Ich stehe barfuß im weißesten Sand Australiens und blicke auf den Südlichen Ozean. Das türkisfarbene Wasser glitzert in der Sonne, während die sanfte Brandung meine Füße umspült. Die Lucky Bay im Cape-Le-Grand-Nationalpark besticht durch Ruhe und Weite und ist doch wilder als erwartet. Denn plötzlich tauchen wilde Kängurus direkt an der Wasserkante auf! Machen sie diesen Strand zum schönsten Australiens?
Lohnt sich der Besuch der Lucky Bay in Australien?





Die Lucky Bay im Südwesten Australiens gilt als einer der spektakulärsten Küstenabschnitte der Welt. Gelegen im Cape-Le-Grand-Nationalpark nahe Esperance, besticht die Bucht durch ihren rund 5 km langen, blendend weißen Sandstrand. Außerdem ist sie weltberühmt für ihre neugierigen Bewohner: Kängurus, die sich regelmäßig direkt am Ufer sonnen und ein ikonisches Fotomotiv bieten.
Neben dem kristallklaren, türkisfarbenen Wasser zum Schwimmen und Schnorcheln bietet dieser Abschnitt im Nationalpark ideale Bedingungen für ausgiebige Wanderungen. Die Kombination aus unberührter Wildnis und dem extrem feinen Quarzsand macht die Lucky Bay zu einem unverzichtbaren Highlight jeder Westaustralien-Reise.
Fototipp: Für das perfekte Foto an der Lucky Bay besuchst du sie am besten frühmorgens oder am späten Nachmittag, da die Kängurus zu diesen Zeiten am aktivsten sind. Ein absoluter Top-Fotospot ist der erhöhte Aussichtspunkt am Wanderweg in Richtung Thistle Cove, von dem aus du die gesamte Bucht in ihrer vollen Pracht überblickst. Komm den Kängurus nicht zu nahe und nutze im besten Fall ein Teleobjektiv oder die Zoomfunktion. Wir sind schließlich zu Gast in ihrem Lebensraum.
Anreise zur Lucky Bay
| Lage: | Cape Le Grand Nationalpark |
| Strand: | 5 Kilometer |
| Must-See: | Kängurus |
| Anreise: | 4WD |
| Besonderheit: | Auf dem Strand fahren möglich |
Deine Reise ins Paradies beginnt meist am internationalen Flughafen von Perth (PER). Von der westaustralischen Hauptstadt aus trennen dich etwa 710 Kilometer von der Küstenstadt Esperance, dem Tor zum Cape-Le-Grand-Nationalpark. Für die Fahrt mit dem Auto sollte eine reine Fahrzeit von circa 8 Stunden veranschlagt werden. Außerdem gibt es eine tägliche Busverbindung mit Transwa, die 10 Stunden und 15 Minuten dauert.
In Esperance angekommen, werden zwar geführte Touren angeboten, doch meine klare Empfehlung ist ein eigenes Fahrzeug, um die verbleibende Strecke von 60 Kilometern zurückzulegen. Nur mit einem Mietwagen, idealerweise einem 4WD, genießt man die größtmögliche Freiheit, denn es gibt hier eine Besonderheit: In der Lucky Bay ist das Befahren des Strandes mit dem eigenen Auto erlaubt. Es gibt kaum ein intensiveres Freiheitsgefühl, als den Wagen direkt am weißen Strand zu parken, die Heckklappe zu öffnen und den Blick auf das türkisfarbene Meer bei einem Picknick zu genießen.
Einmalig Eintritt oder Western Australia Park Pass?
Der Eintritt in den Cape-Le-Grand-Nationalpark, in dem die Lucky Bay liegt, kostet ab 17 AUD pro Fahrzeug (ca. 10,50 €). Falls du planst, über mehrere Monate hinweg verschiedene Parks zu besuchen, lohnt sich definitiv ein Western-Australia-Park-Pass, den es für unterschiedliche Zeiträume gibt, beispielsweise für 12 Monate zum Preis von 130 AUD. Denke unbedingt an Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor, da der weiße Quarzsand und das Meer die UV-Strahlung extrem reflektieren.
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Schon die Fahrt zur Lucky Bay ist magisch
Die Fahrt durch den Cape-Le-Grand-Nationalpark gleicht einer Reise durch ein unberührtes Naturparadies. Auf einsamen, gut ausgebauten Straßen fährst du durch dichten australischen Busch und niedrige Küstenwälder, bis sich die Landschaft plötzlich weitet. Und dann ist er da: der Moment, in dem sich der Blick auf die Lucky Bay öffnet. Wunderschön!
Am Ende des Parkplatzes befindet sich die Zufahrt auf den Strand. Ein kurzer Halt, um den Reifendruck für den weichen Untergrund zu reduzieren, und schon rollt der Geländewagen über den teilweise weichen Sand direkt an die Wasserkante. Wer mit dem Auto auf den Strand fahren möchte, sollte möglichst rund um die Ebbe unterwegs sein, da der Sand dann deutlich fester ist und das Risiko sinkt, sich festzufahren.
Kängurus an der Lucky Bay
Ich lasse den Blick über das kristallklare, türkisfarbene Wasser schweifen. Mitten in dieser ruhigen Szene tauchen dann die berühmtesten Bewohner der Bucht auf: Kängurus. Zum Sonnenaufgang oder kurz vor Sonnenuntergang ziehen sie sich häufig an den Rand des Strandes zurück und dösen im Schatten der angrenzenden Vegetation, während Touristen fasziniert zwischen ihnen umherlaufen und fotografieren. Wichtig: Die Kängurus wirken zwar oft sehr interessiert und zutraulich, sie sind aber wilde Tiere. Deshalb halte besser ausreichend Abstand. Hier in der Lucky Bay sind die Kängurus der Boss. Füttern sollte man die Beuteltiere übrigens auch nicht.
Nach dieser Mischung aus Entspannung und Naturerlebnis laufe ich die ersten Meter der Wanderung zur benachbarten Thistle Cove. Vom erhöhten Aussichtspunkt überblicke ich die Bucht in ihrer vollen Weite. Nach einem langen Tag am Strand führt mich mein Weg weiter entlang der wilden Südküste nach Osten, wo die endlose Einsamkeit der Nullarbor-Ebene auf mich wartet.
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Fazit
Die Lucky Bay ist weit mehr als nur ein Strand. Sie ist ein Ort, der schnell ein Gefühl von grenzenloser Freiheit vermittelt. Die Mischung aus türkisfarbenem Ozean, Picknick und den ikonischen Strandkängurus macht diese Bucht zu einem unvergleichlichen Erlebnis, das man für immer festhalten möchte.
Abseits der Lucky Bay bietet der umliegende Nationalpark mit dem Frenchman Peak eine sportliche Herausforderung, deren steiler Aufstieg mit einem gigantischen Ausblick auf die Bucht und einer beeindruckenden Felshöhle belohnt wird. Wer die Einsamkeit sucht, findet in der malerischen Hellfire Bay oder der Rossiter Bay ideale Rückzugsorte, die von massiven Granitfelsen eingerahmt sind und pure Stille zum Abschalten vermitteln. Für Abenteurer bietet zudem der kilometerlange Cape-Le-Grand-Beach die perfekte Gelegenheit, die Leistungsfähigkeit des Allradfahrzeugs auf sandigen Tracks voll auszureizen.
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