Drachenfels: Wahrzeichen im Siebengebirge

Wie ein Wächter fühlt man sich hoch über dem Siebengebirge und dem Rheintal. Auf gut 270 Metern über dem Rhein, auf dem Drachenfelsplateau neben der Burgruine Drachenfels, kann man einen atemberaubenden Ausblick über die umliegende Region genießen. Ich habe den Drachenfels samt Nibelungenhalle und Schloss bei einem Ausflug über den traditionellen Eselsweg erklommen. Aber lohnt sich der teilweise steile Aufstieg oder hätte ich besser die Drachenfelsbahn nehmen sollen?

Lohnt sich der Besuch auf dem Drachenfels? 

Wer im Siebengebirge unterwegs ist, sollte auf alle Fälle einen Abstecher auf den Drachenfels einplanen. Der Drachenfels ist aufgrund seiner spektakulären Lage über dem Rheintal der wohl markanteste und daraus resultierend auch bekannteste der mehr als 50 Berge und Anhöhen im Naturpark Siebengebirge. Zu Fuß hinauf geht es über den Eselsweg, Kinder können sogar auf einem Esel hinaufreiten, oder alternativ mit der historischen Zahnradbahn, auch Drachenfelsbahn genannt, hinauffahren.

Beim Aufstieg gibt es allerdings einiges zu entdecken. Auf halber Strecke liegen die sehenswerte Nibelungenhalle, die Drachenhöhle und das Schloss Drachenfels. Mit dem Ziel stets vor Augen, denn die auf dem Drachenfels thronende Burgruine ist nicht zu übersehen, erhascht man oben angekommen einen wunderschönen Ausblick über die Region und an guten Tagen sogar bis zum Kölner Dom.

Fototipp: Der beste Fotospot ist hoch oben auf der Drachenfels-Burgruine mit dem spektakulären Ausblick auf das Siebengebirge und das Rheintal. Auch das Terrassenplateau oben am Restaurant „Der Drachenfels“ eignet sich hervorragend für Panoramaaufnahmen.

Anreise zum Drachenfels in Königswinter

Lage:Siebengebirge, NRW
Ausgangspunkt:Königswinter
Must-See:Rhein-Panorama oben
Höhenlage:ca. 270 m
Besonderheit:Deutschlands älteste Zahnradbahn

Gelegen zwischen den beiden Kleinstädten Königswinter und Bad Honnef, ist der Fuß des Drachenfels gut mit dem ÖPNV erreichbar. Der Bahnhof Königswinter liegt nur knapp 10 Gehminuten von der Talstation entfernt (DB-Strecke Köln/Koblenz: RE8 oder RB27). Wir sind mit dem Auto aus Köln angereist und haben auf einem der sechs Wanderparkplätze nahe der Talstation der Drachenfelsbahn geparkt.

Entscheidet man sich für die Fahrt mit Deutschlands ältester Zahnradbahn, der Drachenfelsbahn, die schon seit mehr als 130 Jahren in Betrieb ist, kann man alle 30 Minuten zur vollen beziehungsweise halben Stunde in einen der Züge einsteigen. Vor allem am Wochenende und an schönen Tagen wird es wuselig auf dem Weg hinauf zum Drachenfelsplateau.

Leichte Schuhe für den Aufstieg zum Drachenfels

Der Weg nach oben auf den Drachenfels ist zwar teilweise steil, aber von den Bodenverhältnissen her nicht allzu anspruchsvoll, da der gesamte Weg asphaltiert ist. Dementsprechend reichen für den Aufstieg leichte Schuhe. Das sieht natürlich anders aus, wenn ihr den Drachenfels in eine der zahlreichen Wanderungen, zum Beispiel die empfehlenswerte Beethoven-Tour im Siebengebirge, einbaut.

Zunächst ging es zu Fuß über den Eselsweg parallel zur Zahnradbahn hinauf auf den Drachenfels. Bis oben sind es knapp 1,5 Kilometer und rund 220 Höhenmeter, mit einer stellenweise sehr starken Steigung von bis zu 20 Prozent. Auf halbem Weg gibt es die ersten Highlights zu entdecken. Neben der Nibelungenhalle, in der eine bedeutende Gemäldesammlung über die Nibelungensage zu Ehren Richard Wagners zu bestaunen ist, befindet sich die Drachenhöhle, eine Felsengrotte, in der ein knapp 13 Meter langer steinerner Drache liegt.

Auch interessant: Wanderung auf den Stenzelberg im Siebengebirge

Drachenhöhle und Nibelungenhalle

Auch die Zahnradbahn macht auf halber Höhe einen Zwischenhalt mit Aus- und Zustiegsmöglichkeit, um unter anderem die Nibelungenhalle und die Drachenhöhle besuchen zu können. Viele verschiedene Künstler, Architekten und Bildhauer arbeiteten an dem außergewöhnlichen Bauwerk der Nibelungenhalle, einem Kuppelbau im späten Jugendstil. Im Jahr 1913 eröffnet, rechtzeitig zu Richard Wagners 100. Geburtstag, zeigen die Gemälde Szenen aus dem „Ring der Nibelungen“, bestehend aus „Rheingold“, „Walküre“, „Siegfried“ und „Götterdämmerung“.

