Das Prebischtor vor mir wirkt beinahe unwirklich. Kaum zu glauben, dass Mutter Natur dieses steinerne Gebilde geschaffen hat und es nicht künstlich errichtet wurde. Es ist das größte natürliche Sandstein-Felsentor Europas und eines der bekanntesten Wahrzeichen der Böhmischen Schweiz. Schon auf Bildern wirkt der Felsbogen beeindruckend. Aber erst, wenn man selbst darunter steht, begreift man, wie gewaltig dieses Naturwunder wirklich ist.
Lohnt sich die Wanderung zum Prebischtor?





Majestätisch thront das Prebischtor hoch über den Wäldern der Böhmischen Schweiz, nur wenige Kilometer hinter der deutsch-tschechischen Grenze. Lange Zeit hat man sich gefragt, wie das Tor die Jahrtausende überstehen konnte, ohne einzustürzen. Denn es ist riesig. Mit einer Spannweite von 26 m und einer Höhe von 16 m ist es das größte natürliche Sandsteinfelsentor Europas. Heutzutage haben Wissenschaftler herausgefunden, dass es sich nicht etwa um einen einzigen Felsen handelt, sondern um zwei unabhängige, die sich so berühren, dass es eben wie ein Torbogen wirkt.
Wir haben den Aufstieg ab Schmilka gewagt. Seit 2026 gibt es hier einen neuen Wanderweg nach Hřensko und von dort geht’s geradewegs weiter zum Prebischtor hinauf. Rund 15 km und etwa 540 hm liegen vor euch. Und schon von Weitem erkennen wir die markante Silhouette, die sogar schon als Filmkulisse für „Die Chroniken von Narnia“ diente.
Fototipp: Die besten Bilder machst du nicht direkt unter dem Tor, sondern von den oberhalb gelegenen Aussichtsplattformen. Dort hast du die perfekte Perspektive, um die Brücke zusammen mit dem Falkennest einzufangen.
Anreise nach Schmilka oder Hřensko
| Höchster Punkt: | 433 m |
| Strecke: | 15 km |
| Höhenmeter: | 540 hm |
| Gehzeit: | 5:30 Stunden |
| Beste Reisezeit: | Unter der Woche |
Unsere Tour statet im Bio-Dorf Schmilka. Von Dresden aus seid ihr mit dem Auto oder der S-Bahn (S1) in etwa 45 bis 60 Minuten da. Für Bahnreisende wird’s direkt von Anfang an spannend. Denn ihr müsst zuerst mit der Fähre auf die andere Elbseite übersetzen. Wenn ihr mit dem Auto ankommt, ist es ratsam, früh anzureisen. Die Parkflächen sind gerade am Wochenende und in den Ferien gut belegt.
Alternativ könnt ihr auch direkt von tschechischer Seite starten. Der klassische Ausgangspunkt ist Hřensko. Von dort spart ihr euch den ersten Abschnitt ab Schmilka und damit auch einige Höhenmeter. Allerdings verpasst ihr dann den neuen Wanderweg. Und gerade im ersten Abschnitt hält dieser Pfad wunderschöne Ausblicke auf die Elbe bereit. Außerdem könnt ihr euch dann morgens in der Bio-Bäckerei in Schmilka noch ein Stück Kuchen, oder ein Handbrot als Wegzehrung mitnehmen.
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Wunderschöner Aufstieg zum Wahrzeichen der Böhmischen Schweiz
Es ist einer dieser Abschnitte, bei denen der Weg selbst schon ein Erlebnis ist. Zuerst spazieren wir durch mystische Wälder und später, oberhalb von Hřensko kommen wir den Felsen ganz nah. In langgezogenen Serpentinen schlängeln wir uns direkt an den schroffen Wänden nach oben. Der Weg ist nicht super schwierig, ein bisschen Schwindelfreiheit schadet jedoch nicht.
Und dann ist es plötzlich da. Direkt über uns. Dieser erste Blick auf das Prebischtor ist wirklich stark. Zwischen den Bäumen spannt sich dieser riesige Felsbogen auf, viel größer, als ich ihn mir vorher vorgestellt hatte. Daneben wurde ein Hotel direkt an den Fels gebaut. Das Sokolí hnízdo, was übersetzt Falkennest bedeutet, ist heute ein Restaurant. Es wirkt richtig herrschaftlich in dieser Landschaft. Und gleichzeitig wirkt die gesamte Kulisse wie gemalt.
Die beste Aussicht auf das Prebischtor
Wir wollen das Prebischtor aber nicht nur von unten bestaunen, sondern auch näher ran. Dafür müssen wir Eintritt zahlen, was auch bargeldlos mit Karte geht. Nach dem Drehkreuz könnt ihr das Restaurant besuchen und unter das Felsentor spazieren. Hier werden die Dimensionen erst so richtig deutlich. An der schmalsten Stelle ist der Bogen nur rund 3 Meter breit. Verrückt, dass man da vor einigen Jahren sogar noch drüber gehen konnte. Das ist heute aber wegen der Erosion nicht mehr erlaubt.
Und es geht noch weiter nach oben! Über schmale Stege und in den Stein gehauene Treppen gelangen wir zu den verschiedenen Aussichtsplattformen auf den umliegenden Felsen. Hier oben öffnet sich das Panorama erst richtig. Wir stehen auf einem natürlichen Balkon und blicken direkt auf die gegenüberliegende Felsbrücke, während sich im Hintergrund die schier unendlich wirkenden Wälder der Böhmischen und Sächsischen Schweiz erstrecken.
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Fazit
Für mich ist das Prebischtor einer dieser Orte, die live noch beeindruckender sind als auf Bildern. Besonders schön ist es bestimmt zum Sonnenaufgang und Sonnenuntergang. Beachtet aber, dass das Areal rund um das Prebischtor mit den Aussichtsplattformen nur zu bestimmten Zeiten geöffnet hat. In der Hauptsaison (April bis Oktober) öffnen sich die Tore meist von 10:00 bis 18:00 Uhr.
Wenn ihr nach dem Abstieg noch Energie habt, könnt ihr den Tag mit einem Abstecher in die Edmundsklamm in Hřensko perfekt abrunden. Dort könnt ihr euch auf Kähnen durch die engen Felsschluchten staken lassen. Alternativ ist die Tour zum Marienfels bei Jetřichovice ein weiterer Tourentipp. Dort kommt ihr zum vielleicht schönsten Aussichtspavillon der Welt.
Video-Tipp
Traumtouren in der Sächsischen und Böhmischen Schweiz: Vom Prebischtor zum Marienfels bis in die Kirnitzschklamm.
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