Walküre, Siegfried und Götterdämmerung.

Um die Nibelungenhalle herum führt ein dämmriger Gang, an dessen Ende neben einem grünlich schillernden Weiher der steinerne Drache liegt. Auch die Drachenhöhle wurde zu Ehren Richard Wagners errichtet – zwanzig Jahre nach der Nibelungenhalle zu Wagners 50. Todestag. Der Drache Fafnir, der vom Architekten und Bildhauer Franz Josef Krings nach dem in der Sage von Siegfried getöteten Drachen entworfen wurde, hütet das „Rheingold“. Viele Besucher werfen Kupfermünzen in den Drachenteich und wünschen sich dabei Glück. Und wenn die Münzen das Sonnenlicht reflektieren, tauchen sie alles in funkelndes, goldenes Licht.

Das Schloss Drachenburg

Und das ist noch längst nicht alles: Auf der anderen Seite der Mittelstation befindet sich einer der bedeutendsten Schlossbauten des späten 19. Jahrhunderts in Deutschland – das Schloss Drachenburg aus dem Jahr 1884. Errichtet für den Bonner Gastwirtssohn Stephan von Sarter, der als Börsenanalyst zu Wohlstand und Ehre kam, wurde das ungewöhnliche Bauwerk nach nicht einmal dreijähriger Bauzeit vollendet.

Das repräsentative Schaustück des Barockschlosses ist das Haupttreppenhaus – die Stufen aus majestätischem Marmor und prächtige Decken- und Wandmalereien verkörpern Prestige und Ruhm. Darüber hinaus hängen dort zahlreiche Gemälde, die wichtige Episoden aus der deutschen Geschichte sowie die Porträts von acht deutschen Kaisern zeigen. Neben dem Bauwerk und dessen Details selbst wird in mehreren Schauräumen die Wohnkultur des späten 19. Jahrhunderts aufgezeigt. Außerdem gibt es eine Dauerausstellung zur Schlossgeschichte, in der man die einzelnen Schlossbesitzer und -nutzer kennenlernen kann.

Das absolute Highlight: Der Ausblick vom Drachenfelsplateau

Endlich oben angekommen begrüßt einen auf rund 270 m über dem Rhein die Burgruine aus dem Jahr 1167 und dem 2010 aufwendig umgestalteten Drachenfelsplateau, inmitten dessen das gut erhaltene Kaiser-Wilhelm Denkmal steht. Von dort hat man einen phänomenalen Ausblick über das Siebengebirge und das Rheintal mit der Rheininsel Nonnenwerth. Uns erbot sich ein magischer Moment – soeben oben angekommen bahnten sich die Sonnenstrahlen einen Weg durch die Wolkendecke und ließen Rhein und Baumwipfel golden glitzern! 

Nachdem wir uns im Restaurant Drachenfels mit schönstem Panoramablick nach einer heißen Suppe aufgewärmt hatten, haben wir unseren Rundweg fortgesetzt. Man kommt an Steinbrüchen, weiteren Steinruinen und kleinen Schluchten vorbei, erhascht immer wieder tolle Blicke auf die Burgruine Drachenfels und gegen Ende der Route erreicht man den Petersberg, auf dem das pompöse Steigenberger Grandhotel thront. Seit der Wiedervereinigung 1990 ist dies eine Stätte nationaler und internationaler Konferenzen. Außerdem kommen hier viele bekannte Persönlichkeiten unter. Zum Beispiel haben dort Michael Schumacher und seine Frau Corinna geheiratet. Von der Terrasse, die öffentlich zugänglich ist, habt ihr ebenfalls einen tollen Blick auf den Rhein und die Region.

Video-Tipp


Die Fahrt mit der Drachenfelsbahn
Erlebt die Fahrt mit der Zahnradbahn in Echtzeit

Fazit

Der Drachenfels und das Siebengebirge sind ein absolutes Highlight in Nordrhein-Westfalen. Natur, Geschichte und Märchenromantik prägen diesen verwunschenen Ort. Überall gibt es viel zu entdecken – von Naturschauspielen über Denkmäler und Gedenkstätten, hin zu Burgruinen und pompösen Schlössern. Auf den unterschiedlichsten Varianten – ob zu Fuß, auf dem Esel oder mit der Zahnradbahn – lässt sich der Drachenfels und seine Region erkunden und die Restaurants auf den Gipfeln laden mit ihren fantastischen Ausblicken zum Verweilen ein. Ein Ausflug auf den Drachenfels ist absolut empfehlenswert!

Sehr gut lässt sich die Wanderung auf den Drachenfels an einem Wochenende mit einem Besuch der ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn oder der vielseitigen Domstadt Köln verbinden! 

Lage

Praktische Links

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