Wellen schlagen gegen den Bug des Schlauchboots. Ich werde nass. Schnappe nach Luft, als mir ein Schwall Wasser direkt ins Gesicht donnert. Und dennoch lasse ich das Paddel nicht los. Konzentriere mich auf die stetige Bewegung der Arme. Niemals aufhören zu Paddeln, hieß es bei der Einführung. Ich bin Raften auf der Saalach. Wir paddeln gemeinsam stromabwärts. Das klingt erst mal einfach. Da muss man sich doch einfach nur treiben lassen, oder? Weit gefehlt …

Lohnt sich Rafting auf der Saalach?

Ich starte mit den ausgebildeten Guides des Base Camp Lofer in mein Rafting-Abenteuer. Je nach Wunsch und Vorkenntnissen gibt es verschiedene Touren zur Auswahl. Die Panorama-Tour richtet sich an Einsteiger. Für „The Rock“ sind Wildwasservorkenntnisse erforderlich und ihr müsst zuvor einen Schwimmtest machen. Ich entscheide mich nicht für die leichteste, aber eben auch nicht für die schwerste Tour und wähle etwas dazwischen. Meine Wahl fällt auf die Seven Rapids. Vom Ortsteil Au führt die Raftingstrecke über 9 Kilometer bis nach Unken.

#salzburgerland #rafting

Instatipp: Der Guide, der mit euch im Boot sitzt, filmt die Fahrt mit der Helmkamera. Den Film könnt ihr euch anschließend direkt auf dem Flachbildschirm vor Ort ansehen und auch käuflich erwerben. Das Videomaterial auf einem USB-Stick kostet 20 Euro.

Anreise nach Lofer

Lofer liegt unmittelbar hinter der deutschen Grenze. Von Bad Reichenhall sind es etwa 30 Minuten bis ins österreichische Lofer. Wenn ihr aus der anderen Richtung kommt, überquert ihr die Grenze auf der Höhe von Oberaudorf bei Kufstein. Von dort dauert die Fahrt ca. 45 Minuten. In beiden Fällen fahrt ihr nicht über die Autobahn und müsst daher auch keine Maut einplanen. Am Gelände des Rafting-Stützpunkts gibt es schließlich einen großen Hof. Dort könnt ihr das Auto abstellen.

Keine Zeit verschwenden

Wir kommen an und fackeln nicht lange. Eine Schadensverzichterklärung wird ausgefüllt, Neoprenanzüge werden ausgeteilt, Schwimmwesten vergeben und kurz darauf stehen wir fix und fertig im Hof und probieren die Helme an. Wenig später sitzen wir auch schon in einem Shuttlebus, der uns etwa zwei Minuten ins nahegelegene Au zum Einstieg bringt. Bis hierhin ging alles sehr flott. Jetzt nehmen sich die Guides ein bisschen mehr Zeit, zeigen uns im Trockenen, wie wir zu Paddeln haben und geben eine Sicherheitsunterweisung zum Besten. Nur selten komme man wieder an Land, ohne nicht einmal über Bord gegangen zu sein. Na das lässt ja hoffen.

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Sprung ins kalte Nass

Bevor es aber wirklich rein ins Vergnügen geht, müssen wir zuerst eine Runde schwimmen und beweisen, dass wir uns selbst retten können. Ich halte die Luft an, als das 7 Grad kalte Wasser durch den Neoprenanzug dringt. Puh. Das ist ganz schön frostig. Zum Glück wärmt sich das gleich auf. Ein Stückchen lasse ich mich auf dem Rücken mit den Füßen voran von der Strömung hinabtragen. Dann drehe ich mich mit einem Ruck auf den Bauch, wie ich es eben bei der Sicherheitsunterweisung gelernt habe und schwimme flussaufwärts. Dadurch komme ich bald raus aus der Hauptströmung und langsam aber sicher am Rand an. Genau so sollen wir das im Ernstfall auch machen. Okay. Kapiert.

Durch Stromschnellen und über Wellen

Neben mir sind noch fünf Mitstreiter und der Guide im Boot. Gemeinsam legen wir los. Paddeln bestmöglich gleichmäßig und steuern auf die ersten Wildwasserstellen zu. Wellen schlagen mir ins Gesicht. Ich höre nicht auf zu Paddeln. Die anderen auch nicht. Wir meistern die Stelle, umschiffen einen Stein und paddeln noch immer. Meinen Oberkörper werde ich morgen spüren, das weiß ich schon jetzt. Es schaukelt stark. Mit jedem Wasserschwall kommt auch wieder kühles Wasser in den aufgewärmten Neoprenanzug. Aber das stört mich nicht mehr. Das Adrenalin ist stärker. In voller Teamarbeit arbeiten wir uns drei Stunden lang flussabwärts. Das Grinsen im Gesicht bleibt die ganze Zeit bestehen. Und bei einem Blick auf die Mimik der anderen sehe ich, dass es ihnen nicht anders geht.

Fazit

Durch den Guide haben wir die wilden Stellen erfolgreich und sicher gemeistert. Es war allerdings nicht die ganze Zeit über Action. Immer wieder gab es ruhigere Passagen zum Entspannen. Für mich persönlich hätte es sogar noch ein bisschen rasanter sein können, aber für das erste Mal passt das glaub ich ganz gut. Und so konnte ich auch die Umgebung rundherum noch genießen. Wenn ihr also lieber gemütlich irgendwo langfahren und einfach entspannen wollt, ist Rafting für euch nicht das richtige. Aber das versteht sich wahrscheinlich von selbst. Für alle anderen ist es eine coole Aktivität, um mit Freunden den Teamgeist zu stärken oder mit der Familie Spaß zu haben.

Lage

Praktische Links

Gut zu wissen

Ich habe am Rafting in Lofer anlässlich des Intersport Gipfeltreffens im Juni 2019 teilgenommen. Diesmal fand das viertägige Event in Ruhpolding statt. Hier könnt ihr verschiedene Outdoorsportarten ausprobieren und seid immer mit einem ausgebildeten Guide unterwegs. Es werden Klettersteigtouren angeboten, ausgedehnte Wanderungen ermöglicht und Mountainbike-Ausfahrten unternommen. Dazu gibt es die passende Kleidung und Ausrüstung direkt vor Ort zu leihen.

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