Der Besuch von Machu Picchu gehört zu einer Peru-Reise wie Limetten ins Ceviche. 2007 zu einem der neuen sieben Weltwunder gekrönt, klammert sich Machu Picchu an den Andenhang. Eingefasst von schroffen Gipfeln, rückt die Stadt den Wolken entgegen und lässt den Blick nicht mehr los. Huayna Picchu thront über der terrassierten Ruine und zieht alle Kameras auf sich. Doch genügt Rundweg Nummer 2, um Machu Picchu wirklich zu erleben?
Lohnt sich ein Besuch von Machu Picchu in Peru?





Perus neues Weltwunder Machu Picchu liegt auf 2.430 Metern über dem Meeresspiegel und zieht täglich Tausende Besucher an. Der Inka-Herrscher Pachacútec ließ Mitte des 15. Jahrhunderts eine Stadt erbauen, die sich zwischen den Gipfeln des Andenplateaus eingenistet hat. Blöcke aus Granit, passgenau gefügt und ohne Mörtel gebunden, zeugen vom Können der Baumeister des vorkolonialen Peru.
Nach der spanischen Eroberung ruhte die Stadt fast 400 Jahre zwischen den Bergen, bis Hiram Bingham 1911 wieder auf sie stieß und das Wunder der Welt vorstellte. Seit dem 1. Juni 2024 lenkt das peruanische Kulturministerium die Besucher von Machu Picchu in drei feste Rundwege, um die Ruine zu schonen. Der Schutz des Weltwunders geht dem freien Umherirren vor.
Fototipp: Das klassische Postkartenfoto bekommst du gleich zu Beginn von Rundweg 2. Stell dich nahe an den Rand einer der Plattformen und richte die Kamera so aus, dass das Panorama der Ruine mit Huayna Picchu im Hintergrund aufgenommen wird – du selbst am besten an einer Seite des Bildes. Trägst du einen Hut, halte ihn seitlich oder strecke ihn gen Himmel.
Anreise nach Machu Picchu
| Lage: | Südosten Perus |
| Anreise: | Bahnfahrt mit Peru Rail |
| Must-Do: | Rundweg 2 |
| Einkehrtipp: | Cusco |
| Besonderheit: | 2.430 m ü. M. |
Machu Picchu liegt im Südosten Perus. Die Zugfahrt von Cusco nach Aguas Calientes ist der bequemste Weg, direkt am Fuße des Weltwunders zu stehen. Ceiba-Bäume, Eukalyptus und dichter Bambus säumen das Urubambatal und verwandeln die Strecke entlang des Flusses in eine der schönsten Bahnfahrten der Welt.
Einst war Cusco der Nabel des Inkareichs, heute ist es der Ausgangspunkt für die Reise nach Machu Picchu. Nach Cusco gelangt man per Direktflug aus Lima oder mit einem der zahlreichen Busse. Von dort fahre ich zunächst mit einem Taxi colectivo ins Heilige Tal. Nach kurzem Feilschen sitzen wir zu siebt im Wagen und rollen durch vergoldete Weizenfelder nach Ollantaytambo.
In Ollantaytambo steige ich in den PeruRail und genieße die anderthalbstündige Fahrt nach Aguas Calientes. Busse fahren steil hinauf zum Eingang des archäologischen Parks von Machu Picchu. Fahrkarten gibt es im Zentrum neben der Haltestelle; die Abfahrtszeit richtet sich nach dem gebuchten Time Slot.
Ticket für Machu Picchu unbedingt früh buchen
Ich rate, das Ticket frühzeitig zu buchen. Zwei bis drei Monate im Voraus sind ideal, besonders wenn man einen bestimmten Rundweg zu einer festen Uhrzeit möchte. Der klassische Rundweg 2 ist der begehrteste. Tickets sind auf der offiziellen Seite des peruanischen Kulturministeriums erhältlich. Sie sind an den Reisepass gebunden und nicht übertragbar. Am Eingang muss ich beides vorzeigen.
Der Rundgang dauert etwa drei Stunden, also packt Wasser in den Rucksack. Ein kaum bewölkter Himmel verspricht zwar klare Sicht, doch unterschätzt nicht die Junisonne auf 2.400 m. Tragt Sonnenschutz auf, bevor ihr den Schalter passiert. Jetzt noch den Hut auf, den Poncho drüber und die Kamera griffbereit!
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Circuito clásico – zum Postkartenblick auf Machu Picchu
Eine Stunde zuvor stehe ich in der Schlange zum Bus. Verkäuferinnen nutzen die letzte Gelegenheit, Moskitospray zu verkaufen, während Fremdenführer die Menge durchkämmen. Es erweist sich als einfach, noch vor Ort einen Guide zu finden. Ich entscheide mich, Saras geführter Gruppe beizutreten. Mit Freude in der Stimme stellt sie uns drei die umliegenden Berge vor, während wir den Rundweg 2 betreten.
Der Rundweg führt hinunter zu den unteren Terrassen. Keine fünf Minuten, und wir schlängeln uns mit den anderen Besuchern über die Plattformen, um den einen Schuss zu setzen, der in die Postkarten gehört. Hinter den Mauern ragt Huayna Picchu auf, über Terrassen und Tempel der grau leuchtenden Stadt. Ein Panorama, das den großen Weltentdeckern verborgen blieb, uns heute eine Zivilisation zum Greifen nah bringt und zugleich unbegreiflich erscheinen lässt.
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Ruine zwischen den Andengipfeln
Terrassen staffeln sich die Hänge hinunter, und plötzlich liegt das Bild vor mir, das jeder kennt: Machu Picchu in voller Pracht, zum Greifen nah. Aus dem Quechua übersetzt bedeutet Machu Picchu „Alter Berg“. Der Name leitet sich vom Gipfel südwestlich der Anlage ab. Über die Stadt erhebt sich der Huayna Picchu oder „Junger Berg“, der meine Blicke magnetisch auf sich zieht.
Das Wolkenmeer umhüllt die höchsten Gipfel und verleiht den schroffen Bergen etwas Überirdisches. Einheimische verehren sie als Apus, auch wenn der Katholizismus seit der spanischen Kolonisierung längst ganz Südamerika beherrscht. Saras Kreuzgeste vor der Roca Sagrada verdeutlicht mir, wie sehr die beiden Glaubenswelten ineinander verschmolzen sind. Wir treten zur Felswand am Ende des Rundwegs. Der Blick weitet sich zum Sacsarayoc in der Ferne. „Die Inka hielten den Berg fest“, haucht Sara. Im bearbeiteten Fels vor uns erkenne ich das Bild des schneebedeckten Riesen.
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Fazit
Ein Besuch von Machu Picchu lohnt sich, zwei Besuche rauben einem den Atem. Gegen Mitte der Tour frage ich mich zwar, ob der Aufstieg auf Rundweg 3A für morgen wirklich nötig ist. Doch beim letzten Blick auf den Huayna Picchu regt sich etwas in mir, und ich freue mich, dass mein Abschied nur ein „Bis morgen!“ ist.
Wer sich für ein Ticket entscheidet, erlebt auf dem klassischen Rundweg die Ruinen hautnah und nimmt garantiert ein Postkartenfoto mit nach Hause. Wer es höher hinauszieht, kann über Rundweg 3A den Huayna Picchu erklimmen. Für einen stressfreien Aufstieg empfehle ich, eine Nacht in Aguas Calientes einzuplanen. Dann stehen auf dem Tagesplan: die heißen Quellen besuchen, auf den bunten Märkten um einen Poncho feilschen und ein Lomo Saltado im lokalen Restaurant genießen.
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