Nürnberger Christkindlesmarkt: Lohnt es sich wirklich?

Lebkuchen, Bratwurst und Spielzeug: Nürnberg ist seit dem Mittelalter für seine weihnachtlichen Spezialitäten weltberühmt. Und so ist es kein Wunder, dass der Nürnberger Christkindlesmarkt jedes Jahr um die zwei Millionen Besucher aus aller Welt in die Frankenmetropole lockt. Ich selbst bin Nürnberger und verrate euch, wann ihr den Christkindlesmarkt besuchen müsst, um euch nicht selbst eingeengt, wie die berühmten „Drei im (Bratwurst-)Weggla“ zu fühlen und wo ihr die besten Lebkuchen in ganz Nürnberg kaufen könnt!

Lohnt sich der Besuch auf dem Weihnachtsmarkt in Nürnberg?

Der Nürnberger Christkindlesmarkt ist einer der ältesten und bekanntesten Weihnachtsmärkte der Welt. Seine Ursprünge lassen sich bis ins späte Mittelalter zurückverfolgen. Der Markt fand erstmals im Jahr 1628 urkundliche Erwähnung, aber es wird angenommen, dass seine Tradition deutlich älter ist. Der Hauptmarkt, wo der Christkindlesmarkt jedes Jahr stattfindet, wird umrahmt von der mittelalterlichen Frauenkirche und dem Schönen Brunnen.

Im Laufe seiner Geschichte musste der Nürnberger Christkindlesmarkt viele Herausforderungen bewältigen, darunter Kriege, Wirtschaftskrisen und Pandemien. Trotz dieser Schwierigkeiten gelang es ihm, seine Traditionen zu bewahren und weiterzuentwickeln.

Besonders prägend für den Markt war die Einführung des „Nürnberger Christkinds“ in den 1930er-Jahren, einer zentralen Figur, die den Markt jedes Jahr feierlich eröffnet. Dafür und für seine weltweit bekannten Köstlichkeiten ist er einzigartig. Rund 200 Händler bieten hier Waren an, die die reiche Tradition Nürnbergs widerspiegeln. Neben den berühmten Nürnberger Lebkuchen finden Besucher auch Früchtebrot, handgefertigten Christbaumschmuck wie die glänzenden Rauschgoldengel und die originellen „Nürnberger Zwetschgenmännla“, charmante Figuren aus getrockneten Pflaumen.

Diese werden oft mit dem humorvollen fränkischen Spruch beworben, der ihre Harmlosigkeit unterstreicht. Für das leibliche Wohl sorgen Klassiker wie Nürnberger Rostbratwürste und wärmender Glühwein. Die Stadt Nürnberg achtet streng auf die Authentizität und Ästhetik der Buden, wobei beispielsweise künstliche Tannengirlanden verboten sind. Seit 1981 ehrt die Stadt jährlich die schönsten Buden mit dem „Zwetschgermoo“-Preis in Gold, Silber und Bronze.

Wie wird man Christkind in Nürnberg?

Nürnberg sucht übrigens alle zwei Jahre ein neues Christkind. Zur Wahl stellen können sich 16- bis 19-jährige Mädchen, die in Nürnberg wohnen, mindestens 1,60 Meter groß und schwindelfrei sind. Blonde Haare sind dagegen keine Voraussetzung. Die Bevölkerung kann nach der Veröffentlichung der Fotos in den Tageszeitungen und im Internet von zwölf Kandidatinnen ihre Stimme abgeben. Eine Jury kürt am Ende die Gewinnerin. 

Zu den Aufgaben des Christkinds gehören nicht nur die Eröffnung des Marktes und die vielen Besuche dort. Auch in Schulen, Kindergärten, Behinderten- oder Senioreneinrichtungen lässt sich das Christkind blicken und betreut zusätzlich soziale Projekte in Nürnberg. Selbst auf den Weihnachtsmärkten in den Partnerstädten ist das Christkind schon gesichtet worden.

Fototipp: Die schönsten Bilder vom Christkindlesmarkt macht ihr, wenn ihr den Turm der Sebalduskirche erklimmt. Nachdem ihr die 217 Stufen hinter euch gebracht habt, bietet sich euch ein ganz toller Blick über den festlichen Markt und die rot-weiß gestreiften Holzbuden. Die Empore der Frauenkirche direkt am Hauptmarkt ist in der Adventszeit leider geschlossen. 

Anreise zum Nürnberger Christkindlesmarkt

Lage:Hauptmarkt, Nürnberg
Erste Erwähnung:1628
Öffnungszeiten:im Advent täglich 10:00 bis 21:00 Uhr
Must-Do:Fraunholz oder Lebkuchen essen
Must-See:größte Feuerzangenbowle der Welt

Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln seid ihr am schnellsten auf dem Christkindlesmarkt, wenn ihr mit der U-Bahnlinie U1 (u. a. vom Hauptbahnhof) fahrt. Ihr steigt an der Station Lorenzkirche aus und folgt dem Menschenstrom etwa 300 Meter bis zum Hauptmarkt. Alternativ nehmt ihr die Buslinien 36 (bis Hauptmarkt) oder 37, 46 bzw. 47 (bis Heilig Geist-Spital).

Mit dem Auto erreicht ihr Nürnberg über die Autobahnen A3, A6, A9 und A73. Der Christkindlesmarkt befindet sich im Wesentlichen auf dem Hauptmarkt und den umliegenden Plätzen, mitten in der historischen Altstadt. Am besten parkt ihr in einem der zentral gelegenen Parkhäuser, idealerweise direkt im Parkhaus Hauptmarkt. Von dort sind es nur wenige Meter zum Markt.