Um die Nibelungenhalle herum führt ein dämmriger Gang, an dessen Ende neben einem grünlich schillernden Weiher der steinerne Drache liegt. Auch die Drachenhöhle wurde zu Ehren Richard Wagners errichtet, zwanzig Jahre nach der Nibelungenhalle zu Wagners 50. Todestag. Der Drache Fafnir, der vom Architekten und Bildhauer Franz Josef Krings nach dem in der Sage von Siegfried getöteten Drachen entworfen wurde, hütet das „Rheingold“. Viele Besucher werfen Kupfermünzen in den Drachenteich und wünschen sich dabei Glück. Und wenn die Münzen das Sonnenlicht reflektieren, tauchen sie alles in funkelndes, goldenes Licht. Hier in der Drachenwelt Königswinter gibt es auch einen kleinen Reptilienzoo, dessen Gehege (vor allem die Größe) aber durchaus fragwürdig sind. Mir persönlich reicht der Blick von außen auf die Halle!

Besuch im Schloss Drachenburg

Das ist aber ohnehin noch längst nicht alles: Auf der anderen Seite der Mittelstation befindet sich einer der bedeutendsten Schlossbauten des späten 19. Jahrhunderts in Deutschland, das Schloss Drachenburg aus dem Jahr 1884. Errichtet für den Bonner Gastwirtssohn Stephan von Sarter, der als Börsenanalyst zu Wohlstand und Ehre kam, wurde das ungewöhnliche Bauwerk nach nicht einmal dreijähriger Bauzeit vollendet. Allein der Blick von außen lohnt sich ungemein. Am schönsten von etwas weiter oben mit dem Rhein im Hintergrund.

Das repräsentative Schaustück des Barockschlosses ist allerdings das Haupttreppenhaus. Die Stufen aus majestätischem Marmor und prächtige Decken- und Wandmalereien verkörpern Prestige und Ruhm. Darüber hinaus hängen dort zahlreiche Gemälde, die wichtige Episoden aus der deutschen Geschichte sowie die Porträts von acht deutschen Kaisern zeigen. Neben dem Bauwerk und dessen Details selbst wird in mehreren Schauräumen die Wohnkultur des späten 19. Jahrhunderts aufgezeigt. Außerdem gibt es eine Dauerausstellung zur Schlossgeschichte, in der man die einzelnen Schlossbesitzer und -nutzer kennenlernen kann. Wenn ihr Zeit habt, solltet ihr das Schloss auf jeden Fall besuchen.

Ausblick vom Drachenfelsplateau

Endlich oben angekommen, begrüßt mich auf rund 270 m über dem Rhein die Burgruine aus dem Jahr 1167 und das 2010 aufwendig umgestaltete Drachenfelsplateau, inmitten dessen das gut erhaltene Kaiser-Wilhelm-Denkmal steht.

Von dort hat man einen phänomenalen Ausblick über das Siebengebirge und das Rheintal mit der Rheininsel Nonnenwerth. Für mich ein wirklich magischer Moment! Im Anschluss erkunden wir noch die Burgruine und essen eine Suppe in der Gaststätte, die hier mit typisch deutscher Küche empfängt.

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Fazit

Der Drachenfels und das Siebengebirge sind ein absolutes Highlight in NRW. Natur, Geschichte und Märchenromantik prägen diesen verwunschenen Ort. Überall gibt es viel zu entdecken, von Naturschauspielen über Denkmäler und Gedenkstätten bis hin zu Burgruinen und pompösen Schlössern. Auf den unterschiedlichsten Wegen, ob zu Fuß, auf dem Esel oder mit der Zahnradbahn, lässt sich der Drachenfels und seine Region erkunden, und die Restaurants auf den Gipfeln laden mit ihren fantastischen Ausblicken zum Verweilen ein. Ein Ausflug auf den Drachenfels ist absolut empfehlenswert!

Wenn ihr aber Zeit habt, solltet ihr auf jeden Fall die Beethoven-Rundwanderung machen. So wird es nach dem Trubel auch mal schön entspannt. In der Umgebung empfiehlt sich außerdem ein Besuch am Stenzelberg, der ein wenig an die Sächsische Schweiz erinnert.

Lage

Praktische Links

Kommentar

  1. Wow! Wie im Märchen. Irgendwie fast noch schöner als Schloss Neuschwanstein, wenn ich mir die Bilder so ansehe … da muss ich unbedingt mal hin

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