Samstage auf dem Christkindlesmarkt Nürnberg meiden

Der Nürnberger Christkindlesmarkt ist fester Bestandteil im Reiseprogramm von Besuchergruppen aus aller Welt. Jeden Tag werden Busse mit Kreuzfahrttouristen vom Hafen (mittlerweile gibt es sogar Adventsfahrten!) oder Urlauber vom Flughafen auf den Hauptmarkt gefahren.

Wer also zur falschen Zeit am Christkindlesmarkt aufschlägt, kann sich sein vorweihnachtliches Nürnberg-Erlebnis schon mal ganz schön vermasseln. In den engen Gassen fühlt man sich schnell wie in einer völlig überfüllten Skigondel. 

Wer also wirklich gemütlich durch die Budenstadt schlendern, probieren, staunen und einkaufen möchte, kommt keinesfalls am Samstag, und zwar egal, ob tagsüber oder abends. Lieber unter der Woche oder am Sonntagabend, wenn die Touristengruppen schon wieder abgeholt worden sind.  

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Spektakuläre Eröffnung des Christkindlesmarkts Nürnberg

Alle Jahre wieder! Am Freitag vor dem ersten Advent um Punkt 17:30 Uhr schlägt einer Schülerin das Herz bis zum Hals: sie hat die große Ehre als Nürnberger Christkind den traditionsreichen Christkindlesmarkt zu eröffnen. Von der Empore der Frauenkirche hat das Christkind nicht nur einen Panoramablick über den wunderschön geschmückten und Hauptmarkt und seine Buden, sondern auch auf Tausende Besucher, die sich dicht an dicht in den Gassen dazwischen drängen.

2023 waren 22.000 Menschen zeitgleich auf dem Hauptmarkt. Auch in die Linsen zahlreicher Fernsehkameras kann das Christkind schauen, denn der feierliche Eröffnungsprolog des Christkinds wird in Ländern aller Kontinenten in den Nachrichtensendungen ausgestrahlt. Die Eröffnung des Christkindlesmarktes ist stimmungsvoll, definitiv ein magischer Moment und damit das absolute Highlight.

Habt ihr die Eröffnung verpasst oder ist euch der Trubel doch zu groß: kein Problem! Das Christkind zeigt sich fast jeden Tag auf dem Christkindlesmarkt und ganz besonders auf der Kinderweihnacht. Manchmal ist aber ein bisschen Geduld angesagt.

Die besten Lebkuchen auf dem Christkindlesmarkt in Nürnberg

Doch was genau macht ihn jetzt aus, den Original Nürnberger Elisenlebkuchen? Ganz wichtig: er muss zu mindestens 25 Prozent aus Nüssen bestehen, und zwar ausschließlich aus Mandeln, Haselnuss- oder Walnusskernen, und es dürfen nicht mehr als zehn Prozent Mehl im Spiel sein. Ihr werdet auf dem Christkindlesmarkt keine Enttäuschung erleben, weil die Händler natürlich penibel ausgesucht werden.

Dringend zu empfehlen sind die Lebkuchen von Fraunholz: sie schmecken besonders nussig, sind dabei saftig, mit einer leichten Honignote und alles in allem einfach himmlisch. Den Stand von Fraunholz findet ihr ziemlich genau in der Mitte der zweiten Reihe auf dem Hauptmarkt von der Fleisch- oder der Museumsbrücke kommend (Stand Nr. 28). Außergewöhnlich gut sind auch die Lebkuchen von Woitinek (Stand Nr. 128).

Größten Feuerzangenbowle der Welt

Der Christkindlesmarkt punktet im Städtevergleich auch mit der Kinderweihnacht auf dem Hans Sachs Platz, wo es wunderschöne, historische Fahrgeschäfte gibt. Weitere Highlights: die größte Feuerzangenbowle der Welt, die unweit des Marktes an der Pegnitz, unterhalb der Fleischbrücke, aufgebaut ist. In einem riesigen Kessel mit einem Fassungsvermögen von 9.000 Liter wird das sagenumwobene Getränk hergestellt. Bis hier alles warm ist, vergehen übrigens 48 Stunden.

An der Obstgasse, direkt nebenan, findet sich außerdem noch der sehenswerte Christkindlmarkt der Partnerstädte, wo ihr unter anderem Spezialitäten aus Verona, Nizza oder Glasgow kaufen könnt. Da gibt es unter anderem Veroneser Salami, französische Zwiebelsuppe oder ihr kauft euch einen echten, schottischen Kilt. 

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Fazit

Der Nürnberg Christkindlesmarkt ist vielleicht nicht schöner als andere Großstadt-Weihnachtsmärkte, aber steckt ganz sicher voller Tradition, allerhand Leckereien und ist definitiv einen Besuch wert! Wenn ihr mittags um Punkt zwölf da seid, könnt ihr auch gleich das traditionelle Männleinlaufen an der Frauenkirche anschauen. Definitiv dürft ihr es auch nicht verpassen, am goldenen Ring des Schönen Brunnens zu drehen, denn das bringt Glück! Und wer nicht genug von Bratwurst und Spielzeug bekommen hat, kann sich nicht weit weg vom Christkindlesmarkt weiter informieren: Im Spielzeugmuseum erfahrt ihr alles über die historische Bedeutung Nürnbergs in Hinblick auf die Spielwarenindustrie.

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